Der demografische Wandel erfordert innovative Versorgungskonzepte. Tagespflegeangebote können älteren Menschen helfen, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Die NRW.BANK unterstützte den Caritasverband Düren-Jülich beim Bau einer Tagespflegeeinrichtung mit einem zinsgünstigen Darlehen aus dem Programm NRW.BANK.Infrastruktur, refinanziert über den NRW.BANK.Social Bond.

Tagespflegeleiterin Sabrina Oleff steht in einem Gemeinschaftsraum mit verschiedenen Sesseln
Tagespflegeleiterin Sabrina Oleff steht in einem Gemeinschaftsraum mit verschiedenen Sesseln
Sabrina Oleff koordiniert beim Caritasverband Düren-Jülich die Arbeit von vier Tagespflegeeinrichtungen, darunter auch die von der NRW.BANK geförderte Einrichtung St. Josef in Nörvenich.

Durch die wachsende Zahl älterer Menschen nimmt auch die Zahl der Pflegebedürftigen zu. Schon heute erhalten deutschlandweit laut Bundesgesundheitsministerium rund 5,6 Millionen Menschen Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung, davon etwa 1,4 Millionen in Nordrhein-Westfalen, wie aus Zahlen des NRW-Gesundheitsministeriums hervorgeht. Nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland bis zum Jahr 2055 auf bis zu 7,6 Millionen steigen.

Um dem wachsenden Betreuungsbedarf gerecht zu werden, muss die soziale Infrastruktur stetig ausgebaut werden. Neben ambulanten und stationären Angeboten können auch Tagespflegeeinrichtungen eine wichtige Rolle spielen. „Tagespflegen sind teilstationäre Angebote, bei denen Menschen mit Unterstützungsbedarf ein- oder mehrmals pro Woche tagsüber in einer Einrichtung betreut werden und abends in ihr gewohntes Zuhause zurückkehren“, sagt Sabrina Oleff vom Caritasverband Düren-Jülich. Dieses Versorgungskonzept komme nicht nur den Betroffenen zugute, sondern auch den pflegenden Angehörigen, die dadurch entlastet würden.

Förderdarlehen der NRW.BANK

Der Caritasverband Düren-Jülich wirbt mit dem Slogan „Tagsüber bei uns – abends zu Hause“ für sein Tagespflegeangebot, das derzeit aus insgesamt zehn Einrichtungen im Kreis Düren besteht. Sabrina Oleff ist für die Koordination von vier Standorten zuständig – darunter auch die Tagespflege St. Josef in der Gemeinde Nörvenich, die mit Förderung der NRW.BANK realisiert wurde. Auf knapp 300 Quadratmetern bietet das Ende 2021 fertiggestellte Gebäude Platz für die tägliche Betreuung von 16 pflegebedürftigen Menschen. Die Baukosten beliefen sich samt Mobiliar auf 690.000 Euro. Insgesamt 572.000 Euro – ebenfalls für das Haus selbst und dessen Ausstattung – betrug das zinsgünstige Förderdarlehen der NRW.BANK. Die Mittel stammen aus dem Programm NRW.BANK.Infrastruktur und werden aus dem NRW.BANK.Social Bond refinanziert (siehe auch Infokasten unten).

Gemeinsame Mahlzeiten

Eine Kochinsel steht in einem Speiseraum mit mehreren älteren Menschen
Eine Kochinsel steht in einem Speiseraum mit mehreren älteren Menschen
Mittelpunkt der Tagespflege in Nörvenich ist
ein Gemeinschaftsraum mit offener Küche.

„Das neue Gebäude in Nörvenich erlaubt unseren Tagesgästen eine barrierefreie Bewegung in allen Räumen“, erzählt Sabrina Oleff. „Mittelpunkt der Einrichtung ist ein großzügiger Gemeinschaftsraum mit offener Küche und ansprechendem Mobiliar. Hier nehmen die Gäste gemeinsam das Frühstück, das Mittagessen und den Nachmittagskaffee ein.“

Weitere Räumlichkeiten sind ein Ruheraum mit individuell verstellbaren Schlafstühlen und ein Gesellschaftsraum für Beschäftigungsaktivitäten und Gymnastik. Hinzu kommt eine große Terrasse. Die Einrichtung befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Alten- und Pflegezentrum Mariahilf der Caritas und ist an dessen weitläufige Gartenanlage angebunden.

