Düsseldorf/Münster, 2. Oktober 2026
Der Konjunkturerholung der nordrhein-westfälischen Wirtschaft verstetigt sich. So hat sich die Stimmung in der NRW-Wirtschaft im September bereits den dritten Monat in Folge spürbar aufgehellt. Die Erwartungen erreichten dabei den höchsten Stand seit über vier Jahren. Ihre aktuelle Geschäftslage schätzten die befragten Firmen hingegen nur leicht besser ein als im Vormonat. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich rund 1.500 Unternehmen befragt werden.
„Die nordrhein-westfälische Wirtschaft setzt ihre positive Entwicklung trotz hoher Energiepreise und gestiegener Zinsen fort“, sagt Gabriela Pantring, Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK. „Viele Unternehmen haben sich auf die schwierigen Rahmenbedingungen eingestellt. Auch wenn die wirtschaftliche und politische Unsicherheit weiterhin hoch bleibt, sendet die zunehmend stabile Konjunkturerholung ein positives Signal.“
In Zahlenwerten verbesserte sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im September um 2,3 auf -2,1 Saldenpunkte. Es war bereits der dritte Anstieg in Folge. Die Stimmung liegt inzwischen deutlich über dem Niveau zu Beginn des Iran-Kriegs. Der Anstieg war vor allem auf bessere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen, die sich um 4,1 Zähler auf -3,8 Punkte spürbar verbesserten. Damit erreichten die Erwartungen den höchsten Stand seit über vier Jahren. Die Umfragewerte zur aktuellen Geschäftslage stiegen dagegen nur leicht um 0,5 Punkte auf -0,4 Zähler.
Handel: Zurückhaltend optimistisch
Im Handel hat sich das Klima mit Abstand am stärksten aufgehellt. Der Indikator stieg um 6,3 Saldenpunkte auf -12,4 Punkte. Die Groß- und Einzelhändler bewerteten ihre aktuelle Lage positiver. Die Erwartungen stiegen ebenfalls. Angesichts steigender Inflation sind die Einzelhändler jedoch weiterhin zurückhaltend.
Baugewerbe: Baufirmen blicken positiv in die Zukunft
Auch im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima deutlich aufgehellt. Der Indikator stieg um 4,8 Punkte auf -7,5 Saldenpunkte. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem die weniger pessimistischen Erwartungen der Unternehmen. Zugleich wurde auch die gegenwärtige Geschäftslage besser beurteilt. Erstmals seit dem Sommer 2022 rechnen die Baufirmen wieder mit einer nennenswerten Ausweitung ihrer Bautätigkeit in den kommenden Monaten. Über alle Baubranchen hinweg mehren sich die Anzeichen für eine Erholung.
Dienstleitungssektor: Klima wieder leicht im Plus
Im Dienstleistungssektor verbesserte sich das Klima um 1,5 Saldenpunkte auf 0,1 Zähler. Damit lag der Indikator nach vierzehn Monaten im negativen Bereich erstmals wieder leicht im Plus. Ausschlaggebend war vor allem die bessere Beurteilung der laufenden Geschäfte. Ein deutliches Stimmungsplus verzeichneten die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Auch bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen unter anderem Zeitarbeitsfirmen zählen, hellte sich die Stimmung im September spürbar auf. Im Gastgewerbe und in der Logistik trübte sich die Stimmung dagegen etwas ein. Ihre Erwartungen korrigierten die Unternehmen geringfügig nach unten.
Verarbeitendes Gewerbe: Automobilindustrie weiterhin eingetrübt
Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima um 1,1 auf -1,6 Saldenpunkte. Ausschlaggebend waren deutlich bessere Erwartungen, insbesondere in der chemischen Industrie, bei den Herstellern von Metallerzeugnissen sowie im Maschinenbau. Die aktuelle Lage bewerteten die befragten Industrieunternehmen hingegen etwas schlechter. Entgegen dem positiven Branchentrend trübte sich das Geschäftsklima in der Automobilindustrie ein, die weiterhin unter einem schwierigen internationalen Umfeld leidet.


Hintergrund
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.
Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.
NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

