1. August 2002, Nettetal, Nordrhein-Westfalen. Im Schloss Krickenbeck wurden an diesem Tag Verträge unterzeichnet, mit denen Förderung in Nordrhein-Westfalen neue Wege einschlug. Die Unterschriften besiegeln die Errichtung der zunächst so genannten Landesbank NRW, der heutigen NRW.BANK.

Zu den Unterzeichnenden gehörten NRW-Finanzminister Peer Steinbrück und NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold sowie der designierte Vorstand der neuen Bank: Ernst Gerlach, Dr. Ulrich Schröder und ihr künftiger Vorstandschef, Dr. Bernd Lüthje. Sie finalisierten ein großes Vorhaben: die Aufspaltung der Westdeutschen Landesbank – in die privatrechtliche WestLB AG und die öffentlich-rechtliche Landesbank NRW. Mit ihr bekam Nordrhein-Westfalen eine eigenständige Förderbank.

Als NRW.BANK bewies sie in den Folgejahren Marathon-Qualitäten genauso wie die Fähigkeit zum Sprinten. Ein Sprinter ist sie, weil sie immer wieder als schneller Not- und Krisenhelfer aktiv wird. Ein Marathonläufer, weil sie langfristige Entwicklungen im Blick hat und Transformation finanziert.

Ein weiteres entscheidendes Datum war der 31. März 2004. An diesem Tag trat das „Gesetz zur Umstrukturierung der Landesbank NRW zur Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen und zur Änderung anderer Gesetze“ in Kraft. Durch dieses Gesetz firmierte die Landesbank NRW zur NRW.BANK um und erhielt den ihr zugedachten Förderauftrag. Der Landtag von Nordrhein-Westfalen verabschiedete das Gesetz einstimmig mit den Stimmen aller Fraktionen.

20 Jahre im Schnelldurchlauf

In unserer Klickstrecke finden Sie alle wichtigen Momente der vergangenen 20 Jahre. Viel Spaß!

2001:

Verständigung I

In der „Verständigung I“ einigen sich EU-Kommission und Bundesregierung darauf, dass staatliche Haftungsgarantien für die deutschen Landesbanken und Sparkassen aus wettbewerbsrechtlichen Gründen im Jahr 2005 entfallen sollen. In der Folge wird die WestLB aufgespalten – in die privatwirtschaftliche WestLB AG und die öffentlich-rechtliche Landesbank NRW, die spätere NRW.BANK.

2002:

Landesbank NRW

Die „Verständigung II“ stellt sicher, dass die deutschen Struktur- und Förderbanken die staatlichen Haftungsgarantien behalten dürfen – Wettbewerbsneutralität und entsprechende Landesgesetze vorausgesetzt. Am 1. August 2002 nimmt die Landesbank NRW ihre Arbeit auf. Parallel läuft der Countdown für die Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes.

2004:

Start der NRW.BANK

Am 31. März 2004 tritt das NRW.BANK-Gesetz in Kraft. Die Landesbank NRW heißt nun NRW.BANK, hat einen gesetzlichen Förderauftrag und den offiziellen Status einer Förderbank, die sich dank der staatlichen Haftungsgarantien optimal refinanzieren kann. Beste Voraussetzungen, um den Förderauftrag weitgehend haushaltsunabhängig zu erfüllen.

2004/2005:

Neue Emittentin

Über den Aufbau eines in seiner Risikostruktur konservativ ausgelegten Anlageportfolios generiert die Bank eigene Erträge, die wiederum für den Förderauftrag der Bank eingesetzt werden.

2005:

Produktoffensive

Die NRW.BANK geht in die Produktoffensive: Ergänzend zu den im Vorjahr vom Land übertragenen Förderprogrammen legt sie zunehmend neue Förderprogramme für Gründer, Mittelstand und Kommunen in NRW auf. Dazu zählen Fremdkapitalprodukte und Eigenkapitalfonds.

2007:

Orkan Kyrill

Der Orkan Kyrill wütet über Deutschland und erreicht Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Stundenkilometern. Allein in NRW zerstört Kyrill 50.000 Hektar Wald. Die Schäden betreffen rund 30.000 Forstwirte. Die NRW.BANK legt zwei Sofortkredite als Hilfsprogramme auf und etabliert sich damit auch als Krisenhelfer. Eine Aufgabe, der sich die Bank noch öfter stellen wird.

2009:

Beratungsstärke

Die 2008 beginnende Finanzmarktkrise trifft auch viele Unternehmen in NRW. Damit Unternehmen in dieser Situation die richtige Förderung finden, startet die NRW.BANK ein telefonisches Informationsangebot. Aufgrund des großen Erfolgs wird daraus just ein dauerhaftes Beratungsangebot. Parallel erweist sich die Kapitalmarktstrategie der NRW.BANK als krisentauglich. Auch in Krisenzeiten kann die Bank zusätzliche Reserven aufbauen.

2010:

Integration der Wfa

Zum Start in das Jahr wird die Wohnungsbauförderungsanstalt (Wfa) auf Basis eines im Jahr zuvor verabschiedeten Gesetzes zum Bereich Wohnraumförderung der NRW.BANK. Dadurch erhöhte sich das anerkannte Haftkapital der Bank deutlich. Zugleich wurde die Erfolgsgeschichte der öffentlichen Wohnraumförderung in NRW fortgeschrieben: im Zeitraum von 2010 bis 2021 wurde ein Fördervolumen in Höhe von rund 9,9 Milliarden Euro für 110.431 Wohneinheiten zugesagt.

