Wohnungsmarktbarometer 2026: Investitionsklima bewegt sich weiter auf niedrigem Niveau

In Nordrhein-Westfalen hat sich die Einschätzung der Befragten zum Investitionsklima für den Neubau von Wohnungen und Eigenheimen nicht wesentlich verbessert. Trotz eines leichten Anstiegs bewegt sich das Investitionsklima weiterhin auf einem deutlich niedrigeren Niveau als im Zeitraum vor dem Krieg gegen die Ukraine und dem Iran-Krieg. Diese und weitere Ergebnisse liefert das aktuelle Wohnungsmarktbarometer, das jährlich aktualisiert wird und zu dem 2026 landesweit rund 320 Fachleute befragt wurden.

Entwicklung der Wohnungsmarktlage

Abb. 1: Einschätzung der Entwicklung der Wohnungsmarktlage in Nordrhein-Westfalen aus Sicht der Nachfrageseite
1 = sehr entspannt | 2 = entspannt | 3 = ausgewogen | 4 = angespannt | 5 = sehr angespannt
n = 314

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Abb.1: Liniendiagramm. Entwicklung der Wohnungsmarktlage unterschiedlicher Segmente aus Sicht der Nachfrageseite. Die Einschätzung der Marktlage in Nordrhein-Westfalen erfolgt auf einer Skala von sehr entspannt bis sehr angespannt.
Jahr Öffentlich geförd. Mietsegment Unteres Mietpreissegment Mittleres Mietpreissegment Oberes Mietpreissegment
1995 4,2 4,4 3,5 2,2
1996 4,0 4,4 3,5 2,2
1997 3,8 4,1 3,2 1,9
1998 3,4 3,7 2,9 2,0
1999 3,1 3,5 2,8 1,8
2000 2,9 3,1 2,4 1,8 2,8
2001 2,9 3,2 2,5 1,8 2,7
2002 2,9 3,0 2,4 1,7 2,3
2003 2,9 3,1 2,5 1,9 2,2
2004 3,0 3,2 2,5 2,0 2,5
2005 2,9 3,1 2,4 1,9 2,3
2006 2,9 3,2 2,5 2,0 2,4
2007 3,1 3,3 2,6 2,1 2,4
2008 3,1 3,1 2,5 2,3 2,4
2009 3,1 3,0 2,6 2,3 2,3
2010 3,2 3,1 2,7 2,4 2,5
2011 3,3 3,3 3,0 2,6 2,6 2,6
2012 3,6 3,4 3,0 2,8 2,9 2,8
2013-14 3,7 3,6 3,2 2,7 3,0 3,0
2015 3,9 3,7 3,2 2,9 3,3 3,3
2016 4,2 4,1 3,5 2,8 3,4 3,3
2017 4,3 4,2 3,7 3,1 3,6 3,5
2018 4,28 4,28 3,76 3,03 3,68 3,59 4,13 4,23
2019 4,35 4,31 3,81 3,15 3,78 3,64 4,14 4,29
2020 4,35 4,34 3,86 3,23 3,92 3,83 4,22 4,35 3,75
2021 4,26 4,26 3,82 3,27 4,13 3,96 4,13 4,24 3,87
2022 4,38 4,38 4,05 3,43 4,23 4,01 4,21 4,34 4,00
2023 4,42 4,53 4,02 3,23 3,63 3,57 4,21 4,24 3,94
2024 4,47 4,55 4,08 3,26 3,58 3,54 4,24 4,33 3,96
2025 4,40 4,45 3,99 3,18 3,55 3,46 4,11 4,21 3,94
2026 4,48 4,57 4,09 3,24 3,63 3,66 4,23 4,36 4,08
In 1-2 Jahren 4,57 4,60 4,26 3,40 3,62 3,64 4,37 4,53 4,13
In 3-5 Jahren 4,56 4,59 4,16 3,36 3,52 3,58 4,34 4,48 4,03

Marktanspannung bleibt in allen Mietpreissegmenten hoch

Das Angebot an Mietwohnungen kann die bestehende Nachfrage meist nicht bedienen. Die Anspannung ist laut Einschätzung der Fachleute im Jahresvergleich weiter leicht zunehmend. Insbesondere das öffentlich geförderte und das untere Mietsegment weisen ein angespanntes bis sehr angespanntes Niveau auf.

