Wie mit dem Programm NRW.BANK.Infrastruktur eine sozial nachhaltige Quartiersentwicklung gefördert wird, zeigt der Bau des Seniorenzentrums an der Elise-Stoffels-Straße im Neusser Süden. Die Einrichtung bündelt Pflege, Servicewohnen und Beratung an einem Standort. Betreiberin ist die Diakonie Rhein-Kreis Neuss. Das zinsgünstige Darlehen wird über den NRW.BANK.Social Bond refinanziert.

Das Seniorenzentrum im Neusser Stadtteil Norf ist Teil eines generationenübergreifendes Quartiers mit 234 Wohneinheiten

Seit 2022 bietet das neu gebaute Seniorenzentrum im Neusser Stadtteil Norf Unterstützung für ältere Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Pflegephasen. Wer noch in den eigenen vier Wänden lebt, kann sich in der Diakoniestation beraten lassen und den ambulanten Pflegedienst nutzen. Wächst der Unterstützungsbedarf, stehen Servicewohnen, Tages- und Kurzzeitpflege oder die vollstationäre Pflege zur Verfügung. „Im Alter verändern sich Lebenssituationen oft schrittweise. Mit unserem Angebot begleiten wir ältere Menschen in diesen Phasen und finden jeweils die passende Unterstützung“, sagt Bernd Gellrich, Vorstand der Diakonie Rhein-Kreis Neuss, die die Einrichtung betreibt.

Die NRW.BANK unterstützte den Bau mit einem Darlehen von rund zehn Millionen Euro aus dem Programm NRW.BANK.Infrastruktur, einer Förderung, die gezielt in soziale Infrastruktur mit breitem gesellschaftlichem Nutzen investiert. „Für uns sind Einrichtungen wie diese ein Paradebeispiel für eine funktionierende soziale Infrastruktur: Betreuung, Pflege, Wohnen, Beratung und Teilhabe kommen an einem Standort zusammen und ergänzen sich sinnvoll. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnen solche Projekte mehr und mehr an Bedeutung", sagt Serhat Selduez, Spezialist für Wirtschaftsförderung bei der NRW.BANK. Das zinsgünstige Darlehen wird über den NRW.BANK.Social Bond refinanziert (siehe auch Infokasten unten).

Generationenübergreifendes Wohnen

Freundliche Gemeinschaftsräume und gemeinsame Aktivitäten gehören zur Philosophie des Hauses

Realisiert wurde das Seniorenzentrum von der Neusser Bauverein GmbH. Es entstand auf einem rund 27.000 Quadratmeter großen Gelände an der Elise-Stoffels-Straße und ist Teil eines neuen Quartiers mit insgesamt 234 Wohneinheiten für unterschiedliche Einkommensgruppen, darunter öffentlich geförderte Mietwohnungen, freifinanzierte Angebote und Eigentumswohnungen.

„Von Anfang an haben wir das Seniorenzentrum als integralen Bestandteil eines offenen Mehrgenerationenquartiers geplant, das älteren Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht und zugleich Begegnungen und Teilhabe fördert“, sagt Dirk Reimann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Neusser Bauverein GmbH.

Geförderte soziale Infrastruktur

Die Umsetzung des Projekts erforderte neben einem tragfähigen Konzept auch eine verlässliche Finanzierung. „Gerade bei komplexen Quartiersentwicklungen mit sozialem Schwerpunkt ist eine enge Abstimmung zwischen Förderbank, Projektentwicklern und Trägern wichtig. Die reibungslose Unterstützung durch die NRW.BANK hat dazu beigetragen, Planungssicherheit zu schaffen und das Vorhaben verlässlich umzusetzen“, sagt Dirk Reimann vom Neusser Bauverein. „Das Projekt zeigt, wie moderne Quartiersentwicklung heute funktionieren kann: sozial durchmischt, barrierearm, generationenübergreifend und mit einer starken sozialen Infrastruktur.“

Dass die Angebote im Haus so gut zusammenwirken, hat mit der frühen Zusammenarbeit der Projektpartner zu tun. Bereits in der Planungsphase brachte die Diakonie ihre Erfahrung aus Pflege, Betreuung und Beratung ein. So konnten Anforderungen des späteren Betriebs berücksichtigt und baulich mitgedacht werden, etwa bei den Wegen im Haus oder der Aufteilung der Räume.

Aktiv im Viertel

Diakonie-Vorstand Bernd Gellrich war bereits in die Planungs- und Bauphase involviert

Neben 80 vollstationären Pflegeplätzen umfasst das Gebäude 30 Wohnungen mit seniorengerechtem Serviceangebot, Räume für die Tages- und Kurzzeitpflege sowie eine Diakoniestation. Im Erdgeschoss befinden sich zudem ein Nachbarschaftstreff mit Café und ein Gemeinschaftsraum. Ergänzt wird das Angebot durch begrünte Außenflächen mit Sitzgelegenheiten für ein geselliges Beisammensein. Rund 100 Mitarbeitende kümmern sich vor Ort um Pflege, Betreuung und Organisation.

„Das Seniorenzentrum versteht sich nicht als abgeschlossener Ort, sondern als Teil des sozialen Lebens in Norf“, sagt Diakonie-Vorstand Gellrich. „Nach Anmeldung können auch Gäste am Mittagstisch teilnehmen. Zudem pflegen wir enge Kontakte zu den örtlichen Vereinen und planen gemeinsame Veranstaltungen. Auf diese Weise bleibt das Seniorenzentrum eng mit dem Stadtteil verbunden.“

Zum generationenübergreifenden Konzept gehört auch die Nähe zur benachbarten Kindertagesstätte. Zwischen Kita und Pflegeeinrichtung gibt es einen regelmäßigen Austausch: Kinder besuchen die Seniorinnen und Senioren, und auch umgekehrt entstehen Kontakte in die Kita hinein. „Das Miteinander der Generationen wird nicht nur mitgedacht, sondern im Alltag gelebt. So entwickelt sich das Seniorenzentrum zu einem Ort der Begegnung“, erklärt Gellrich.

Für Serhat Selduez von der NRW.BANK zeigt das Seniorenzentrum, wofür das Programm NRW.BANK.Infrastruktur steht: „Ältere Menschen und ihre Angehörigen finden wohnortnah Unterstützung in unterschiedlichen Lebens- und Pflegesituationen, während zugleich die soziale Infrastruktur im Quartier gestärkt wird."

 

  • Was sind Social Bonds?

    Als haushaltsunabhängiges Förderinstitut nutzt die NRW.BANK verschiedene Kapitalmarktinstrumente, wie thematische Anleihen, um ihre Förderaktivitäten am internationalen Kapitalmarkt zu refinanzieren. Aufbauend auf ihrem sozial nachhaltigen Fördergeschäft begibt sie Social Bonds und ermöglicht Investorinnen und Investoren, an Projekten mit besonderem sozialem Nutzen teilzuhaben, zum Beispiel zur Förderung bezahlbaren Wohnraums, schulischer Bildung, Maßnahmen im Gesundheitswesen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

Stand: 03. Juni 2026

NRW.BANK.Infrastruktur

  • Zinsgünstige Darlehen bis 150 Mio. € und einem Finanzierungsanteil von bis zu 100%
  • Für gewerbliche und öffentliche Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Angehörige der freien Berufe und private Investoren
  • Fördert Investitionen in die öffentliche und soziale Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen