Düsseldorf/Münster, 3. Juni 2026

Nach zwei deutlichen Eintrübungen im März und im April hat sich die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft im Mai leicht aufgehellt. Die Unternehmen zeigten sich wieder etwas zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Ihre Geschäftserwartungen an die kommenden Monate blieben hingegen unverändert. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich 1.500 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zu ihrer wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt werden.

„Die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft hat sich zuletzt wieder etwas gefangen, nachdem der Iran-Krieg zuvor für einen deutlichen Dämpfer gesorgt hatte“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Insgesamt bleibt das Geschäftsklima in Nordrhein-Westfalen jedoch verhalten. Vor allem die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Öl- und Gaspreise sorgt für Zurückhaltung in vielen Unternehmen.“

In Zahlen ist das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Mai um 0,6 auf -16,9 Saldenpunkte gestiegen. Ausschlaggebend für das Plus war allein eine bessere Bewertung der aktuellen Geschäftslage, die um 1,2 auf -9,9 Zähler zulegte. Die Umfragewerte zu den Geschäftserwartungen stagnierten bei ‑23,7 Punkten. Die einzelnen Wirtschaftssektoren entwickelten sich unterschiedlich. Während die Dienstleistungsbereiche und der Handel ein Stimmungsplus verbuchten, trübte sich das Geschäftsklima in der Industrie und der Bauwirtschaft deutlich ein.

Handel: Spürbares Stimmungsplus im Großhandel
Im Handel ist das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Mai deutlich gestiegen, um 6,1 auf -28,5 Punkte. Das Plus ging allein auf die Großhandelsunternehmen zurück, die sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Geschäftserwartungen besser beurteilten. Im Einzelhandel trübte sich die Stimmung angesichts der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher hingegen ein. Sowohl die Groß- als auch die Einzelhändler berichteten von stark gestiegenen Preisen.

Dienstleistungssektor: Bessere Geschäftserwartungen
Auch im Dienstleistungssektor hellte sich das Geschäftsklima auf und stieg um 3,4 auf -10,7 Punkte. Insbesondere die Geschäftserwartungen erholten sich nach dem Einbruch in den beiden Monaten zuvor. Ihre laufenden Geschäfte bewerteten die Dienstleistungsunternehmen hingegen nahezu unverändert. Die Stimmung in der Logistikbranche blieb zwar auch im Mai angespannt, war aber nicht mehr so trüb wie im Vormonat. Gleiches galt für das Gastgewerbe.

Verarbeitendes Gewerbe: Metall- und Chemieindustrie unter Druck
Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima im Mai eingetrübt. Es sank um 3,1 auf -24,9 Punkte. Ausschlaggebend waren vor allem die Geschäftserwartungen. Aber auch ihre aktuelle Geschäftslage schätzten die Industrieunternehmen schlechter ein. Besonders in den Metallbranchen und in der chemischen Industrie gab die Stimmung weiter nach. Diese Branchen stehen durch die hohen Energiepreise besonders unter Druck. Hinzu kam ein ausgeprägter Preisdruck, der mittlerweile sämtliche Industriebranchen erfasst hat und sich in der chemischen Industrie besonders stark bemerkbar macht.

Bauhauptgewerbe: Auftragsbestände sinken
Im Bauhauptgewerbe ist das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Mai ebenfalls gesunken, um 3,3 auf -24,5 Punkte. Die befragten Bauunternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen an die kommenden sechs Monate pessimistischer. Zudem gingen die Auftragsbestände im Mai in allen Baubereichen zurück. Entsprechend rechnen die Unternehmen in den nächsten Monaten mit einer rückläufigen Bautätigkeit.

Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas.
Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas.
Zuletzt hat sich die Stimmung in der NRW-Wirtschaft auf niedrigem Niveau leicht erholt.
  1. NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Mai 2026: Stimmung in NRW-Wirtschaft erholt sich leicht [PDF, 226.9 KB]

    Nach zwei deutlichen Eintrübungen im März und im April hat sich die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft im Mai leicht aufgehellt. Die Unternehmen zeigten sich wieder etwas zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Ihre Geschäftserwartungen an die kommenden Monate blieben hingegen unverändert. Das zeigt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich 1.500 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zu ihrer wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt werden.

Hintergrund

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.

NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen

Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

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Caroline Fischer

  • Pressesprecherin
  • Leiterin Unternehmenskommunikation