Für Eigentümer hat eine Immobilie mit dem Charme der guten alten Zeit besonderen Wert. Viele wollen die einzigartige Atmosphäre, Authentizität und Substanz lebendig halten. Wer in ein Baudenkmal investiert, lässt sich deshalb nicht allein von ökonomischen Überlegungen leiten. „Prägende Gebäude sollen erhalten bleiben. Sie dienen als ein kulturelles Gedächtnis. Wir fördern deshalb die Sanierung, die Renovierung oder den Umbau“, sagt Ingo Tebbe, Prokurist der NRW.BANK. Jeder ist angesprochen: Mittelständische Unternehmen, gemeinnützige Einrichtungen, Vereine, Stiftungen und Religionsgemeinschaften profitieren vom Programm NRW.BANK.Baudenkmäler genauso wie private Investoren. Nur muss es sich um ein Objekt handeln, das über eine erhaltenswerte Bausubstanz verfügt oder unter Denkmalschutz steht.
Ortshistorischer Kontext
Die NRW.BANK unterstützte mit dem Programm zum Beispiel die Neustrukturierung der Martinskirche in Beckum, Kreis Warendorf. Sie ist unter Denkmalschutz gestellt, weil sie den katholischen Kirchenbau nach 1945 dokumentiert. Beckum war Zentrum der deutschen Zementindustrie. Das spiegelt sich in der sichtbaren Betonkonstruktion, verschiedenen Sichtbetonoberflächen sowie Betonformsteinfenstern wider und zeigt den ortshistorischen Kontext, in dem die Kirche entstand.
Zentrale Lage
Im Schatten des Kirchturms hat die Heckmann Bauland und Wohnraum GmbH & Co. KG ein neues Quartier mit 56 Eigentumswohnungen auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern gebaut. „Wir haben hier eine geradezu ideale sehr zentrale Lage, fußläufig zum angrenzenden Westpark und der Innenstadt“, erklärt Franz Venker, Geschäftsführender Gesellschafter. Es lag nahe, den 2012 entweihten, gleichwohl erhaltenswerten Kirchenbau als Teil des Projekts mitzunutzen. Der Investor entschied sich, darin einen modernen Kindergarten einzurichten.
Gegen den Kitamangel
Der Hort bietet 65 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren seit August einen Krippenplatz. „Wir tragen dazu bei, dem Mangel an Kitas entgegenzuwirken“, betont Venker. Drei Gruppenräume mit großen Fenstern von 42 bis 44 Quadratmetern stehen zur Verfügung. Von jedem dieser Zimmer öffnet sich eine Terrassentür zum Garten mit Spielplatz. Außerdem gibt es zwei Schlafräume, eine Küche mit Essbereich und neue sanitäre Einrichtungen. „Wir ziehen eine Zwischendecke ein, um die Höhe der Kirche auszunutzen. Damit entsteht eine begehbare Aufenthaltsfläche“, erläuterte Venker während der Bauphase. Bei Regenwetter können sich die Kleinen dort austoben.





