Liebe Leserinnen und Leser,

in unserem aktuellen Newsletter legen wir einen Schwerpunkt auf Südamerika. Wir stellen Ihnen Marktchancen vor, die sich aus dem EU-Mercosur-Abkommen ergeben. Zudem berichten wir über interessante Förderinstrumente in Peru. Außerdem erfahren Sie, auf welche vielfältigen Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten Sie bei Investitionen in der Ukraine zurückgreifen können.

Ihre EU- und Außenwirtschaftsförderung der NRW.BANK

EU-Mercosur-Abkommen

Chancen für deutsche Exportunternehmen
Mit dem Handelsabkommen senken die EU und die Mercosur-Staaten schrittweise rund 90 Prozent ihrer gegenseitigen Einfuhrzölle oder heben sie vollständig auf. Welche Folgen hat das für deutsche Exporte?

Grundsätzlich stärkt das Handelsabkommen die wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Weltregionen und sorgt für verlässliche Handelsbeziehungen. Der Mercosur-Raum, dem Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay angehören, bietet diesbezüglich Stabilität, was in Zeiten globaler Krisen und Instabilitäten von großer Bedeutung ist. 

Für Unternehmen eröffnen sich neue Markt- und Absatzchancen.

Exportunternehmen können in der EU-Datenbank Access2Markets prüfen, welche Zollsätze für ihre Produkte vorgesehen sind.

Darüber hinaus schafft das EU-Mercosur-Abkommen den rechtlichen Rahmen für die Teilnahme deutscher Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen in dem lateinamerikanischen Wirtschaftsraum. Transparente Ausschreibungsverfahren und die Gleichstellung von in- und ausländischen Unternehmen sorgen für weitere Geschäftschancen.

Unternehmen, die sich für die lateinamerikanischen Märkte interessieren, können sich der Erkundungsreise Mercosur anschließen, die vom 9. bis13.11.2026 stattfindet. Die Auslandshandelskammern (AHK) Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay organisieren diese Unternehmerreise. Nähere Hinweise dazu bietet die Homepage der AHK Argentinien.

Weiterführende Informationen zum EU-Mercosur-Abkommen finden Sie auf einer Sonderwebseite der German Trade & Invest zum EU-Mercosur-Abkommen.

Fördermöglichkeiten für Investitionen in Peru

Peru zählt zu den dynamischsten und investitionsoffensten Volkswirtschaften Lateinamerikas. Ein Freihandelsabkommen mit der EU erhöht die Marktchancen dort. Zudem setzt die peruanische Regierung gezielte Anreize, um Investitionen anzuziehen.

Steuerliche Anreize sind das zentrale Element der Investitionsförderung in Peru. So ermöglicht beispielsweise das Programm „Obras por Impuestos“ („Works for Taxes“) Unternehmen die Finanzierung öffentlicher Infrastrukturprojekte, die einen regionalen Mehrwert bieten, etwa im Straßenbau, Bildungs- oder Gesundheitswesen. Im Gegenzug erhalten sie Zertifikate in Höhe der Investitionskosten. Diese können mit der Körperschaftsteuer verrechnet werden und reduzieren damit die Steuerlast des Unternehmens.

Zudem gewährt der peruanische Staat Steuererleichterungen für einzelne Branchen, etwa durch Sonderabschreibungsregelungen oder Steuerkredite. Zum Beispiel können Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie bis 2028 einen Steuerkredit von 20 Prozent auf reinvestierte Gewinne erhalten. Auch Investitionen in erneuerbare Energien werden gezielt steuerlich begünstigt.

Darüber hinaus gibt es vier Sonderwirtschaftszonen Zed Paita, Zed Matarani, Zed Ilo und ZofraTacna, in denen Unternehmen von Steuer- und Zollvergünstigungen sowie vereinfachten Handels- und Importverfahren profitieren.

Schließlich bietet die internationale Einbindung des Landes einen großen Standortvorteil. Peru verfügt aktuell über 25 bilaterale Investitionsschutzabkommen, 23 Freihandels- und fünf wirtschaftliche Integrationsabkommen und verfolgt eine aktive Außenhandelspolitik zur Integration in globale Märkte.

