Die Entwicklung neuer Wirkstoffe ist ein langwieriger und kostenintensiver Prozess. Das Düsseldorfer Biotech-Start-up CureDiab stellt sich dieser Herausforderung – mit wissenschaftlicher Exzellenz und der finanziellen Unterstützung der NRW.BANK.

CureDiab entwickelt Wirkstoffe zur Behandlung der Fettleber. Im Bild: Dr. Elisabeth Rohbeck, Chief Scientific Officer.

Fettleibigkeit und ihre Folgeerkrankungen wie die nicht-alkoholische Fettleber (MASLD/MASH) zählen zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. CureDiab, ein Spin-off des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Düsseldorf, entwickelt neuartige Wirkstoffe zur Behandlung der Fettleber. 2019 finanzierte das Programm EFRE.NRW – Investitionen in Wachstum und Beschäftigung in Nordrhein-Westfalen, kofinanziert durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union – das Kompetenzzentrum für Innovative Diabetes Therapie (KomIT) in Höhe von rund 3,5 Millionen. In einem Netzwerk aus acht Partnern aus Forschung und Industrie entstand innerhalb von drei Jahren ein hochmodernes Zentrallabor für zell- und molekularbiologische Studien. Ziel: Die Forschungslandschaft in NRW stärken und innovative Therapien vorantreiben. Im Laufe des Projekts wurden zahlreiche Forschungsergebnisse veröffentlicht und mehrere Patente angemeldet.

Therapieansatz mit großem Potenzial

Prof. Dr. Jürgen Eckel ist Chief Executive Officer und Gründer des Düsseldorfer Biotech-Start-ups CureDiab.

KomIT-Leiter Prof. Dr. Jürgen Eckel gründete zum Ende des Projekts das Start-up CureDiab. „Die Forschungsergebnisse sollten genutzt und weiterentwickelt werden mit dem Ziel, neuartige Wirkstoffe zu finden, mit denen letzten Endes eine der häufigsten Krankheiten der Welt behandelt werden kann“, erklärt Jürgen Eckel seine Motivation. Denn das Marktpotenzial ist enorm: Weltweit sind rund 1,7 Milliarden Menschen betroffen. Für ein wirksames Medikament wird ein Umsatzpotenzial von mehr als 700 Milliarden Euro prognostiziert – ein echter Blockbuster.

CureDiabs Therapieansatz basiert auf der Aktivierung des GABA-A-Rezeptors – einem bislang kaum genutzten Mechanismus in der Leber. Die entwickelten Moleküle wirken gleichzeitig entzündungshemmend, schützend für die Leberzellen und anti-fibrotisch. Erste präklinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, auch im Hinblick auf Therapiesicherheit und Lebensqualität.

Finanzierung als Schlüssel zum Fortschritt

Unterstützt werden die vielversprechenden Forschungen von der NRW.BANK im Rahmen des Programms NRW.SeedBridge.

Die NRW.BANK begleitete CureDiab von Beginn an. In der Gründungsphase bremsten die Lockdowns der Corona-Pandemie CureDiab kräftig aus. Mit einer Anschubfinanzierung von 400.000 Euro – je zur Hälfte ein Gesellschafterdarlehen und ein Wandeldarlehen der NRW.BANK – konnte das 4er-Team trotzdem durchstarten.

CureDiab stellte sich potenziellen Investoren auf dem Business Angels-Marktplatz der NRW.BANK vor. Die erste Finanzierungsrunde gelang Anfang 2023: „Aus meinem in mehr als 40 Jahren Forschungstätigkeit aufgebauten Netzwerk konnte ich drei Business Angels von unserem Vorhaben überzeugen“, erzählt Prof. Jürgen Eckel. Die NRW.BANK stockte deren Finanzierung mit einer offenen Beteiligung in Höhe von 300.000 Euro im Programm NRW.SeedCap auf. In diesem Rahmen wandelte sie zudem das zuvor gewährte Darlehen in eine offene Beteiligung um. Seither ist die NRW.BANK eine wichtige Gesellschafterin. „Von dem Potenzial dieser Forschung waren wir schnell überzeugt, und Professor Jürgen Eckel beeindruckte uns mit seiner Persönlichkeit und tiefen Expertise“, sagt Stefan Dörpinghaus aus dem Bereich Eigenkapitalförderung der NRW.BANK. Deshalb unterstützte die NRW.BANK erneut in der Übergangsphase bis zur nächsten Finanzierungsrunde mit Mitteln aus dem Programm NRW.SeedBridge. Anfang kommenden Jahres steht der nächste große Schritt an, und CureDiab will dann bis zu fünf Millionen Euro einsammeln.

Diese Förderungen ermöglichen dem inzwischen auf drei Forschende angewachsenen Team von CureDiab die Durchführung präklinischer Studien, das Einbinden spezialisierter Forschungsdienstleister und die Vorbereitung auf die klinische Entwicklung.

Das Ziel: Ein Blockbuster-Medikament aus NRW

Das erklärte Geschäftsziel von CureDiab ist ein Exit – ein Verkauf des neuen Wirkstoffs an einen der großen Pharmakonzerne. Denn auch der Weg vom Wirkstoff zum Medikament ist weit und teuer und mit viel Hoffnung gepflastert. Gelingt das alles, dann könnte ein weltweites Blockbuster-Medikament gegen unter anderem durch Adipositas ausgelöste Krankheiten herauskommen.

Erste präklinische Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, auch im Hinblick auf Therapiesicherheit und Lebensqualität.

Stand: 02. März 2026

Zur Webseite: www.curediab.de

 

NRW.SeedCap

  • Offene Beteiligung zwischen 100.000 € und 500.000 € *Klima- und Umwelttechnikunternehmen bis max 750.000 €
  • Für innovative, wachstumsorientierte Kapitalgesellschaften (UG/GmbH) bis 3 Jahre nach Unternehmensgründung, für Folgefinanzierungen bis 5 Jahre möglich
  • Finanziert Maßnahmen im Zusammenhang mit Investitionen und der Finanzierung von Betriebsmittel junger Unternehmen
  • Business Angel bzw. privater Seedinvestor und NRW.BANK beteiligen sich zu gleichen Konditionen/Bedingungen