Zunehmende Anspannung im Eigentumssegment

Im Segment der Eigentumswohnungen und Eigenheimen zeigt sich nach einer vorübergehenden leichten Entlastung eine wieder ansteigende Nachfrage. Hierzu trägt bei, dass Kaufentscheidungen zuvor aufgeschoben und nun nachgeholt werden, sich das aktuelle Zinsniveau als „neues Normal“ etabliert hat und der Druck auf den Bestandsmarkt durch ein knappes Neubauangebot wächst.

Investitionsklima am Wohnungsmarkt

Abb. 2: Entwicklung des Investitionsklimas in NRW nach Wohnungsmarktsegmenten
1 = sehr schlecht | 2 = eher schlecht | 3 = eher gut | 4 = sehr gut
n = 289

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Abb. 2: Liniendiagramm. Entwicklung des Investitionsklimas in NRW nach Wohnungsmarktsegmenten. Die Bewertung des Investitionsklima erfolgt auf einer Skala von sehr schlecht bis sehr gut.
Jahr Neubau Eigenheime (Ersterwerb) Neubau Mietwohnungen Modernisierung, Sanierung Ankauf von Wohnungsbeständen
2008 2,5 2,0 2,7 2,3
2009 2,3 2,0 2,8 2,1
2010 2,5 2,2 2,7 2,2
2011 2,7 2,6 2,3 2,7 2,3
2012 3,2 2,9 2,5 2,7 2,4
2013-14 3,0 2,9 2,4 2,7 2,5
2015 3,1 3,0 2,5 2,8 2,5
2016 3,3 3,2 2,6 3,0 2,9
2017 3,4 3,3 3,1 3,1 2,9
2018 3,3 3,2 2,9 3,0 2,8
2019 3,0 3,0 2,7 2,9 2,7
2020 3,0 3,1 2,8 2,8 2,6
2021 3,1 3,0 2,8 2,8 2,7 2,8 2,5 2,8
2022 2,9 3,0 2,6 2,7 2,6 2,6 2,4 2,7
2023 1,9 2,0 1,8 2,3 2,0 2,0 1,8 2,0
2024 1,8 1,8 1,8 2,4 1,9 1,9 1,7 1,9
2025 1,9 2,0 1,9 2,3 2,0 2,1 1,9 2,1
2026 2,1 2,1 2,0 2,2 1,9 2,1 2,0 2,1 1,8 1,7

Investitionsklima im Neubau bleibt auf niedrigem Niveau

Die Stimmung für Investitionen in den Neubau von Mietwohnungen und Eigenheimen/Eigentumswohnungen zeigt sich nach Einschätzung der befragten Fachleute im Vergleich zu 2025 zwar leicht verbessert, wird aber weiterhin überwiegend als „eher schlecht“ bewertet. Trotz des Anstiegs bewegt sich das Investitionsklima aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Das Investitionsklima der Modernisierung und Sanierung wird laut der befragten Fachleute nur noch leicht besser als im Neubaubereich bewertet, im Vergleich zum Vorjahr hat es sich leicht verschlechtert. Das schlechteste Investitionsklima weist laut Aussage der Fachleute der Ankauf von Wohnungsbeständen auf. Ursächlich hierfür können gestiegene Finanzierungskosten und eine sinkende Eigenkapitalrendite sein.

