Düsseldorf/Münster, 15. April 2026
Zwischen 2014 und 2024 verzeichnete das Verarbeitende Gewerbe in Ostwestfalen-Lippe einen deutlichen Beschäftigungsaufbau von 17.300 zusätzlichen Stellen. Die Entwicklung in der Region steht im Gegensatz zum Landestrend: In Nordrhein-Westfalen insgesamt ging die Zahl der Industriearbeitsplätze zurück (-3,1%). Das sind Ergebnisse aus dem Regionalwirtschaftlichen Profil für Ostwestfalen-Lippe, das die NRW.BANK jetzt in einer aktualisierten Auflage veröffentlicht hat.
„In Ostwestfalen-Lippe ist die Industrie die größte Arbeitgeberin und erwirtschaftet zudem jeden vierten Euro“, sagt Johanna Antonie Tjaden-Schulte, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK. „Zugleich ist sie ein zentraler Innovationstreiber. Das zeigt sich auch daran, dass die Unternehmen in der Region ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte auf 1,2 Milliarden Euro gesteigert haben. Der Output: In keiner Region in NRW werden mehr Patente je Einwohner angemeldet.“
Mehr Geld für Innovationen
Die Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe gaben nominal jedes Jahr mehr Geld für die betriebsinterne Forschung und Entwicklung aus. 2023 summierten sich ihre Investitionen auf 1,2 Milliarden Euro, während es 2007 noch 774 Millionen Euro waren. Gemessen an der Wirtschaftsleistung gingen die Aufwendungen jedoch zurück. Mit 1,3 Prozent lagen sie 2023 erstmals seit 2007 leicht unter dem Landesdurchschnitt von 1,4 Prozent. Der Personaleinsatz blieb dagegen überdurchschnittlich hoch: 9,1 Vollzeitstellen je 10.000 Erwerbstätigen gegenüber 7,0 im Land.
Landesweit höchster Forschungsoutput
Die Patentintensität zeigte, dass sich die Forschungsanstrengungen der regionalen Wirtschaft auszahlten. So gab es in Ostwestfalen-Lippe im Jahr 2022 148 Patentanmeldungen je 100.000 Beschäftigten (NRW: 85). In keiner anderen Region in Nordrhein-Westfalen waren es mehr. Vor allem die Kreise Gütersloh und Lippe lagen deutlich über dem Landesdurchschnitt. Insgesamt war aber in den meisten Kreisen in Ostwestfalen-Lippe eine hohe Zahl an Patentanmeldungen und damit eine hohe Innovationskraft festzustellen.
Mit den Regionalwirtschaftlichen Profilen der NRW.BANK erhalten investierende Personen, Unternehmen und kommunale Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger hilfreiche Informationen für ihre jeweilige strategische Ausrichtung. Analysiert werden beispielsweise die Bevölkerungsentwicklung, das Wirtschaftswachstum, die Forschungsintensität und das Gründungsgeschehen. Die Profile geben damit einen Überblick über wichtige sozioökonomische Strukturen und Trends für die neun Wirtschaftsregionen Nordrhein-Westfalens: Aachen, Bergisches Städtedreieck, Düsseldorf, Köln/Bonn, Metropole Ruhr, Münsterland, Niederrhein, Ostwestfalen-Lippe und Südwestfalen.
Alle regionalen Profile stehen unter www.nrwbank.de/regionale-wirtschaftsprofile zum Download bereit. Hier gibt es außerdem ein Profil für ganz NRW, das einen Vergleich der neun Wirtschaftsregionen miteinander ermöglicht.
NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

