Aufschwung der NRW-Wirtschaft unterbrochen

NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Januar 2021

Die Stimmung in der nordrhein-westfälschen Wirtschaft hat sich im Januar deutlich eingetrübt. Die Unternehmen beurteilten sowohl die gegenwärtige Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate merklich schlechter. Die zweite Corona-Welle hat die Erholung der NRW-Wirtschaft vorläufig beendet.
 
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im Januar deutlich um 7,8 Saldenpunkte auf -4,4 Punkte gefallen. Nach zuletzt deutlichen Anstiegen befindet sich das Konjunkturbarometer damit etwa wieder auf dem Stand von Juli 2020. „Der in den letzten Monaten zu beobachtende Aufschwung der NRW-Wirtschaft ist unterbrochen worden“, sagt Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Aufgrund des erneuten Lockdowns war zu erwarten, dass die Unternehmen ihre Geschäftslage im Januar schlechter bewerten würden. Angesichts der Ausbreitung der hochinfektiösen Virusmutationen in Europa haben sich auch ihre Erwartungen für die kommenden Monate deutlich eingetrübt.“  
 
Handel blickt mit Skepsis auf die nächsten Monate
Den stärksten Einbruch verzeichnete der Handel. Erstmals seit Juni 2020 stuften die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als ungünstig ein. Die Skepsis im Hinblick auf die kommenden sechs Monate nahm erheblich zu. Besonders betroffen sind die Einzelhändler, bei denen das Geschäftsklima mit einem Minus von knapp 40 Punkten regelrecht kollabierte. Aufgrund der Beschränkungen kann der stationäre Einzelhandel kaum noch Umsatz erzielen, weshalb auch der Lagerbestand jüngst massiv zunahm. Bei den Großhändlern in NRW fiel der Stimmungseinbruch geringer aus, da der Lockdown die Branche nicht unmittelbar betrifft.
 
Stimmung bei den Dienstleistern hat sich eingetrübt
Auch bei den Dienstleistern verschlechterte sich das Klima merklich. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage vermehrt negativ. Zu ihren Geschäftserwartungen für das nächste halbe Jahr äußerten sie sich überwiegend skeptisch. Vor allem die Logistik in NRW berichtet von einem starken Auftragsrückgang. Im Gastgewerbe ist die Situation unverändert dramatisch. Einigermaßen behaupten konnte sich die Informations- und Kommunikationsbranche.
 
Industrie hofft auf zunehmendes Exportgeschäft
Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Klima nach zuletzt acht Anstiegen in Folge nur leicht eingetrübt. Dies war auf deutlich weniger optimistische Erwartungen der Industriefirmen zurückzuführen. Die aktuelle Lage bewerteten die Unternehmen sogar leicht besser als noch im Vormonat. Die Kapazitätsauslastung stieg zu Beginn des Jahres um 1,5 Prozentpunkte auf 81,8 Prozent. Sie liegt damit zwar immer noch unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Allerdings ist die Industrie in Nordrhein-Westfalen nun wieder ähnlich stark ausgelastet wie vor der Krise. Auch die Erwartungen an den Export hellten sich jüngst deutlich auf. Klarheit beim Brexit und der US-Präsidentschaft sowie der Impfstart bei den wichtigsten Handelspartnern führten zu einem vorsichtigen Optimismus in der deutschen Exportwirtschaft.
 
Bauwirtschaft weiter optimistisch
Die Bauwirtschaft erwies sich als stabiler Anker der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich im Januar das Geschäftsklima. Die Bauunternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage vermehrt günstig und der Pessimismus bezüglich des weiteren Verlaufs ließ leicht nach. Die positive Entwicklung ist allein dem Hochbau zu verdanken. Im Tiefbau trübte sich das Klima aufgrund rückläufiger Aufträge ein.

NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Januar 2021: Aufschwung der NRW-Wirtschaft unterbrochen

Hintergrund:

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Hierfür werden monatlich etwa 1.500 Unternehmen aus dem Bundesland zu ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren Zukunftserwartungen befragt. Ihre Antworten werden exklusiv für die NRW.BANK ausgewertet.

 

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.

  

Über die NRW.BANK

Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt ihren Eigentümer, das Land NRW, bei dessen struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben. In ihren drei Förderfeldern „Wirtschaft“, „Wohnraum“ und „Infrastruktur/Kommunen“ setzt die NRW.BANK ein breites Spektrum an Förderinstrumenten ein: von zinsgünstigen Förderdarlehen über Eigenkapitalfinanzierungen bis hin zu Beratungsangeboten. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit allen Banken und Sparkassen in NRW zusammen. In ihrer Förderung berücksichtigt die NRW.BANK auch bestehende Angebote von Bund, Land und Europäischer Union.

 

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Düsseldorf/Münster, 2. Februar 2021

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