Suche nach bezahlbarem Wohnraum

Abb. 3: Chancen unterschiedlicher Haushaltstypen bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum
n = 299

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Abb. 3: 100%-gestapeltes Balkendiagramm. Chancen unterschiedlicher Haushaltstypen bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Die Chancen werden auf einer Skala von sehr schlecht bis sehr gut eingeschätzt.
Jahr sehr schlechte schlechte mittlere gute sehr gute Keine Angabe/kann ich nicht beurteilen
Wohnungslose 66,22 16,05 4,68 0,67 0,00 12,37
Akut von Wohnungslosigkeit bedrohte Haushalte 58,19 23,08 6,35 1,00 0,00 11,37
Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind (rollstuhlgerechte Wohnungen) 43,81 40,13 10,03 1,34 0,00 4,68
Haushalte mit niedrigem Einkommen (keine Transferleistungsbeziehende) 38,80 42,47 14,05 2,01 0,33 2,34
Familien mit mehreren Kindern 38,46 45,15 13,04 0,67 0,00 2,68
Personen, die Transferleistungen beziehen (Bürgergeld, Sozialhilfe u.ä.) 34,78 37,12 20,07 4,35 0,67 3,01
Geflüchtete 24,75 34,45 25,08 3,68 1,34 10,70
Ältere Menschen (barrierearme Wohnungen) 23,75 49,50 20,74 3,01 0,00 3,01
Alleinerziehende 22,74 43,81 26,76 4,01 0,33 2,34
Studierende und Auszubildende 20,40 37,46 29,43 5,69 0,00 7,02
Haushalte mit mittlerem Einkommen 6,35 22,74 57,86 10,37 0,00 2,68

Chancen für viele Nachfragegruppen weiterhin schlecht

Der Bedarf an preisgünstigem Wohnraum ist in den letzten Jahren in vielen Regionen aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und der Preissteigerungen an den Immobilienmärkten deutlich gewachsen. Sehr schlechte Chancen, eine adäquate und bezahlbare Wohnung zu finden, haben nach Ansicht der Fachleute wohnungslose (66 Prozent) bzw. akut von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen (58 Prozent), aber auch Rollstuhlnutzende (44 Prozent) und allgemein Haushalte mit niedrigem Einkommen (39 Prozent). Für Geflüchtete, ältere Personen (barrierearme Wohnungen) und Alleinerziehende werden die Chancen, sich mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen, ebenfalls mehrheitlich schlecht bis sehr schlecht eingeschätzt. Das Gleiche gilt für Studierende und Auszubildende, die, nach Einschätzung der Befragten und regional betrachtet, im Münsterland, in der Rheinschiene und im südwestlichen Rheinland die schlechtesten Chancen haben, eine adäquate und bezahlbare Wohnung zu finden. In Ostwestfalen und insbesondere auch im Ruhrgebiet werden ihre Chancen von den befragten Fachleuten deutlich besser eingeschätzt.

Handlungsfelder im Hinblick auf den demografischen Wandel

Abb. 4: Handlungsfelder im Hinblick auf den demografischen Wandel
n = 295

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Abb. 4: 100%-gestapeltes Balkendiagramm. Handlungsfelder im Hinblick auf den demografischen Wandel. Die Handlungsfelder, wie z.B. „Betreutes Wohnen“, werden in der Häufigkeit der Durchführung bewertet.
Jahr Maßnahmen in größerem Umfang durchgeführt Erste Maßnahmen durchgeführt Maßnahmen in Planung Keine Maßnahmen durchgeführt Keine Angabe/kann ich nicht beurteilen
Barrierefreies Wohnen ohne Dienstleistungen 20,00 28,14 20,68 10,85 20,34
Altersgerechtes Wohnumfeld (z.B. barrierefreie Wegführungen, Zugänge etc.) 14,24 34,58 17,63 11,53 22,03
Altersgerechte Infrastruktur (Gemeinschaftsräume, Treffpunkte, Nahversorgung/Ärtze/Apotheken im Quartier) 7,12 30,51 16,95 21,69 23,73
Betreutes Wohnen (inkl. hinzubuchbarer Leistungen) 5,08 26,10 16,61 28,14 24,07
Generationenübergreifendes/gemeinschaftliches Wohnen 3,39 18,31 14,24 39,32 24,75
Wohnen hochaltriger Personen (inkl. ambulanter Pflegekonzepte) 3,05 18,31 12,54 37,63 28,47
Gruppenwohnungen 2,37 19,32 12,88 37,29 28,14

