Düsseldorf/Münster, 2. September 2026

Die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft hat sich im August den zweiten Monat in Folge deutlich aufgehellt. Zwar bleibt das Niveau weiterhin im negativen Bereich, allerdings unterstreicht die wachsende Zuversicht in den Unternehmen trotz widriger Umstände die zunehmende konjunkturelle Stabilität. Die hiesigen Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage besser und blickten zugleich deutlich optimistischer in die Zukunft. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich rund 1.500 Unternehmen befragt werden.

„Trotz schwieriger Rahmenbedingungen gewinnt die wirtschaftliche Erholung in Nordrhein-Westfalen allmählich an Fahrt“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Klar ist aber auch: Wir stehen noch am Anfang der Erholung und das Geschäftsklima bewegt sich weiterhin im negativen Bereich. Dennoch macht die jüngste Entwicklung Mut.“

In Zahlenwerten stieg das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im August um 7,5 auf -4,4 Saldenpunkte. Das ist der höchste Stand seit mehr als zwei Jahren. Besonders positiv entwickelten sich die Geschäftserwartungen der nordrhein-westfälischen Unternehmen: Sie legten um 8,7 Punkte auf -7,8 Zähler zu. Auch ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten die befragten Unternehmen deutlich besser als im Vormonat. Der entsprechende Umfragewert stieg um 6,3 Punkte auf -0,9.

Verarbeitendes Gewerbe: Außergewöhnlich starkes Stimmungsplus
Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima mit Abstand am stärksten aufgehellt. Der Indikator stieg um 12,8 auf -2,2 Saldenpunkte. Zuwächse in dieser Größenordnung sind außergewöhnlich. Bislang waren sie meist nach der Erholung von externen Schocks und damit verbundenen Stimmungseinbrüchen zu beobachten. Diesmal gab es diesen Sondereffekt jedoch nicht. Das deutet darauf hin, dass das starke Stimmungsplus in der Industrie eine positive konjunkturelle Entwicklung widerspiegelt. Die Stimmung kletterte auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Die Industrieunternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Geschäftserwartungen besser. Für die kommenden drei Monate rechnen sie mit einer steigenden Produktionstätigkeit. Insbesondere die Exporteure blicken trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten wieder zuversichtlicher auf das Auslandsgeschäft.

Baugewerbe: Optimistischere Zukunftsaussichten
Auch im Baugewerbe hat sich das Geschäftsklima spürbar verbessert. Der Indikator stieg um 7,0 auf -12,0 Saldenpunkte. Dies war auf optimistischere Geschäftserwartungen zurückzuführen. Aber auch ihre Einschätzung zur aktuellen Geschäftslage korrigierten die Bauunternehmen nach oben. Bis auf den öffentlichen Hochbau verbesserte sich die Stimmung in allen Baubranchen.

Handel: Großhandel macht Sprung nach oben
Im Handel hellte sich das Geschäftsklima um 4,5 auf -18,6 Punkte auf. Die befragten Handelsunternehmen zeigten sich zufriedener mit ihren laufenden Geschäften. Auch ihre Geschäftserwartungen setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Insbesondere im Großhandel machte die Stimmung im August einen großen Sprung nach oben.

Dienstleistungssektor: Logistik zeigt sich gegenüber Niedrigwasser weitgehend robust
Im Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung ebenfalls deutlich verbessert. Der Indikator stieg um 5,3 auf -1,4 Punkte. Dank guter Umsätze beurteilten die Dienstleistungsunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage positiver. Zugleich hellten sich auch ihre Geschäftserwartungen weiter auf. In der vom Niedrigwasser betroffenen Logistik fiel die Bewertung der aktuellen Geschäfte zwar schwächer aus, der Ausblick verbesserte sich jedoch auch hier.

Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas.
Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas.
Im August hat das Geschäftsklima in NRW einen großen Sprung nach oben gemacht.
  1. NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima August 2026: Stimmung in NRW-Wirtschaft hellt sich weiter auf [PDF, 180.5 KB]

    Die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft hat sich im August den zweiten Monat in Folge deutlich aufgehellt. Zwar bleibt das Niveau weiterhin im negativen Bereich, allerdings unterstreicht die wachsende Zuversicht in den Unternehmen trotz widriger Umstände die zunehmende konjunkturelle Stabilität. Die hiesigen Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage besser und blickten zugleich deutlich optimistischer in die Zukunft. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich rund 1.500 Unternehmen befragt werden.

Hintergrund

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.

NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen

Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

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Caroline Fischer

  • Pressesprecherin
  • Leiterin Unternehmenskommunikation