Neue Ideen statt Copy and Paste

Die Übernahme einer Firma ist vergleichbar mit ihrer Gründung. Das weiß auch Frank Grossmann, der sich mit dem Kauf eines Traditionsunternehmens seinen Traum von der Selbstständigkeit erfüllen konnte – unter anderem mit dem Förderprogramm NRW.BANK.Gründungskredit.

Frank Grossmann
Frank Grossmann

Frank Grossmann steht in der weitläufigen Halle zwischen den Hochregalen mit bunten Papierstapeln – in seinem neuen Reich. Nach Jahrzehnten als leitender Angestellter in der Papier- und Kartonbranche wollte er mit dem Kauf eines Unternehmens endlich sein eigenes Ding machen. Gemeinsam mit einem Berater suchte er nach einem geeigneten Übernahmekandidaten und wurde schließlich in Mönchengladbach fündig, wo die L. Jansen GmbH & Co. KG Buntpapierfabrik zum Verkauf stand. Die um 1890 gegründete Firma beliefert den Groß- und Fachhandel unter der Marke MarpaJansen weltweit mit Produkten aus Papier und Pappe für kreative Anwendungen.

Vom Plan zur Finanzierung zum Kauf

„Vom ersten Kennenlernen über die Finanzierung bis zur Unterschrift unter dem Kaufvertrag 2016 hat es etwa ein Jahr gedauert“, sagt Grossmann. „Möglich wurde dies durch einen soliden, detailliert ausgearbeiteten Businessplan. Denn ohne Plan keine Finanzierung, und ohne Finanzierung kein Kauf.“ Grossmann kombinierte für sein Vorhaben einen NRW.BANK.Gründungskredit mit Mitteln aus dem ERP-Kapital für Gründung, Eigenkapital des Gründers sowie einem Darlehen seiner Hausbank.

„Die Finanzierung aus vier verschiedenen Töpfen ist sinnvoll und gut durchdacht“, erklärt Claudia Brendt, Förderberaterin bei der NRW.BANK. „Denn wer neben einem NRW.BANK.Gründungskredit ausreichend eigene Mittel einsetzt, etwa 15 Prozent der benötigten Gesamtsumme, kann zusätzlich auf die ERP-Förderung im Form eines Nachrangdarlehens zugreifen. Dieses wird dem wirtschaftlichen Eigenkapital zugerechnet und verbessert damit das Rating des Unternehmens bei der Hausbank. Dies wiederum ermöglicht günstigere Konditionen beim Hausbankdarlehen. Eine runde Sache.

Sich behaupten im globalen Markt

Seit der erfolgreichen Übernahme ist Grossmann damit beschäftigt, das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Seine Strategie beruht auf drei Säulen: „Wir haben ins Marketing investiert und in diesem Zuge auch unseren gesamten Auftritt inklusive Logo und Website modernisiert. Das Produktmanagement wurde deutlich gestärkt, um mit unserer Produktpalette den Anforderungen von morgen gerecht zu werden. Und wir haben den Vertrieb reaktiviert, denn dieser ist entscheidend, weil wir uns in einem dynamischen, globalen Markt behaupten wollen – von Europa über Südamerika bis Japan, wo man trotz reicher eigener Expertise in der Papiermanufaktur auf unser Origami-Papier made in Germany setzt.“

Dialog macht kreativ

Grossmann fördert mit seinem offenen, dialogorientierten Führungsstil gezielt die Kreativität seiner Mitarbeiter, denn er weiß, wie wichtig neue, innovative Ideen für den Erfolg sind: „Ich will, dass die Leute stehen bleiben, wenn sie unsere Produkte sehen. Merchandising oder Lizenzgeschäfte mit Filmfiguren oder ähnlichem sind nicht interessant, wenn Sie der zehnte sind, der das macht. Und ich habe überhaupt keine Lust auf Copy and Paste.“ 

Stand: 5. April 2018

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