Düsseldorf/Münster, 15. April 2026
Zwischen 2014 und 2024 stieg die Zahl der Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen um 1,0 Millionen beziehungsweise 16,6 Prozent auf 7,3 Millionen. Zurückzuführen war der Zuwachs fast ausschließlich auf die Dienstleistungsbereiche, in denen 989.000 neue Stellen geschaffen wurden. In der Industrie dagegen sank die Zahl der Beschäftigten, wobei der Abbau erst in den vergangenen fünf Jahren erfolgte. Das sind Ergebnisse der Regionalwirtschaftlichen Profile, welche die NRW.BANK jetzt vorgestellt hat.
„In Nordrhein-Westfalen hält der wirtschaftliche Strukturwandel an. Getrieben durch Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie verschieben sich Beschäftigung und Wertschöpfung zunehmend in die Dienstleistungsbereiche“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Unsere neuen Regionalwirtschaftlichen Profile zeigen, dass die Regionen Düsseldorf und Köln/Bonn besonders stark von Dienstleistungen bestimmt sind. Aber auch im Ruhrgebiet, früher stark durch Kohle und Stahl geprägt, arbeiteten zuletzt drei von vier Beschäftigten bei Dienstleistern.“
Jobmotor Gesundheits- und Sozialwesen
Landesweit waren im Jahr 2024 74,7 Prozent aller Beschäftigten in den Dienstleistungsbereichen tätig. Besonders dynamisch entwickelte sich das Gesundheits- und Sozialwesen, in dem es 287.000 Stellen mehr gab als zehn Jahre zuvor. Auf das Verarbeitende Gewerbe beziehungsweise die Industrie entfielen zuletzt noch 19,6 Prozent der Beschäftigung. Regionale Industriezentren waren Südwestfalen und Ostwestfalen-Lippe. Hier arbeiteten 37,2 beziehungsweise 28,5 Prozent der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe. Die Landwirtschaft erreichte nur noch im Münsterland und am Niederrhein einen Anteil von über einem Prozent.
Starker Arbeitsmarkt im Münsterland
Die Beschäftigungsentwicklung zwischen 2014 und 2024 verlief in allen Regionen des Landes positiv. Den stärksten Zuwachs gab es im Münsterland mit 21,9 Prozent. Auch in Düsseldorf und in Köln/Bonn waren die Zuwächse stark. Die Arbeitslosenquote stieg zuletzt trotzdem an. So sorgte die anhaltende Wirtschaftsschwäche in den Jahren 2023 und 2024 für einen Anstieg der Quote von 6,8 auf 7,5 Prozent. Das Münsterland sowie Südwestfalen und Ostwestfalen-Lippe wiesen Arbeitslosenquoten deutlich unter dem Landesdurchschnitt auf, während sie im Ruhrgebiet und im Bergischen Städtedreieck überdurchschnittlich hoch waren. Dieses räumliche Muster ist bereits seit Jahren zu beobachten.
Kaufkraft in Düsseldorf am höchsten
Die Verfügbarkeit und die Qualität der Arbeitsplätze hatten wesentlichen Einfluss auf die Kaufkraft einer Region. In Düsseldorf waren die Nettoeinkünfte je Einwohner mit Abstand am höchsten. Sie lagen hier 15,0 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Es folgte Köln/Bonn. In beiden Regionen waren es primär hochbezahlte Dienstleistungsberufe, welche die Kaufkraft stärkten. Das Ruhrgebiet verzeichnete die niedrigsten Nettoeinkünfte. Der Grund: die hohe Arbeitslosigkeit. Mit Mülheim an der Ruhr sowie den Kreisen Wesel, Unna und Ennepe-Ruhr gab es im Ruhrgebiet aber auch kaufkraftstarke Teilregionen.
Neben der Kaufkraft ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ein wichtiger Indikator für den Wohlstand einer Region. In Nordrhein-Westfalen stieg es zwischen 2013 und 2023 um 35,8 Prozent. Die Entwicklung verlief in allen Regionen des Landes positiv. Am stärksten fiel das Plus in Aachen aus mit 40,6 Prozent. Auch im Münsterland, in Düsseldorf, in Ostwestfalen-Lippe und am Niederrhein war das Wirtschaftswachstum überdurchschnittlich.
Profile für alle neun Wirtschaftsregionen
Mit den „Regionalwirtschaftlichen Profilen“ der NRW.BANK erhalten investierende Personen, Unternehmen und kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger hilfreiche Informationen für ihre jeweilige strategische Ausrichtung. Analysiert werden beispielsweise die Bevölkerungsentwicklung, das Wirtschaftswachstum, die Forschungsintensität und das Gründungsgeschehen. Die Profile geben damit einen Überblick über wichtige sozioökonomische Strukturen und Trends für die neun Wirtschaftsregionen Nordrhein-Westfalens: Aachen, Bergisches Städtedreieck, Düsseldorf, Köln/Bonn, Metropole Ruhr, Münsterland, Niederrhein, Ostwestfalen-Lippe und Südwestfalen.
Alle regionalen Profile stehen unter www.nrwbank.de/regionale-wirtschaftsprofile zum Download bereit. Hier gibt es außerdem ein Profil für ganz NRW, das einen Vergleich der neun Wirtschaftsregionen miteinander ermöglicht.
Die Presseinformationen zu den Profilen der neun Wirtschaftsregionen Nordrhein-Westfalens finden Sie hier:
NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

