Der Schulerweiterungsbau in Sankt Augustin ist eine Erfolgsgeschichte. Das beginnt schon beim Geld. Rund 25 Millionen Euro waren eingeplant. Tatsächlich sind die Kosten niedriger und betragen rund 22,5 Millionen Euro. „Ein Grund hierfür sind unsere sorgfältigen Planungen“, sagt Josefine Dedenbach, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Sport und Kultur der Stadt Sankt Augustin. „Wir haben sehr gründlich darüber nachgedacht, welche Anforderungen das Gebäude erfüllen muss. Deshalb gab es keine kostspieligen Planänderungen oder Nachforderungen.“
Gut ausgebildete junge Menschen sind entscheidend für die Zukunft Nordrhein-Westfalens. Deshalb fördert die NRW.BANK Investitionen in moderne Bildungsinfrastruktur. Ein Beispiel ist der Erweiterungsbau des Rhein-Sieg-Gymnasiums, mit dem die Stadt Sankt Augustin ihr schulisches Angebot seit dem Schuljahr 2026/2027 stärkt. Die zinsgünstigen Darlehen werden über den NRW.BANK.Social Bond refinanziert.


Ziel- und kundenorientierte Zusammenarbeit
Mit Beginn des Schuljahrs 2026/2027 verfügt das Rhein-Sieg-Gymnasium über gut 5.700 Quadratmeter mehr Fläche. Nach Jahren der Provisorien und räumlichen Enge kann die stark nachgefragte Schule rund 200 zusätzliche Plätze anbieten. Die NRW.BANK unterstützt den Erweiterungsbau mit zinsgünstigen Darlehen in Höhe von 9,8 Millionen Euro und trägt so ihren Teil zum Erfolg bei.
„Die Förderung der NRW.BANK ermöglicht den Kommunen eine im Vergleich zum privaten Kreditmarkt zinsvergünstigte Finanzierung wichtiger Investitionen in die Infrastruktur“, betont Josefine Dedenbach von der Stadt Sankt Augustin. „Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der NRW.BANK von uns als ziel- und kundenorientiert wahrgenommen. Die unabhängige, kompetente und stets engagierte Beratung schätzen wir sehr.“
Selbstbestimmtes Lernen


Notwendig geworden war der Schulerweiterungsneubau unter anderem durch die Rückkehr von G8 zu G9 – also von der acht- zur neunjährigen Schulzeit – und dem damit verbundenen erhöhten Raumbedarf. Mehr Platz erfordert auch der Plan, ab 2026 fünf Klassen pro Jahrgang einzurichten.
In dem neuen Gebäude befindet sich eine Mensa, die auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Hinzu kommen 17 Klassen- und Kursräume sowie drei Informatik- und fünf Biologiefachräume. Weiterhin gibt es so genannte Lernlandschaften, große Räume, die so gestaltet sind, dass sie sich für Gruppenarbeit eignen, aber auch Rückzugsbereiche für individuelles Lernen bieten. „Die Lernlandschaften unterstützen sehr gut das Dalton-Konzept, nach dem am Rhein-Sieg-Gymnasium unterrichtet wird“, erläutert Vincent Rau, Mitarbeiter im Fachdienst Schulverwaltung der Stadt. Bei dieser pädagogischen Methode geht es um selbstbestimmtes Lernen und Eigenverantwortung.
Auch die digitale Ausstattung soll das gute Lernen unterstützten. Das Gebäude hat eine lückenlose WLAN-Abdeckung, alle Räume verfügen darüber hinaus über kabelgebundene Zugänge. Die Unterrichtsräume sind mit großformatiger Präsentationstechnik ausgestattet und in den Fluren hängen Info-Displays.
Ökologische Pluspunkte
Das clevere Raum- und Nutzungskonzept setzt sich auf dem Dach fort. Hier entstand ein Lehrgarten mit Versuchsfeldern und Hochbeeten für den Biologieunterricht im Freien. Ebenfalls auf dem Gebäude produziert eine 500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage grünen Strom für den Eigenbedarf.
Weitere ökologische Pluspunkte sind die Versorgung mit Fernwärme und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. „Wir haben neben den didaktischen Aspekten bewusst auf hohe energetische Standards geachtet“, so Wolf Kamprath, Architekt und Projektleitung der Stadt Sankt Augustin. Der Erweiterungsbau erreicht das Niveau eines Effizienzgebäudes 40 und benötigt rund 60 Prozent weniger Primärenergie als ein Standardneubau.
Investitionen in die Zukunft


„Die Schulerweiterung des Rhein-Sieg-Gymnasiums ist das größte städtische Bauprojekt seit 50 Jahren, als das Schulzentrum Niederpleis gebaut wurde“, hebt der Sankt Augustiner Bürgermeister hervor. Für Dr. Max Leitterstorf ist die Investition gleichwohl gerechtfertigt. „Es ist entscheidend, dass wir als Stadt in unsere Schulen investieren – in die Schulgebäude und in die Digitalisierung. Denn Investitionen in die Bildung unserer Kinder sind Investitionen in die Zukunft.“
Der Anteil der NRW.BANK an diesen Zukunftsinvestitionen stammt aus Förderprogrammen, die mittlerweile in dem neuen Angebot NRW.BANK.Kommunal gebündelt sind. „Mit dem Einsatz der neuen Produktfamilie NRW.BANK.Kommunal und den besonders attraktiven Konditionen für die Bereiche Bildung und Klima kann die Finanzierung solch wichtiger Infrastrukturprojekte deutlich vergünstigt werden“, sagt Lukas Michels, Kundenbetreuer im Bereich öffentliche Kunden der NRW.BANK. „Zusätzlich ergibt sich über die individuell wählbaren Angebote hinsichtlich Laufzeit und Zinsbindung von bis zu 30 Jahren erheblicher Gestaltungsspielraum bei der Erstellung eines ganzheitlichen Finanzierungskonzeptes.“
Lukas Michels berät die Stadt Sankt Augustin schon einige Jahre bei der Finanzierung ihrer Infrastrukturprojekte. Allein zwischen 2023 und 2025 hat die Kommune drei Grundschulen und eine Gesamtschule mit Hilfe der NRW.BANK modernisiert. „Auch diese Projekte sind gute Beispiele für die Verbesserung der Bildungsinfrastruktur in einer Kommune und für den Einsatz unserer Förderprogramme“, so Michels. „Allgemein tragen wir dazu bei, dass die Kommunen ihre Gesamthaushalte effizient und flexibel finanzieren können.“
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Was sind Social Bonds?
Als haushaltsunabhängiges Förderinstitut nutzt die NRW.BANK verschiedene Kapitalmarktinstrumente, wie thematische Anleihen, um ihre Förderaktivitäten am internationalen Kapitalmarkt zu refinanzieren. Aufbauend auf ihrem sozial nachhaltigen Fördergeschäft begibt sie Social Bonds und ermöglicht Investorinnen und Investoren, an Projekten mit besonderem sozialem Nutzen teilzuhaben, zum Beispiel zur Förderung bezahlbaren Wohnraums, schulischer Bildung, Maßnahmen im Gesundheitswesen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen.
Stand: 12.10.2026
NRW.BANK.Kommunal
- Zinsgünstige Darlehen bis 150 Mio. € pro Jahr und Antragsteller(in) mit einem Finanzierungsanteil von bis zu 100%
- Für Kommunen, kommunale rechtlich unselbstständige Eigenbetriebe und Gemeindeverbände, Anstalten des öffentlichen Rechts (AöR)
- Finanziert Investitionen in die kommunale Infrastruktur

