KI-Agenten können Arbeitsschritte zunehmend selbstständig ausführen und Entscheidungen innerhalb definierter Spielräume treffen. Damit verändert sich auch die Frage, wie Unternehmen ihre Prozesse gestalten und steuern.
Klassische Geschäftsprozesse sind häufig detailliert vorgegeben: Für jeden Arbeitsschritt gibt es feste Regeln, Zuständigkeiten und Abläufe. Beim Einsatz agentischer KI kann dieses Prinzip an Grenzen stoßen. KI-Agenten benötigen stattdessen Handlungsspielräume, innerhalb derer sie Aufgaben eigenständig bearbeiten können. Das Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik FIT beschäftigt sich mit dieser Veränderung in einem aktuellen Whitepaper.
Im Mittelpunkt steht der Übergang von starren Abläufen zu hybriden Handlungsräumen. Dabei geht es nicht darum, Prozesse vollständig an KI-Systeme abzugeben. Vielmehr müssen Unternehmen festlegen, welche Entscheidungen ein System selbst treffen darf und an welchen Stellen menschliche Kontrolle erforderlich bleibt.
Für Unternehmen verändert sich damit auch die Prozessgestaltung. Statt jeden möglichen Ablauf vorab abzubilden, wird wichtiger, klare Grenzen, Regeln und Entscheidungsspielräume zu definieren. Das kann insbesondere bei komplexeren Aufgaben relevant sein, bei denen nicht jeder Fall nach demselben Schema bearbeitet werden kann.
Das Whitepaper „Vom starren Ablauf zum hybriden Handlungsraum: Prozessmanagement im Zeitalter agentischer künstlicher Intelligenz“ zeigt, wie solche Prozesse gestaltet werden können. Für Unternehmen, die KI über einzelne Pilotanwendungen hinaus einsetzen wollen, liefert der Ansatz Anhaltspunkte für die Gestaltung von Verantwortlichkeiten und Kontrollmechanismen.

