Nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre, Kommunikationswissenschaften und Soziologie wollte Melanie Baum zunächst für einige Jahre bei einer Unternehmensberatung arbeiten. Die Idee zur Nachfolge hatte sie jedoch damals schon im Hinterkopf. „Nach der Finanzkrise 2008 bat mein Vater mich, ihn bei der Strategiearbeit zu unterstützen. Ich konnte vieles an der Uni gelernte im Unternehmen umsetzen“, sagt sie. Ein Jahr später begann sie dann ein auf drei Jahre angelegtes klassisches Traineeprogramm, um sämtliche betriebliche Bereiche kennenzulernen.
„Mein Vater ermutigte mich, meine Ideen auszuprobieren. Ich sollte Erfahrungen sammeln. Auch Fehler würden dazugehören“, so Melanie Baum. „Es gab einiges, was in dem über Jahre gewachsenen Unternehmen noch fehlte. Ich entwickelte das Personalmanagement, den Vertrieb und das Marketing weiter.“ Die Baums vereinbarten zusammen mit einem Unternehmensberater feste Regeln und Meilensteine. Nach zwei Jahren wurde Bilanz gezogen und Melanie Baum entschloss sich endgültig zur Nachfolge des Vaters. „Ich habe gemerkt, dass ich Unternehmerin bin“.
Respekt und Auszeichnungen für die Leistung als Unternehmerin
Melanie Baum wurde sofort in die Verantwortung genommen und rückte in die Geschäftsleitung auf. „Wer ein Unternehmen übernehmen will, sollte nicht nur die Kritikkeule schwingen, sondern selber etwas machen“, so ihr Rat. Sie übernahm zunächst Aufgaben im Management, ihr Vater kümmerte sich als Vollbluttechniker um innovative Produktionsverfahren. Dass sie jung, Tochter des Chefs und als Frau in einer eher von Männern geprägten Branche tätig wurde, waren nur anfängliche Probleme. „Respekt bei Mitarbeitern, Kunden und Banken verdient man sich durch Leistung“, lautet ihr Fazit.
Das Engagement der Entrepreneurin aus dem Ruhrgebiet hat sich herumgesprochen. Zu den Würdigungen gehören die Auszeichnung als „Unternehmensnachfolgerin des Jahres“, vergeben vom Verband deutscher Unternehmerinnen, und der „Große Preis des Mittelstandes“, den die Oskar-Patzelt-Stiftung jährlich auslobt. In einem Ranking der Fachzeitschrift „Markt und Mittelstand“ gehört Melanie Baum zu den „100 wichtigsten Frauen im Mittelstand“. Und kürzlich berief sie das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium in den „Beirat für die Junge Digitale Wirtschaft NRW“.