2012:

Transformation

Die NRW.BANK gibt als Jahresförderschwerpunkt ihr Förderthema Umwelt/Klima/Energie bekannt, um Klimaschutz zu unterstützen und die Energiewende voranzubringen. Später kommen die Schwerpunktthemen Digitalisierung und Innovation hinzu. Heute fließen zwei Drittel der gesamten Förderleistung der Bank in Transformationsprojekte.

2012:

Die besten Gründungen

Die Gründung von Unternehmen erfordert Kreativität, Mut und Durchhaltevermögen. Gleichzeitig bereichern sie mit ihren Ideen und Innovationen Nordrhein-Westfalen, schaffen Arbeitsplätze und Wachstum. Deshalb würdigen das Wirtschaftsministerium NRW und die NRW.BANK seit 2012 jedes Jahr die besten Neustarter mit dem GRÜNDERPREIS NRW.

2013:

Nachhaltigkeit

Ein Megathema, dem sich die Bank immer intensiver widmet. 2013 begibt die NRW.BANK als europaweit erste regionale Förderbank eine Umweltanleihe – den ersten NRW.BANK.Green Bond. Später erweitern sich die Nachhaltigkeitsziele und 2020 wird der erste NRW.BANK.Social Bond emittiert.

2015:

Auf der Flucht

In den Jahren 2015 und 2016 fliehen Millionen Menschen vor den Kriegen in ihren Heimatländern Afghanistan, Irak und Syrien. Hunderttausende erreichen auch NRW, doch in den Städten und Gemeinden fehlen Wohnmöglichkeiten. Erneut beweist sich die NRW.BANK als Krisenhelfer und finanziert Unterkünfte – und erleichtert zusätzlich 2016 Geflüchteten den Zugang zur Gründungsförderung.

2017:

Gute Schulen für NRW

Zu den zentralen Infrastrukturen im Land zählen auch die Schulen. Damit die Kommunen moderne Bildung möglich machen können, fördert die NRW.BANK Investitionen in Bildungseinrichtungen. Über ein neues, gemeinsam mit dem Land NRW aufgelegtes Programm stehen bis 2020 insgesamt 2 Milliarden Euro zusätzlich bereit. Das Programm wird pünktlich bis auf den letzten Cent in Anspruch genommen.

2017/2018:

Digitalisierung

Die Digitalisierung des Fördergeschäfts der NRW.BANK nimmt immer mehr Fahrt auf: 2017 startet die Bank als erste deutsche Förderbank eine Kooperationen mit einem Fintech-Unternehmen, 2020 startet das erste vollautomatisierte Förderprogramm, kurz danach weitere Portale und Schnittstellen, über die immer mehr Finanzierungen digital abgewickelt werden können.

2020:

Hilfe in der Pandemie

In nur wenigen Wochen legt das Coronavirus das ganze Land still – und treibt die Wirtschaft in eine Rezession. Die NRW.BANK wird wieder zur Krisenhelferin und stellt speziell auf die Pandemie zugeschnittene Unterstützungsangebote für Mittelstand, Gründer und Kommunen bereit.

2021:

Unwetter-Hilfe

Schwere Unwetter sorgen in Teilen Nordrhein-Westfalens für Extremhochwasser und fordern allein in NRW 49 Menschenleben. Damit schwere Schäden an Gebäuden und Unternehmen behoben werden können, bietet die NRW.BANK ab Mitte Juli zinsgünstige Förderprogramme zur Unterstützung bei Hochwasserschäden an und unterstützt das Land tatkräftig bei der Bewilligung und Auszahlung von Hilfsgeldern.

1. August 2022:

20 Jahre NRW.BANK

Die NRW.BANK feiert den 20. Jahrestag ihrer Errichtung am 1. August 2002. Seither hat sie mit 165 Milliarden Euro mehr als 900.000 Projekte in Nordrhein-Westfalen gefördert.

Wenige Monate nach dem zweiten Startschuss ging die neue Förderbank in die Offensive: Sie erweiterte ihr Förderspektrum um rund ein Dutzend neuer Programme für die Mittelstands- und Kommunalförderung und appellierte an den Innovationsgeist in Nordrhein-Westfalen – mit ihrem erstmals ausgerufenen Ideenwettbewerb für Kommunen und mit einer viermonatigen Tour des „NRW.BANK.Ideenschiffs“ durch nordrhein-westfälische Häfen. An Bord des umgebauten Binnenfrachters: eine Ausstellung über Innovationen aus NRW.

Das Konzept der NRW.BANK zur Förderung durch Kredite statt durch Zuschüsse ging auf: Lag die Bilanzsumme Ende des Jahres 2002 bei 101,6 Milliarden Euro, stieg sie bis zu 31. Dezember 2021 auf 153,1 Milliarden Euro. Waren anfangs rund 600 Mitarbeitende an Bord, sind es inzwischen rund 1.500. Entstanden ist zudem ein denkbar breit aufgestelltes Förderinstrumentarium, das Förderkredite und Eigenkapitalprodukte, Dienstleistungen im Zuschussgeschäft, eine anbieterunabhängige und kostenfreie Förderberatung und neutrale Expertise zu vielen kommunalen Themen umfasst. Ergänzt wird dieses Spektrum durch die Wohnraumförderung, die die Finanzierung von bezahlbarem Wohnraum in Nordrhein-Westfalen sicherstellt und ihre Expertise zum Thema Wohnungsmarkt dem Land und den Kommunen zur Verfügung stellt.

Ein „NRW.BANK.Ideenschiff“ mit Innovationen aus NRW müsste deshalb heute weit größer sein als einst – unter anderem dank der NRW.BANK. In 20 Jahren hat sie rund 165 Milliarden Euro Förderung vergeben und 900.000 Zusagen erteilt – für die Menschen, Kommunen und Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.

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