Fachleute bestätigen eine höhere Aufmerksamkeit für das Handlungsfeld „Wohnen im Alter“ 

In Hinblick auf die Herausforderungen des demografischen Wandels werden, nach Einschätzung der befragten Fachleute, Maßnahmen für ein barrierefreies und altersgerechtes Wohnen und Wohnumfeld bislang am häufigsten umgesetzt oder befinden sich in der Planung. Allerdings werden spezifische Angebote, etwa für hochaltrige Personen, oder gemeinschaftliches und generationenübergreifendes Wohnen und Gruppenwohnungen, deutlich seltener angegangen.

Im Vergleich zum Vorjahr ist festzustellen, dass insbesondere das „altengerechte Wohnen“ etwas häufiger als „in größerem Umfang durchgeführt“ (2025: 18%, 2026: 20%) bewertet wird. Das „betreute Wohnen“ konnte, zumindest in der Antwortkategorie „erste Maßnahmen durchgeführt“, im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht zulegen, von 23 Prozent im Jahr 2025 auf 26 Prozent im Jahr 2026. 

Regional betrachtet liegt die eingeschätzte Umsetzungstiefe der einzelnen Maßnahmen auf einem relativ ähnlichen Niveau. Eine separate Betrachtung nach Kommunen und Wohnungswirtschaft zeigt, dass die Wohnungswirtschaft – höchstwahrscheinlich aufgrund ihrer Neubauaktivitäten – erwartungsgemäß eine etwas höhere Umsetzung des barrierefreien Bauens wahrnimmt als die Kommunen.

Gründe für den Bedeutungsgewinn der öffentlichen Wohnraumförderung

Abb. 5: Gründe für den Bedeutungsgewinn der öffentlichen Wohnraumförderung
n = 165

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Abb. 5: Balkendiagramm. Gründe für den Bedeutungsgewinn der öffentlichen Wohnraumförderung in Prozent der Nennungen.
Jahr
Aktuelle Kapitalmarktbedingungen 67,48
Aktuelle Nachfragesituation 54,60
Verbesserte Rentabilität der Projekte durch Inanspruchnahme der öffentlichen Wohnraumförderung 51,53
Verbesserte Förderkonditionen/neue Programme der öffentlichen Wohnraumförderung 50,92
Rückgang des öffentlich geförderten Mietwohnungsbestands/Auslaufen von Belegungsbindungen 38,65
Gestiegene Bekanntheit der öffentlichen Wohnraumförderung 34,36
Zunehmend wichtiges Handlungsfeld der kommunalen Wohnungspolitik 33,13
(Erfasste) Zunahme der Haushalte mit Zugangsschwierigkeiten zum Wohnungsmarkt 26,99
Kommunale Quotenregelungen 26,38
Kommunale Handlungskonzepte Wohnen 25,15
Bevölkerungswachstum bzw. Zuzug in die Region 21,47
Zunehmende Bedeutung der öffentlichen Hand als Akteur auf dem Wohnungsmarkt 19,63
Verbessertes Image der öffentlichen Wohnraumförderung 13,50
Weitere konkrete Vorgaben der Politik für einen niedrigschwelligen Zugang zum Wohnungsmarkt 6,13
Höhere Markttransparenz, z. B. durch eine laufende Wohnungsmarktbeobachtung 4,91
Sonstiges 3,68

