Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft – Zuschuss und Kredit

Fördernehmer:
Gewerbliche Unternehmen; Freie Berufe; Land-/Forst-/Fischereiwirtschaft
Förderthemen:
Energieeffizienz; Erneuerbare Energien
Förderart:
Zuschüsse; Darlehen
Fördergeber:
Bund (KfW, LR …)
Ansprechpartner:
Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA); KfW Bankengruppe

In aller Kürze

Finanzierung von Vorhaben zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Einsatz erneuerbarer Wärme-Technologien in der Wirtschaft.

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind:

  • private Unternehmen,
  • kommunale Unternehmen,
  • Angehörige der Freien Berufe,
  • Contractoren, die Maßnahmen für ein antragsberechtigtes Unternehmen durchführen, und
  • Landwirte.

Verwendungszweck

Gefördert werden:

  • Querschnittstechnologien: investive Einzelmaßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen durch den Einsatz von hocheffizienten und am Markt verfügbaren Technologien,
  • Maßnahmen zur Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien (Solarkollektoranlagen, Biomasse-Anlagen, Wärmepumpen),
  • Erwerb und Installation von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und Sensorik sowie Erwerb und Installation von Energiemanagement-Software und Schulung des Personals durch Dritte im Umgang mit der Software,
  • investive Maßnahmen zur energetischen Optimierung von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen, die zur Erhöhung der Energieeffizienz bzw. zur Senkung des fossilen Energieverbrauchs in Unternehmen beitragen.

Die Förderung erfolgt technologieoffen und branchenübergreifend. Sie kann wahlweise als direkter Zuschuss oder als Tilgungszuschuss in Verbindung mit einem Kredit der KfW Bankengruppe beantragt werden.

Umfang und Konditionen

  • Förderart: wahlweise Zuschuss oder Darlehen mit Tilgungszuschuss
  • Förderumfang: 30%, bei Maßnahmen zur Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien 45% der förderfähigen Kosten, kleine und mittlere Unternehmen erhalten zusätzlich einen Bonus in Höhe von 10%
  • Förderhöhe: bei Querschnittstechnologien bis zu 200.000 € pro Vorhaben, in den anderen Modulen max. 10,0 Mio. € pro Vorhaben
  • Darlehensumfang: bis zu 100% der förderfähigen Kosten, i.d.R. bis zu 25,0 Mio. € pro Vorhaben
  • Zinssatz: siehe aktuelle Konditionen
  • Kreditlaufzeit/Tilgungsfreijahre:
    • 2 bis zu 5 Jahre Kreditlaufzeit bei höchstens 1 tilgungsfreien Anlaufjahr
    • 2 bis zu 10 Jahre Kreditlaufzeit bei höchstens 2 tilgungsfreien Anlaufjahren
    • 2 bis zu 20 Jahre Kreditlaufzeit bei höchstens 3 tilgungsfreien Anlaufjahren
  • Auszahlung: 100% in einer Summe oder in Teilbeträgen
  • Abruffrist/Bereitstellungsprovision:
    • bis zu 12 Monate nach Zusage
    • ab dem 7. Monat nach Darlehenszusage 0,25% pro Monat
  • Tilgung:
    • nach Ablauf der tilgungsfreien Anlaufjahre in vierteljährlichen Raten
    • außerplanmäßige Tilgungen nur gegen Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung
  • Sicherheiten: banküblich, Art und Höhe sind mit der Hausbank zu vereinbaren

Kumulation/Kombination

Die Förderung in diesem Produkt schließt die Inanspruchnahme weiterer staatlicher Beihilfen – einschließlich Beihilfen nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) – für dieselbe Maßnahme aus.

Vor der Planung und Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen wird empfohlen, eine Energieberatung durchzuführen. Hierfür stehen die Beratungsprogramme Energieberatung im Mittelstand und Energieberatung für Nichtwohngebäude von Kommunen und gemeinnützigen Organisationen bereit.

Voraussetzungen

Die Investitionsmaßnahmen müssen in Deutschland durchgeführt werden und sind nach Inbetriebnahme mind. 3 Jahre zweckentsprechend zu betreiben.

Die in den Merkblättern definierten technischen Mindestanforderungen sind einzuhalten.

Nicht gefördert werden

  • Maßnahmen, zu deren Durchführung ein Gesetz oder eine behördliche Anordnung verpflichtet,
  • begonnene Maßnahmen,
  • Maßnahmen, die die Gebäudesubstanz betreffen,
  • Maßnahmen, die die landwirtschaftliche Primärproduktion betreffen (außer Maßnahmen zur Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien),
  • der Erwerb gebrauchter Anlagen sowie neuer Anlagen mit überwiegend gebrauchten Anlagenteilen,
  • Forschungs- und Entwicklungsvorhaben,
  • Eigenleistungen des Antragstellers sowie Technologien und Produkte, die vom Antragsteller selbst hergestellt werden,
  • Personal- und Betriebskosten, Herstellungskosten, Steuern, Umlagen und Abgaben des Antragstellers,
  • Energieeinsparungen, die durch Reduktion der Produktion erzielt werden,
  • Energieeinsparungen, die durch den Ersatz von Energieträgern durch fossile Energieträger erzielt werden,
  • Fahrzeuge für den Transport außerhalb des Betriebsgeländes,
  • Neuanlagen zur Wärmeerzeugung aus Kohle oder Öl,
  • Treuhandkonstruktionen,
  • sog. In-Sich-Geschäfte, wie zum Beispiel der Erwerb aus dem Eigentum des Ehegatten bzw. Lebenspartners, Vermögensübertragungen/-verschiebungen zwischen Unternehmen einer Unternehmensgruppe oder im Rahmen von Betriebsaufspaltungen oder zwischen Kapitalgesellschaften und deren Gesellschaftern,
  • Maßnahmen, die nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden können.

Für Contractoren gelten zusätzliche Voraussetzungen.

Antragsverfahren

Anträge für Zuschüsse sind vor Beginn des Vorhabens über das elektronische Antragsformular beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu stellen.

Anträge für Darlehen mit Tilgungszuschüssen sind vor Beginn des Vorhabens unter Verwendung der vorgesehenen Formulare bei der jeweiligen Hausbank zu stellen. Diese leitet die Anträge weiter an die KfW Bankengruppe weiter.

Quelle

Richtlinie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) vom 26.03.2019, Bundesanzeiger Amtlicher Teil vom 29.03.2019, B2; Pressemitteilung des BMWi vom 02.01.2019; Merkblatt der KfW Bankengruppe, Stand 01.04.2019; KfW-Information vom 03.04.2019

Konditionenübersicht für Endkreditnehmer der KfW Bankengruppe

Kontakt

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Referat 526 - Energieaudit, Querschnittstechnologien

Frankfurter Straße 29-35

65760 Eschborn

Telefon:0 6196 908-1883

E-Mail: foerderung@bafa.bund.de

Internet: https://www.bafa.de

KfW Bankengruppe

Palmengartenstraße 5-9

60325 Frankfurt am Main

Hotline:0 800 539-9001 (Gründer und Mittelstand)

Telefon:0 69 7431-0

Fax:0 69 7431-2944

E-Mail: info@kfw.de

Internet: https://www.kfw.de

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