Düsseldorf/Münster, 3. August 2026
Nach den deutlichen Einbußen der vergangenen Monate hat sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Juli branchenübergreifend erholt. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen günstiger als noch im Vormonat. Der Stimmungsanstieg signalisiert, dass die Voraussetzungen für eine konjunkturelle Erholung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft gegeben sind. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich rund 1.500 Unternehmen befragt werden.
„Die jüngste Stimmungsaufhellung ist ein ermutigendes Signal für eine konjunkturelle Erholung, markiert aber noch keinen stabilen Aufschwung“, sagt Dr. Peter Stemper, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Wenn sich die geopolitische Lage stabilisiert und sich die Energiepreise normalisieren, kann die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens wieder an Dynamik gewinnen. Das Potenzial für eine Konjunkturerholung ist vorhanden.“
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im Juli merklich gestiegen. Mit einem Plus von 4,7 Punkten auf -12,4 Saldenpunkte wurde knapp die Hälfte des durch den Iran-Krieg ausgelösten Rückgangs aufgeholt. Besonders positiv entwickelten sich die Geschäftserwartungen der nordrhein-westfälischen Unternehmen: Sie legten um 5,8 Punkte auf -17,5 Zähler zu. Auch ihre aktuelle Lage bewerteten die befragten Unternehmen deutlich besser als im Vormonat. Der entsprechende Umfragewert stieg um 3,4 Punkte auf -7,2 und erreichte damit den höchsten Stand seit April 2025.
Dienstleistungen: Bessere Stimmung
Im Dienstleistungssektor hat sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima unter allen vier untersuchten Branchen am stärksten aufgehellt: Der Konjunkturindikator stieg um 6,3 auf -6,9 Punkte. Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage besser als zuvor. Auch ihre Erwartungen an die nächsten sechs Monate legten spürbar zu.
Verarbeitendes Gewerbe: Preisdruck sinkt
Auch im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima spürbar verbessert. Der Indikator stieg um 6,2 Punkte auf -14,8 Saldenpunkte. Besonders kräftig legten die Erwartungen der Industrieunternehmen zu. Zugleich wurde die aktuelle Lage angesichts einer lebhafteren Nachfrage günstiger beurteilt. In den einzelnen Industriebranchen verlief die Entwicklung jedoch uneinheitlich: Während sich die Stimmung in den Metallbranchen und im Maschinenbau deutlich aufhellte, trübte sie sich in der landesweit bedeutenden chemischen Industrie spürbar ein. Der Preisdruck ging in allen Industriebranchen erneut zurück.
Bauhauptgewerbe: Tiefbau positiver gestimmt
Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima leicht verbessert. Der Indikator stieg um 1,0 auf -19,2 Punkte. Die befragten Bauunternehmen bewerteten ihre Erwartungen an die kommenden sechs Monate besser. Die aktuelle Lage wurde hingegen leicht schlechter beurteilt. Besonders deutlich stieg das Geschäftsklima im Tiefbau. Dagegen trübte sich die Stimmung im Wohnungsbau etwas ein.
Handel: Einzelhandel sorgt für Plus
Im Handel hellte sich das Geschäftsklima leicht um 0,7 auf -23,1 Punkte auf. Ausschlaggebend hierfür war eine günstigere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage, während die Erwartungen gegenüber dem Vormonat unverändert blieben. Das Stimmungsplus in der Branche ging ausschließlich auf den Einzelhandel zurück; im Großhandel trübte sich das Geschäftsklima dagegen leicht ein.


Hintergrund
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.
Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.
NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

