Nordrhein-Westfalen gehört zu den ersten Bundesländern, die das bundesweite Projekt „Schneller Gründen" pilotieren. Ab Juli 2026 können Gründerinnen und Gründer in Aachen und Düsseldorf Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung mit einem einzigen digitalen Antrag erledigen – ein konkreter Schritt hin zu schnellerer und einfacherer Verwaltung.

Das bundesweite Vorhaben „Schneller Gründen" ist ein gemeinsames Projekt von Bund und Ländern mit dem Ziel, Unternehmensgründungen vollständig digital, schnell und möglichst unkompliziert zu gestalten. Bisher müssen Gründerinnen und Gründer zwei separate Verwaltungsschritte durchlaufen: die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt und die steuerliche Erfassung beim Finanzamt. Beide Schritte erfordern die mehrfache Eingabe vergleichbarer Daten und kosten Zeit. Mit einem neuen digitalen Kombiantrag sollen diese Prozesse zusammengeführt und doppelte Dateneingaben künftig vermieden werden.

Nordrhein-Westfalen nimmt als eines der ersten Bundesländer aktiv an der Pilotierungsphase teil. Pilotstandorte sind das Finanzamt Aachen-Stadt sowie alle Düsseldorfer Finanzämter. Diese Standorte begleiten die Pilotphase eng und bringen praktische Erfahrungen aus dem Verwaltungsalltag in die Weiterentwicklung der Verfahren ein. Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte, dass der neue Kombiantrag aus zwei Anträgen einen mache und die steuerliche Registrierung deutlich vereinfache – ein Signal für den Wirtschaftsstandort NRW.

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Mehr als 80 Prozent aller Unternehmensneugründungen in Deutschland entfallen auf Einzelunternehmen. Für diese Zielgruppe ist der administrative Aufwand beim Gründen häufig eine erste Hürde. Der Kombiantrag reduziert nicht nur den Zeitaufwand, sondern senkt auch die Fehlerquote durch doppelte Eingaben und ermöglicht es, den Gründungsprozess vollständig digital zu durchlaufen. Langfristig ist geplant, das Verfahren auf weitere Unternehmensformen und Bundesländer auszudehnen.

Der neue Kombiantrag wird ab Juli 2026 unter realen Bedingungen an den Pilotstandorten in Aachen und Düsseldorf getestet. Erkenntnisse aus der Pilotphase sollen in die bundesweite Weiterentwicklung des Verfahrens einfließen. Das Projekt ist Teil der Föderalen Modernisierungsagenda, zu der sich Bund und Länder gemeinsam verpflichtet haben, und unterstreicht den Anspruch NRWs, die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung aktiv mitzugestalten.

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