Bedeutungsgewinn der öffentlichen Wohnraumförderung

Der öffentlich geförderte Mietwohnungsbau hat aus Sicht der Fachleute weiter an Bedeutung gewonnen. Gründe dafür sind insbesondere die aktuellen Kapitalmarktbedingungen und die weiterhin hohe Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Aber auch die durch die Inanspruchnahme der Wohnraumförderung verbesserte Rentabilität der Projekte und generell die attraktiven Konditionen der Wohnraumförderung des Landes tragen zum Bedeutungsgewinn der öffentlichen Wohnraumförderung bei. Deutlich wird in diesem Jahr aber auch, dass rd. 40 Prozent aller antwortenden Fachleute zudem für das Thema der auslaufenden Belegungsbindungen sensibilisiert sind und dies als Grund für den Bedeutungsgewinn anführen.

Besonders dringliche Investitionsbedarfe

Abb. 6: Investitionsbedarfe
n = 288

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Abb. 6: 100%-gestapeltes Balkendiagramm. Investitionsbedarfe im Themenfeld Wohnen, Wohnumfeld, Wohninfrastruktur und Energieversorgung. Bewertung der Handlungsfelder erfolgt auf einer Skala von sehr dringend bis nicht dringend.
Jahr sehr dringend dringend weniger dringend nicht dringend Keine Angabe/kann ich nicht beurteilen
Neubau im öffentlich geförderten Wohnungsbau 50,00 39,58 6,94 1,74 1,74
Erschwingliches Wohnen oberhalb der Wohnraumförderung und unterhalb der durchschnittlichen Marktmiete 39,93 45,83 8,33 0,69 5,21
Schaffung altersgerechter/barrierearmer Wohnangebote 31,94 57,29 7,29 0,69 2,78
Sanierung/Modernisierung im freifinanzierten Wohnungsbau zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 31,94 44,44 14,24 4,51 4,86
Modernisierung öffentlich gefördert 30,56 47,92 16,67 3,13 1,74
Neubau im freifinanzierten Wohnungsbau 28,82 44,10 22,57 1,74 2,78
Altersgerechte Infrastruktur und Wohnumfeld 20,49 53,47 18,40 1,74 5,90
Rollstuhlgerechte Wohnungen 18,75 43,06 25,35 3,13 9,72
Umnutzung bestehender Gebäude zu Wohnzwecken 16,67 36,81 29,86 6,60 10,07
Schaffung von Wohnraum für Studierende und Auszubildende 15,28 31,25 40,28 7,64 5,56
Maßnahmen gegen Wohnungslosigkeit (z.B. housing first) 11,11 31,25 28,13 11,46 18,06
E-Mobilität (inkl. Ladeinfrastruktur) 10,42 38,19 30,56 11,11 9,72
Alternative Energieerzeugung in Quartieren (Blockheizkraftwerke etc.) 10,42 35,76 23,61 12,15 18,06
Unterstützungsmaßnahmen bei Energiearmut oder Mobilitätsarmut 9,38 28,82 26,74 11,46 23,61
Anschluss ans Fernwärmenetz 9,03 24,31 27,08 18,40 21,18
Quartiersmaßnahmen (blaue, grüne, technische und soziale Infrastruktur, inklusive Stadträume) 8,68 33,68 26,39 12,85 18,40
Mitarbeitendenwohnen 5,90 14,58 39,93 24,31 15,28
Digitalisierungsprojekte (smart building/smart city) 4,51 22,57 34,38 19,79 18,75

Großer Investitionsbedarf im Neubau öffentlich geförderter Wohnungen

Die dringlichsten Investitionsbedarfe werden im Neubau und in der Modernisierung - sowohl öffentlich gefördert als auch frei finanziert gesehen. Mit Blick auf die Teilsegmente bestehen laut Ansicht der Fachleute dringliche Investitionsbedarfe bei der Schaffung altersgerechter Wohnangebote und Infrastruktur im Wohnumfeld sowie barrierearmer Wohnangebote insbesondere auch für Rollstuhlnutzende. Das in 2026 neu aufgenommene Item des erschwinglichen Wohnens oberhalb der Grenzen der Wohnraumförderung und unterhalb der durchschnittlichen Marktmiete steht bei der Dringlichkeit der Investitionsbedarfe an zweiter Stelle und zeigt, wie sich die Marktanspannung in die Mitte des Mietmarktes verschiebt.

Anreize und Hemmnisse im Wohnungsbau

Abb. 7: Anreize und Hemmnisse für den Wohnungsneubau
n = 286

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Abb. 7: 100%-gestapeltes Balkendiagramm. Anreize und Hemmnisse für den Wohnungsbau. Antwortoptionen, wie z.B. „Baukosten“ oder „Aktuelle Nachfragesituation“, werden als Hemmnis, Anreiz oder „nicht wichtig“ eingeschätzt.
Jahr Hemmnis Anreiz nicht wichtig Keine Angabe/kann ich nicht beurteilen
Baukosten (ohne Bauland) 93,36 2,10 0,35 4,20
Aktuelle Kapitalmarktbedingungen 82,87 4,55 3,50 9,09
Preise für Wohnbauland 81,82 4,90 5,94 7,34
Energetische Anforderungen an den Bestand und Neubau 79,02 4,90 6,99 9,09
Verfügbarkeit von Wohnbauland 78,32 8,04 5,94 7,69
Allgemeine Planungs- und Genehmigungspraxis der Kommunen 75,87 5,94 6,99 11,19
Transaktionskosten (Grunderwerbssteuer etc.) 72,38 0,35 15,38 11,89
Entwicklung der Betriebskosten 66,78 5,24 17,48 10,49
Auslastung von Bauwirtschaft/ Handwerk 61,89 11,54 13,99 12,59
Mietrecht 57,34 2,45 27,27 12,94
Resonanz der Bürgerschaft auf neue Baugebiete/höhere Bebauungsdichte 56,99 10,84 16,08 16,08
Bauzeit- und Vermarktungsdauer 52,10 11,54 22,73 13,64
Digitalisierungsgrad der behördlichen Stellen 51,40 8,39 25,52 14,69
Kommunale Vorgaben (z. B. Mindestförderquote im Neubau) 51,40 9,44 22,38 16,78
Verfügbarkeit von Baumaterialien 48,95 8,04 24,48 18,53
Erreichen der Klimaneutralität 46,50 18,88 18,88 15,73
Absehbare demografische Entwicklung 28,32 34,62 20,98 16,08
Angebot an Bestandsimmobilien 27,27 24,48 31,12 17,13
Angebote der öffentlichen Wohnraumförderung NRW 15,38 66,43 5,59 12,59
Aktuelle Nachfragesituation 10,84 77,62 4,20 7,34

Nachfrage nach Wohnungen bleibt starker Anreiz für den Wohnungsneubau

Die hohe Nachfrage nach Wohnraum (78 Prozent) und die Angebote der öffentlichen Wohnraumförderung des Landes (66 Prozent) sind weiterhin die beiden größten Anreize für Investitionen in den Wohnungsneubau. Die Wohnraumförderung konnte ihre Anreizfunktion gegenüber dem Vorjahr deutlich verstärken, im Jahr 2025 lag sie bei 59 Prozent. Die größten Hemmnisse sehen die befragten Fachleute weiterhin in den Baukosten, den aktuellen Kapitalmarktbedingungen und Preisen für Wohnbauland. Ebenfalls große Hemmnisse bilden die energetischen Anforderungen an den Neubau und den Bestand sowie die Verfügbarkeit von Wohnbauland. Aber auch die allgemeine Planungs- und Genehmigungspraxis von Kommunen wird als ein großes Hemmnis für den Neubau gesehen. Der aktuelle Digitalisierungsgrad der Behörden wird von über 50 Prozent aller Antwortenden ebenfalls als ein Hemmnis angesehen. Die absehbare demografische Entwicklung, ein Kernfaktor für die Wohnungspolitik und Wohnraumversorgung, wird fast zu gleichen Teilen als Hemmnis – bei einer negativen Bevölkerungsentwicklung – oder als Anreiz – bei einer positiv dynamischen Bevölkerungsentwicklung – gesehen.

Wohnungspolitische Instrumente

Abb. 8: Einsatz wohnungspolitischer Instrumente in den Kommunen/Regionen
n = 201

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Abb. 8: 100%-gestapeltes Balkendiagramm. Einsatz wohnungspolitischer Instrumente in den einzelnen Kommunen und Regionen. Bewertung erfolgt von „bereits eingesetzt“ über „geplant“ bis „nicht eingesetzt oder geplant“.
Jahr bereits eingesetzt geplant nicht eingesetzt oder geplant
Quotenregelung für den geförderten Wohnungsbau 66,50 12,18 21,32
Kommunale Wohnungsmarktbeobachtung 64,36 12,76 22,88
Kooperation mit der Wohnungswirtschaft (z. B. Runde Tische, Bündnisse) 60,20 12,43 27,37
Städtebauliche Verträge zur Durchsetzung wohnungs- und stadtentwicklungspolitischer Ziele 61,20 17,49 21,31
Kommunale Grundstückspolitik 57,30 17,30 25,40
Handlungskonzept Wohnen 56,65 19,65 23,70
Innenentwicklungs-/Nachverdichtungskonzept/Baulückenkataster 36,72 30,51 32,77
Konzeptvergaben 39,58 21,58 38,84
Kleinräumige Wohnungsmarktbeobachtung auf Quartiersebene 33,12 17,20 49,68
Ausübung des Vorkaufsrechts 34,43 13,91 51,66
Systematischer Zwischenerwerb der Kommune zur Stärkung wohnungspolitischer Ziele 26,57 20,26 53,17
Stärkung der Erbbaurechtsvergabe 25,68 13,50 60,81
Soziale Erhaltungssatzungen/Milieuschutzsatzungen 20,00 13,10 66,90
Kommunale Förderprogramme für Investitionen im Bestand/Wohneigentum (z. B. Jung kauft Alt) 15,19 13,93 70,89
Sektoraler Bebauungsplan für die Wohnraumversorgung 17,29 20,30 62,41
Gemeinwohlorientierte Bodenpolitik 15,45 18,37 66,18
Anwendung städtebaulicher Gebote (z.B. Instandsetzungsgebot) 15,80 13,53 70,67
Rückbau im Quartier 12,14 12,86 75,00

Große Bandbreite eingesetzter wohnungspolitischer Instrumente

Insbesondere die Einführung einer Quote für den geförderten Wohnungsbau und die laufende Wohnungsmarktbeobachtung gehören zu den Instrumenten, die bereits in vielen Kommunen aktiv eingesetzt werden. Aber auch Kooperationsformate mit der Wohnungswirtschaft werden häufig genutzt – insbesondere im südwestlichen Rheinland, in der Rheinschiene, im Ruhrgebiet und im Münsterland. Auch städtebauliche Verträge, eine kommunale Grundstückspolitik und Konzepte der Innenentwicklung bzw. Nachverdichtung werden vielfältig genutzt bzw. befinden sich bei Letzteren häufig in der Planung. Handlungskonzepte Wohnen liegen vielerorts vor und dienen als Leitlinien für den koordinierten Einsatz der genannten wohnungspolitischen Instrumente.

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Mehrfamilienhaus mit hellgrüner Fassade, im Vordergrund ein Spielplatz
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Modernes Mehrfamilienhaus von außen mit einem Spielplatz im Vordergrund
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