Düsseldorf/Münster, 30. Mai 2022

Trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und dem Krieg in der Ukraine zeigt sich die nordrhein-westfälische Wirtschaft robust: Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima hat sich im Mai den zweiten Monat in Folge aufgehellt. Die Unternehmen bewerteten vor allem ihre aktuellen Geschäfte merklich besser als noch im April. Im Hinblick auf ihre Geschäftserwartungen sind sie jedoch unverändert skeptisch.

„Auffällig ist die große Differenz zwischen der guten Geschäftslage einerseits und der skeptischen Erwartungshaltung der Unternehmen andererseits, was auf eine hohe Unsicherheit in der Wirtschaft hindeutet“, sagt Eckhard Forst, Vorsitzender des Vorstands der NRW.BANK. „Die Situation erinnert stark an den Beginn der Corona-Pandemie im März 2020. Allerdings sehen wir anders als damals aktuell keine Anzeichen für eine Rezession. Die Konjunktur ist robust. Wir erleben einen postpandemischen Nachholeffekt.“

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im Mai um 2,6 Saldenpunkte auf 7,2 Punkte gestiegen. Damit hat der Indikator zwar das zweite Mal in Folge zugelegt. Der kriegsbedingte Einbruch vom März ist damit aber noch nicht wettgemacht. Das jüngste Plus ging fast ausschließlich auf eine Verbesserung der aktuellen Geschäftslage zurück. Die Erwartungen der für das Konjunkturbarometer befragten Unternehmen veränderten sich kaum. Weiterhin ist eine große Mehrzahl von ihnen pessimistisch, was die nächsten sechs Monate betrifft.

Dienstleister: Gastgewerbe macht gute Geschäfte

Im Dienstleistungssektor verbesserte sich die Stimmung mit am stärksten. Die Dienstleister waren merklich zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Erstmals seit Ausbruch des Krieges waren die Unternehmen zudem wieder vorsichtig optimistisch, was die nächsten sechs Monate betrifft. Im Gastgewerbe kletterte das Geschäftsklima sogar auf ein neues Allzeithoch. Die Branche profitiert besonders von dem Ende der Corona-Beschränkungen.

Industrie: Deutliches Stimmungsplus bei Autobauern

Auch im Verarbeitenden Gewerbe legte der Konjunkturindikator merklich zu. Die aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen besser. Und auch die Geschäftserwartungen stiegen deutlich an. Allerdings überwiegt bei den Industriefirmen weiterhin die Skepsis mit Blick auf das kommende Halbjahr. Grund dafür ist die zuletzt schwächelnde Nachfrage. Das stärkste Stimmungsplus gab es in der chemischen Industrie und im Kraftwagenbau. In der Ernährungsindustrie hingegen sank das Klima sehr deutlich. Die Branche leidet unter den stark gestiegenen Lebensmittelpreisen.

Handel: Große Skepsis bei Einzelhändlern

Im Handel ist das Geschäftsklima nach zwei Rückgängen in Folge wieder gestiegen. Vor allem die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich. Bei den Erwartungen hielt der Abwärtstrend hingegen an. Insbesondere der Einzelhandel blickt sehr skeptisch auf die kommenden sechs Monate.

Bauwirtschaft: Branchenklima erholt sich

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Klima nach dem Absturz im April wieder deutlich erholt. Dies war auf eine Verbesserung der Erwartungen zurückzuführen. Gleichwohl bleibt die Mehrheit der Unternehmen pessimistisch. Ihre laufenden Geschäfte bewerteten die Baufirmen leicht schlechter.

  1. NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Mai 2022

    Trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und dem Krieg in der Ukraine zeigt sich die nordrhein-westfälische Wirtschaft robust: Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima hat sich im Mai den zweiten Monat in Folge aufgehellt. Die Unternehmen bewerteten vor allem ihre aktuellen Geschäfte merklich besser als noch im April. Im Hinblick auf ihre Geschäftserwartungen sind sie jedoch unverändert skeptisch.

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Hintergrund
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Hierfür werden monatlich etwa 1.500 Unternehmen aus dem Bundesland zu ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren Zukunftserwartungen befragt. Ihre Antworten werden exklusiv für die NRW.BANK ausgewertet.
  
Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.

Über die NRW.BANK

Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt ihren Eigentümer, das Land NRW, bei dessen struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben. In ihren drei Förderfeldern „Wirtschaft“, „Wohnraum“ und „Infrastruktur/Kommunen“ setzt die NRW.BANK ein breites Spektrum an Förderinstrumenten ein: von zinsgünstigen Förderdarlehen über Eigenkapitalfinanzierungen bis hin zu Beratungsangeboten. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit allen Banken und Sparkassen in NRW zusammen. In ihrer Förderung berücksichtigt die NRW.BANK auch bestehende Angebote von Bund, Land und Europäischer Union.

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