Geselligkeit und strukturierter Alltag

St. Josef in Nörvenich und seine weiteren Tagespflegeeinrichtungen versteht der Caritasverband Düren-Jülich als Orte der Geselligkeit und des strukturierten Alltags. „Wir wollen die Lebensqualität der Menschen durch soziale Einbindung und Aktivierung fördern und gleichzeitig der Isolation im Alter entgegenwirken“, so Sabrina Oleff. Auf dem Programm stehen beispielsweise Denk- und Gesellschaftsspiele, Tanz, Gesang und kleinere Ausflüge.

Im Bedarfsfall gibt es Unterstützung bei der Körperpflege, eine Medikamentenüberwachung sowie eine Kontrolle des Blutdrucks. Krankenpflegerische Maßnahmen nach ärztlicher Anweisung sind in Kooperation mit dem Pflegedienst der Caritas möglich. Die Kosten für die Tagespflege können – je nach Pflegegrad – zum großen Teil über die Pflegeversicherung abgerechnet werden. Die Menschen besuchen die Tagespflegeinrichtungen an ihren Wahltagen, ein Fahrservice ist optional.

Bausteine einer zukunftsfähigen sozialen Infrastruktur

Sabrina Oleff beobachtet ein steigendes Interesse an der Tagespflege. Mitunter führten einige der Caritas-Einrichtungen Wartelisten für Neuaufnahmen. Deshalb plane der Verband für die nahe Zukunft den Bau weiterer dieser teilstationären Pflegeeinrichtungen in der Region Düren-Jülich. Diese Entwicklung korrespondiert mit dem allgemeinen Trend. Auch deutschlandweit wird Hochrechnungen des Fachdatenportals Pflegemarkt.com zufolge die Zahl der Tagespflegeplätze in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen.

„Tagespflegeangebote wie die der Caritas sind wichtige Bausteine einer zukunftsfähigen sozialen Infrastruktur“, sagt Christian Hardt, Leiter Investor Relations ESG & Credit Research bei der NRW.BANK. „Durch die Refinanzierung von Förderdarlehen über unsere Social Bonds können wir den internationalen Kapitalmarkt mit einbinden, um Nordrhein-Westfalen für die Herausforderungen des demografischen Wandels fit zu machen.“

Eine Broschüre mit Infos zum tagespfelegeangebot der Caritas wird in deiner Hand gehalten
Eine Broschüre mit Infos zum tagespfelegeangebot der Caritas wird in deiner Hand gehalten
Die Zahl der Tagespflegeplätze in Deutschland wird in den nächsten Jahren wohl kontinuierlich steigen. Auch der Caritasverband Düren-Jülich plant den Bau weiterer teilstationärer Pflegeeinrichtungen.
  • Was sind Social Bonds?

    Als haushaltsunabhängiges Förderinstitut nutzt die NRW.BANK verschiedene Kapitalmarktinstrumente, wie thematische Anleihen, um ihre Förderaktivitäten am internationalen Kapitalmarkt zu refinanzieren. Aufbauend auf ihrem sozial nachhaltigen Fördergeschäft begibt sie Social Bonds und ermöglicht Investorinnen und Investoren, an Projekten mit besonderem sozialem Nutzen teilzuhaben, zum Beispiel zur Förderung bezahlbaren Wohnraums, schulischer Bildung, Maßnahmen im Gesundheitswesen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen.

Stand: 1. Dezember 2025

Zur Webseite: www.caritasverband-dueren.de

NRW.BANK.Infrastruktur

  • Zinsgünstige Darlehen bis 150 Mio. € und einem Finanzierungsanteil von bis zu 100%
  • Für gewerbliche und öffentliche Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Angehörige der freien Berufe und private Investoren
  • Fördert Investitionen in die öffentliche und soziale Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen