Nach den deutlichen Einbußen der vergangenen Monate hat sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Juli branchenübergreifend erholt. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen günstiger als noch im Vormonat. Der Stimmungsanstieg signalisiert, dass die Voraussetzungen für eine konjunkturelle Erholung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft gegeben sind.
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im Juli merklich gestiegen. Mit einem Plus von 4,7 Punkten auf -12,4 Saldenpunkte wurde knapp die Hälfte des durch den Iran-Krieg ausgelösten Rückgangs aufgeholt. Besonders positiv entwickelten sich die Geschäftserwartungen der nordrhein-westfälischen Unternehmen: Sie legten um 5,8 Punkte auf -17,5 Zähler zu. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten die befragten Unternehmen deutlich besser als im Vormonat. Der entsprechende Umfragewert stieg um 3,4 Punkte auf -7,2 und erreichte damit den höchsten Stand seit April 2025.
Die jüngste Aufhellung der Stimmung ist ein ermutigendes Signal, markiert jedoch noch nicht den Beginn eines stabilen Aufschwungs – zumal der Ölpreisanstieg der vergangenen zwei Wochen in den Unternehmensantworten noch nicht berücksichtigt ist. Gleichwohl zeigt das Stimmungsplus, dass generell Potenzial für einen Aufschwung besteht. Bleibt die Straße von Hormus dauerhaft offen und stabilisieren sich die Energiepreise, dürfte die Wirtschaft wieder an Dynamik gewinnen. Bis dahin könnte die Stimmung aber schwankungsanfällig bleiben.
Im Dienstleistungssektor hat sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima unter allen vier untersuchten Branchen am stärksten aufgehellt: Der Konjunkturindikator stieg um 6,3 auf -6,9 Punkte. Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage besser als zuvor. Auch ihre Erwartungen an die nächsten sechs Monate legten spürbar zu. Zugleich berichteten die Dienstleistungsunternehmen bereits den dritten Monat in Folge über steigende Umsätze.
Auch im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima spürbar verbessert. Der Indikator stieg um 6,2 Punkte auf -14,8 Saldenpunkte. Besonders kräftig legten die Erwartungen der Industrieunternehmen zu. Zugleich wurde die aktuelle Lage angesichts einer lebhafteren Nachfrage günstiger beurteilt. In den einzelnen Industriebranchen verlief die Entwicklung jedoch uneinheitlich: Während sich die Stimmung in den zwei Metallbranchen und im Maschinenbau deutlich aufhellte, verschlechterte sie sich in der für Nordrhein-Westfalen besonders bedeutsamen chemischen Industrie erheblich. Dort fiel das Stimmungsbild sogar auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise im Jahr 2009. Der Preisdruck ging derweil in fast allen Industriebranchen erneut zurück.
Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima leicht verbessert. Der Indikator stieg um 1,0 auf -19,2 Punkte. Die befragten Bauunternehmen bewerteten ihre Erwartungen an die kommenden sechs Monate besser. Die aktuelle Lage wurde hingegen leicht schlechter beurteilt. Besonders deutlich stieg das Geschäftsklima im Tiefbau. Dagegen trübte sich die Stimmung im Wohnungsbau etwas ein.
Im Handel hellte sich das Geschäftsklima leicht um 0,7 auf -23,1 Punkte auf. Ausschlaggebend hierfür war eine günstigere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage, während die Erwartungen gegenüber dem Vormonat unverändert blieben. Das Stimmungsplus ging ausschließlich auf den Einzelhandel zurück; im Großhandel trübte sich das Geschäftsklima dagegen leicht ein.



