Düsseldorf/Münster, 6. November 2026
Nach drei Anstiegen in Folge bleibt die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft im Oktober unverändert im Vergleich zum Vormonat. Während ihre Erwartungen für die kommenden sechs Monate erneut gestiegen sind, bewerteten die Unternehmen ihre gegenwärtige Geschäftslage schlechter. Die nordrhein-westfälische Konjunktur bleibt trotzdem auf Erholungskurs. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich rund 1.500 Unternehmen befragt werden.
„Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich erneut verbessert“, sagt Gabriela Pantring, Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK. „Das deutet auf eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung hin, auch wenn das wirtschaftliche Umfeld herausfordernd und die aktuelle Geschäftslage vieler Unternehmen in Nordrhein-Westfalen weiterhin angespannt bleibt.“
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima blieb im Oktober unverändert bei -2,3 Saldenpunkten. Zuvor hatte sich die Stimmung drei Monate in Folge deutlich verbessert und insgesamt um 15,1 Punkte zugelegt. Im Oktober entwickelten sich Lage und Erwartungen gegenläufig und glichen sich in ihrer Wirkung auf das gesamte Geschäftsklima weitgehend aus. Während die Erwartungen der befragten Unternehmen erneut um 1,7 Punkte auf -2,5 Punkte stiegen, verschlechterte sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage um 1,6 Punkte auf -2,1 Punkte.
Dienstleistungssektor: Klima solide gestiegen
Im Dienstleistungssektor hat sich das Klima mit Abstand am stärksten aufgehellt. Der Indikator legte um 2,6 Saldenpunkte auf 2,7 Punkte zu. Ausschlaggebend dafür waren vor allem die deutlich besseren Geschäftserwartungen, während die Unternehmen ihre aktuelle Lage unverändert zum Vormonat einschätzten. Besonders kräftig verbesserte sich die Stimmung in der Branche Information und Kommunikation. Auch im Gastgewerbe war eine spürbare Aufhellung zu beobachten.
Handel: Stimmungsplus im Großhandel
Auch im Handel hellte sich die Stimmung auf. Der Klimaindikator stieg um 0,8 Punkte auf -11,7 Zähler. Während die Händler ihre aktuelle Geschäftslage etwas schlechter bewerteten, verbesserten sich ihre Erwartungen deutlich. Das Stimmungsplus ging dabei ausschließlich auf den Großhandel zurück. Im Einzelhandel trübte sich das Klima hingegen leicht ein.
Baugewerbe: Tiefbau sorgt für Plus
Im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima geringfügig um 0,1 auf -7,6 Saldenpunkte. Die Unternehmen zeigten sich zwar spürbar zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage, blickten jedoch etwas skeptischer auf die kommenden Monate. Ein deutliches Stimmungsplus verzeichnete der Tiefbau, der von einer dynamischen Auftragsentwicklung profitierte.
Verarbeitendes Gewerbe: Fabriken stark ausgelastet
Im Verarbeitenden Gewerbe ist das Klima im Oktober leicht um 0,1 Zähler auf -1,4 Saldenpunkte gesunken. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen geringfügig schlechter. Auf Branchenebene zeigte sich jedoch ein uneinheitliches Bild. Ein deutliches Stimmungsplus verzeichneten der Maschinenbau sowie die Hersteller von Kraftwagen. In der chemischen Industrie trübte sich das Geschäftsklima dagegen spürbar ein. Infolge der günstigen Geschäftsentwicklung in den vergangenen drei Monaten stieg die industrielle Kapazitätsauslastung zum Ende des dritten Quartals um hohe 3,8 Prozentpunkte auf 79,3 %. Damit sind Fabriken und Maschinen so stark ausgelastet wie zuletzt Anfang 2024. Der langfristige Durchschnitt von 83 % wird allerdings weiterhin unterschritten.


Hintergrund
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.
Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.
NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

