Düsseldorf/Münster, 1. Juli 2026

Nach der leichten Aufhellung im Mai hat sich die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft im Juni wieder etwas eingetrübt. Der Rückgang war allein auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen. Alle anderen Branchen verzeichneten dagegen ein solides Stimmungsplus. Aufgrund seines hohen Gewichts im Gesamtindikator überlagerte die Entwicklung bei den Dienstleistungen jedoch das Plus in Handel, Bau und Industrie. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich rund 1.500 Unternehmen befragt werden.

„Das verbesserte Geschäftsklima in Handel, Bau und Industrie sendet ein vorsichtig positives Signal für die Konjunktur in Nordrhein-Westfalen – trotz des Dämpfers im Dienstleistungssektor“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Dazu tragen gesunkene Öl- und Gaspreise bei. Allerdings bleiben die Unsicherheiten in der Wirtschaft insgesamt hoch.“

In Zahlen ist das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Juni leicht um 0,5 auf -17,4 Saldenpunkte gesunken. Beide Teilindikatoren gaben nach: Der Umfragewert zu den Geschäftserwartungen sank um 0,2 Punkte auf -23,9 Punkte. Bei der aktuellen Geschäftslage ging der Wert um 0,7 Punkte auf -10,6 Zähler zurück.

Handel: Kräftiges Plus im Einzel- und im Großhandel
Im Handel hat sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima unter allen Branchen am stärksten aufgehellt: Der Konjunkturindikator stieg um 4,7 auf -23,8 Punkte. Die befragten Handelsunternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage besser als zuvor. Auch ihre Geschäftserwartungen legten spürbar zu. Die positive Entwicklung war sowohl im Einzel- als auch im Großhandel zu beobachten.

Bauhauptgewerbe: Bessere Stimmung im Wohnungsbau
Auch im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima im Juni spürbar verbessert: Der Indikator stieg um 3,8 auf -20,7 Saldenpunkte. Die befragten Bauunternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Erwartungen an die kommenden sechs Monate besser. Außerdem berichteten sie von leichten Preisrückgängen, nach deutlichen Preissteigerungen in den Vormonaten. Besonders deutlich stieg das Geschäftsklima im Wohnungsbau. Dagegen trübte sich die Stimmung im öffentlichen Hochbau unerwartet stark ein.

Industrie: Branchenübergreifend weniger Preisdruck
Im Verarbeitenden Gewerbe hellte sich das Geschäftsklima ebenfalls deutlich auf. Der Indikator stieg um 3,5 auf -21,4 Punkte. Ausschlaggebend waren spürbar bessere Erwartungen, während die Lageeinschätzungen nur leicht nach oben korrigiert wurden. In den einzelnen Industriebranchen fiel die Entwicklung jedoch uneinheitlich aus: In den Metallbranchen hellte sich die Stimmung deutlich auf, während sie sich in der Automobilbranche spürbar eintrübte. Auch in der landesweit bedeutenden chemischen Industrie ging das Geschäftsklima zurück. Der Preisdruck nahm in allen Industriebranchen ab.

Dienstleistungssektor: Sorgen um Lieferketten und Inflation
Einzig im Dienstleistungssektor trübte sich das Geschäftsklima im Juni ein.  Der Indikator sank hier von -10,7 auf -13,5 Punkte. Die befragten Dienstleistungsunternehmen schätzten sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten schlechter ein. Besonders deutlich fiel der Rückgang in der Logistik aus. Grund sind Störungen der globalen Lieferketten. Auch im Gastgewerbe trübte sich das Geschäftsklima angesichts anhaltender Inflationssorgen stark ein.

Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas und seiner Teilindikatoren.
Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas und seiner Teilindikatoren.
Im Juni 2026 ist das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima wieder leicht gesunken.
  1. NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Juni 2026: Konjunktureller Lichtblick – trotz neuem Dämpfer [PDF, 227.6 KB]

    Nach der leichten Aufhellung im Mai hat sich die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft im Juni wieder etwas eingetrübt. Der Rückgang war allein auf den Dienstleistungssektor zurückzuführen. Alle anderen Branchen verzeichneten dagegen ein solides Stimmungsplus. Aufgrund seines hohen Gewichts im Gesamtindikator überlagerte die Entwicklung bei den Dienstleistungen jedoch das Plus in Handel, Bau und Industrie. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich rund 1.500 Unternehmen befragt werden.

Hintergrund

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.

NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen

Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

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Caroline Fischer

  • Pressesprecherin
  • Leiterin Unternehmenskommunikation