Mit der 2003 neu gebauten Abfüllanlage wollte das Familienunternehmen Hövelmann vor allem den Absatz von Getränken ihrer Marke Sinalco steigern. Die traditionsreiche Limonade war in den 1990er Jahren ins Portfolio der Getränkegruppe mit Sitz in Duisburg-Walsum gekommen. Doch wegen zu geringer Abfüll- und Produktionskapazitäten stagnierte der Absatz. Schon damals überwog bei Hövelmann der Anteil von Mehrweg- gegenüber Einwegflaschen. Für seine Sinalco-Offensive entschied sich das Unternehmen für eine neue Anlage mit umweltfreundlichen PET-Mehrwegflaschen. Nach deren Inbetriebnahme stieg der Ausstoß an Sinalco innerhalb weniger Jahre von 300.000 Hektolitern auf 1,5 Millionen Hektoliter.
Zuschuss und Darlehen von der NRW.BANK
„Das war der Push, den wir uns erhofft hatten, damit konnten wir unsere Marktposition ausbauen“, sagt Edmund Skopyrla, Geschäftsführer der Getränkegruppe Hövelmann, die übrigens genauso alt ist wie die Marke Sinalco. Beide haben ihren Ursprung im Jahr 1905. Die Investition des Jahres 2003 gehörte zu der bis dato höchsten in der Firmengeschichte. Sie betrug rund 33,6 Millionen Euro. Das Geld floss nicht nur in neue Abfüll-, Produktions- und Lagerhallen, sondern auch in neue Kisten und Flaschen, um den Mehrweg-Kreislauf in Bewegung zu halten. Die NRW.BANK förderte die Investition mit insgesamt 14,36 Millionen Euro. Dabei handelte es sich um einen Zuschuss aus dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm (Anm. d. Red.: Das Programm heißt seit dem 15.4.2026 „Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur‘“) in Höhe von 1,86 Millionen Euro und einen Förderkredit aus dem Landesumweltprogramm über 12,5 Millionen Euro.
Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen
Hövelmann expandierte und investierte zu einer Zeit, in der das Ruhrgebiet den Strukturwandel immer stärker zu spüren bekam. So war auch die Zukunft der Zeche Walsum, des damals größten Arbeitgebers im Duisburger Norden, ungewiss. Mit dem Zuschuss aus dem Wirtschaftsförderungsprogramm verpflichtete sich Hövelmann zum Erhalt vorhandener und der Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Die Zeche hat mittlerweile lange geschlossen, und auch andere Unternehmen sind nicht mehr vor Ort. Hövelmann ist nun der größte Arbeitgeber im Stadtteil, der auch für regionale Handwerksbetriebe und Zulieferer eine wichtige Rolle spielt. Zu der Getränkegruppe zählen aktuell auch Römerwall, Burgwallbronn und Staatl. Fachingen. Das Unternehmen beschäftigt über alle Standorte hinweg insgesamt rund 630 Mitarbeiter und gehört in Deutschland zu den zehn größten Mineralbrunnen. „Ohne die Investitionen im Jahr 2003 hätte unser Unternehmen diese positive Entwicklung nicht nehmen können“, sagt Hövelmann-Geschäftsführer Edmund Skopyrla. „Und die Investitionen waren wiederum nur mit der öffentlichen Förderung der NRW.BANK möglich.“