Durch das Freihandelsabkommen zwischen Peru und der Europäischen Union entfallen viele Zölle und der Marktzugang wurde verbessert. Das erleichtert deutschen Unternehmen sowohl Investitionen in Peru als auch den Export dorthin.

Förderung von Vorhaben in der Ukraine

Für Investitionen in dem osteuropäischen Land stehen Unternehmen zahlreiche Finanzierungs- und Förderinstrumente zur Verfügung. Unterschiedliche öffentliche Institutionen bieten Darlehen, Zuschüsse, Absicherungsinstrumente sowie kostenfreie Beratung und Vernetzung an.

Einige dieser Fördermöglichkeiten stellen wir Ihnen im Folgenden vor:

Darlehen
Die KfW DEG bietet das Förderprogramm UkraineConnect an. Es richtet sich an deutsche und europäische Unternehmen, die in die Ukraine investieren möchten.  Das Programm finanziert Investitionen mit Darlehen von 250.000 Euro bis fünf Millionen Euro, in der Regel unbesichert. Die Laufzeiten liegen zwischen drei und sieben Jahren. Anträge nimmt die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) entgegen.

Zuschüsse
Im Zuge des Wiederaufbaus der Ukraine stellt das Förderprogramm develoPPP Unternehmen für Projekte Zuschüsse zur Verfügung. Die Vorhaben in der Ukraine müssen tragfähig sein und einen entwicklungspolitischen Nutzen nach sich ziehen.  Zuschüsse werden von 100.000 bis zwei Millionen Euro gewährt, wenn Unternehmen mindestens die Hälfte der Investitionskosten übernehmen. Interessierte Unternehmen können Anträge auf Förderung online über die develoPPP-Plattform stellen.

Absicherung der Investition
Investitionsgarantien des Bundes sichern Investitionen deutscher Unternehmen gegen politische Risiken im Ausland ab. Für Ukraine-Anträge fallen bis Ende 2027 keine Antragsgebühren an.

Exportkreditgarantien des Bundes (sogenannte Hermesdeckungen) schützen Exportgeschäfte vor politischen und wirtschaftlichen Forderungsausfällen. Für die Ukraine stehen Deckungsmöglichkeiten auch für mittel- und langfristige Geschäfte zur Verfügung.

Beratung
Zahlreiche öffentliche Institutionen unterstützen und beraten Unternehmen bei Vorhaben in der Ukraine. So liefert die Außenwirtschaftsagentur des Bundes (German Trade & Invest) Marktanalysen, Projektübersichten, Ausschreibungen sowie Informationen zu Recht- und Zollfragen, Finanzierung, Absicherung und Kontakten. Die GTAI bietet auf ihrer Internetseite Ukraine Business Guide eine entsprechend breite Informationsbasis.

Das Enterprise Europe Network, ein von der EU-Kommission finanzierte Expertise-Netzwerk für kleine und mittlere Unternehmen, unterstützt beim Zugang zum ukrainischen Markt, bei der Suche nach Kooperationspartnern und bei der Nutzung von (EU-) Fördermitteln.

Der Service Desk Ukraine des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft berät deutsche Unternehmen bei der Planung ihrer Projekte und vernetzt sie in die ukrainische Wirtschaft und Verwaltung. Der InfoDesk Ukraine der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung hilft bei den Themen Förderung, Finanzierung und Ausschreibungen. Die Plattform Wiederaufbau Ukraine der Bundesregierung bietet Informationen, Austausch- und Vernetzungsmöglichkeiten.

Veranstaltungen

  • 08.09.2026 Zum Online-Seminar
    Quarterly Briefing Niederlande, Thema: Back to work; IHK Aachen
  • 08.09.2026 Zum Online-Seminar
    EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten – EUDR-Informationssystem in der Praxis, IHK Düsseldorf
  • 17.09.2026 Zum Online-Seminar
    Mitarbeiterentsendung in die USA, IHK Mittlerer Niederrhein
  • 16.02.2027 Zur Veranstaltung
    16.-18.02.2027: NRW-Gemeinschaftsstand auf der E-world energy & water, Essen. Anmeldeschluss: 30.09.2026.