Eine Kernaufgabe der NRW.BANK ist die Finanzierung öffentlicher Investitionen in moderne Infrastrukturen. Mithilfe des Programms NRW.BANK.Infrastruktur hat die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG 25 emissionsfreie Wasserstoffbusse in Betrieb genommen. Refinanziert wird das zinsgünstige Darlehen über den NRW.BANK.Green Bond.

Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG setzt auf klimafreundliche Wasserstoffbusse.

„Die Kommunen und kommunalen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen brauchen starke Finanzierungspartner, die mit den Herausforderungen vor Ort vertraut sind“, sagt Stefan Schmitz, Kundenbetreuer in der Abteilung öffentliche Kunden der NRW.BANK. „Das Beispiel der Wasserstoffbusse für die Duisburger Verkehrsgesellschaft zeigt, wie wir mit unseren Förderprogrammen passgenau auf die Bedürfnisse in den Städten und Gemeinden eingehen können.“

Stefan Schmitz steht in regelmäßigem Austausch mit der Stadt und ihren kommunalen Unternehmen, zu denen auch die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) gehört. Um einen wesentlichen Beitrag zu den lokalen Klimazielen zu leisten, investiert die DVG rund 40,5 Millionen Euro in Wasserstoffmobilität: Die 25 Busse wurden bereits in Betrieb genommen. Die erforderliche Wasserstoffinfrastruktur befindet sich aktuell im Bau. Die NRW.BANK beteiligt sich mit einem zinsgünstigen Darlehen in Höhe von 12 Millionen Euro aus dem Programm NRW.BANK.Infrastruktur, refinanziert über den NRW.BANK.Green Bond (siehe Kasten). Zu den weiteren Fördermitteln gehören Zuschüsse des Landes und des Bundes.

Flexible Förderbedingungen

Engagiert für die Mobilitätswende: Daniel Skara (links) und Dennis Schulte im Walde.

Das Programm NRW.BANK.Infrastruktur wendet sich neben öffentlichen auch an private Unternehmen. Einzelpersonen können ebenso antragsberechtigt sein. Gefördert werden Investitionen in die öffentliche und soziale Infrastruktur inklusive Anschaffung der dafür notwendigen Fahrzeuge. Die Konditionen sollen so attraktiv wie möglich sein, um den Weg hin zu einer klimafreundlichen und nachhaltigen Infrastruktur zu unterstützen.

„Im Vergleich zu den von uns geprüften klassischen Finanzierungsangeboten bietet das Programm NRW.BANK.Infrastruktur attraktive Konditionen und eine hohe Flexibilität“, erläutert Dennis Schulte im Walde, Referent für strategisches Finanzmanagement bei der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), zu der die Duisburger Verkehrsgesellschaft gehört. „Das Programm NRW.BANK.Infrastruktur bietet uns wertvolle finanzielle Spielräume wie zum Beispiel tilgungsfreie Jahre bei der Umsetzung des Projekts. Besonders hilfreich ist, dass wir Teilbeträge des Darlehens entsprechend dem tatsächlichen Projektfortschritt abrufen können.

Hohe Einsparungen bei CO2 und Stickoxiden

Die Anschaffung der 25 Wasserstoffbusse ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie, auf die sich die Stadt Duisburg und ihre kommunalen Unternehmen festgelegt haben. „Zu dieser Strategie gehört das Ziel, unseren kompletten Fuhrpark bis zum Jahr 2030 auf alternative, emissionsfreie Antriebe umzustellen“, sagt Daniel Skara, zuständiger Projektleiter für die Mobilitätswende bei der DVG. „Als Verkehrsgesellschaft mit 137.000 Fahrgästen pro Tag haben wir eine besondere Verantwortung für eine klimafreundliche Zukunft unserer Stadt.“

Durch den Einsatz der 25 Wasserstoffbusse werden im Vergleich zu den bisherigen Bussen mit Dieselantrieb rund 1.640 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Bei den Stickoxiden sind es 10,6 Tonnen weniger als zuvor. Der grüne Wasserstoff, der all das möglich macht, wird in Oberhausen hergestellt und von einem großen Abfüllwerk in Marl nach Duisburg transportiert. Die Wasserstoffbusse werden bislang an einer gemieteten mobilen Wasserstoff-Tankstelle betankt. Eine fest installierte Tankstelle soll die Wasserstoff-Versorgung für die gesamte Busflotte, die sukzessive auf alternative Antriebe umgestellt wird, sicherstellen. Die mit Fördermitteln finanzierte Anlage ist derzeit im Aufbau.

Für einen emissionsfreien Nahverkehr

Duisburg ist auf dem Weg zu einem emissionsfreien Personennahverkehr.

Was die Alltagstauglichkeit betrifft, sind die Wasserstoffbusse den Dieselfahrzeugen ebenbürtig: Mit beiden Antriebsarten lässt sich eine Reichweite von rund 400 Kilometern erzielen. Der Betankungsvorgang von etwa 20 Kilogramm Wasserstoff dauert rund zwölf Minuten und liegt damit im Vergleich zu einer Dieselbetankung weiterhin in einem vertretbaren Zeitrahmen. Die ersten Wasserstoffbusse sind seit März 2025 auf Duisburgs Straßen unterwegs. „Seitdem haben wir umfangreiche Erfahrungen im täglichen Linienbetrieb gesammelt. Insbesondere in der Einführungsphase waren die Antriebe noch anfälliger. Mit zunehmender Betriebserfahrung konnte die Zuverlässigkeit jedoch deutlich verbessert werden“, so Daniel Skara von der Duisburger Verkehrsgesellschaft.

Auch aufgrund dieser Erkenntnisse will die DVG auf dem Weg zu einem emissionsfreien Personennahverkehr weiter auf Wasserstoffbusse setzen. Geplant ist, dass bis Ende des Jahres 2028 insgesamt 80 Busse mit Wasserstoffantrieb in der Stadt am Rhein ihren Dienst tun.

„Das ist ein großartiges und nachhaltiges Projekt, das wir gerne weiterhin begleiten und das die Vielfalt der Themen in der Öffentlichen Daseinsvorsorge aufzeigt“, sagt Stefan Schmitz von der NRW.BANK. „Denn Zukunft entsteht vor Ort und diese wollen wir als NRW.BANK heute und morgen mit unserem ganzheitlichen Blick auf die Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten positiv mitgestalten.“

Stand: 29. Juli 2026

  • Was sind Green Bonds?

    Als haushaltsunabhängiges Förderinstitut nutzt die NRW.BANK verschiedene Kapitalmarktinstrumente, wie thematische Anleihen, um ihre Förderaktivitäten am internationalen Kapitalmarkt zu refinanzieren. Aufbauend auf ihrem ökologisch nachhaltigen Fördergeschäft begibt sie Green Bonds und ermöglicht Investorinnen und Investoren, an Projekten mit besonderem Klima- und Umweltnutzen teilzuhaben, zum Beispiel zur Förderung von klimafreundlicher Mobilität und Energieversorgung sowie Umweltschutzmaßnahmen.

NRW.BANK.Infrastruktur

  • Zinsgünstige Darlehen bis 50 Mio. € und einem Finanzierungsanteil von bis zu 100%
  • Für gewerbliche und öffentliche Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Angehörige der freien Berufe und private Investoren
  • Fördert Investitionen in die öffentliche und soziale Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen