Die Kleinstadt Hörstel im Tecklenburger Land stellt sich aktiv den Herausforderungen der Energiewende. Insgesamt 13 Windenergieanlagen entstanden dort unter der Federführung engagierter Bürgerinnen und Bürger. Unterstützt wurde das Projekt durch die NRW.BANK über das Programm NRW.BANK.Energieinfrastruktur (seit dem 27.5.2024 NRW.BANK.Infrastruktur – Erneuerbare Energien).

Das Team des Bürgerwindpark Hörstel mit der Geschäftsführerin Theresa Ungru (ganz rechts) und dem Geschäftsführer Reiner Postmeier (3. von rechts).

Der Bürgerwindpark Hörstel – geführt von der Bürgerwind Hörstel GmbH & Co. KG mit der Geschäftsführung Theresa Ungru und Reiner Postmeier – zeigt, wie die Energiewende durch gemeinschaftliches Engagement vor Ort erfolgreich gestaltet werden kann. Beteiligungsmöglichkeiten, möglichst wenig Risiko und faire Bedingungen für alle waren bei der Planung und Umsetzung oberstes Gebot, was letztlich auch die Akzeptanz von Windenergie in der Region stärkt. Das Besondere: Bürgerinnen und Bürger aus Hörstel und Umgebung konnten sich im Jahr 2021 mit einer Mindesteinlage von 1.000 Euro am Windpark beteiligen – und das, nachdem dieser bereits ans Netz gegangen war.

Lokale Verankerung und breite Bürgerbeteiligung

Diese Beteiligungsmöglichkeit wurde mit der Vorfinanzierung durch die Banken sehr attraktiv. Inzwischen zählt die Gesellschaft 616 Kommanditistinnen und Kommanditisten. „Beim Bürgerwindpark Hörstel stimmt die Rendite in vielerlei Hinsicht: Das Mitgestalten steht im Mittelpunkt, Windenergie wird umsichtig gebaut und die Finanzierung steht auf sicheren Beinen“, bestätigt die Vorstandsvorsitzende der NRW.BANK, Gabriela Pantring.

Hinzu kommt, dass es sich bei den Initiatorinnen und Initiatoren der zertifizierten Bürgerenergie um bekannte Gesichter aus dem Ort handelt. „Ein weiterer Unterschied zu anderen Windprojekten ist unser Pachtmodell“, erläutert Co-Geschäftsführerin Theresa Ungru. „Alle, die vom Betrieb einer Windenergieanlage betroffen sind, erhalten Pachtzahlungen – also nicht nur diejenigen, auf deren Grundstücken Anlagen stehen.“

Gut für die Umwelt und die Region

Strom aus erneuerbaren Energiequellen trägt zum Klimaschutz bei. Die Windenergieanlagen des Bürgerwindpark Hörstel erzeugen rund 110 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr – genug, um etwa 32.000 Haushalte klimafreundlich zu versorgen. Damit kommt der Kreis Steinfurt seinem Ziel, bis 2050 energieautark zu werden, ein großes Stück näher. Gleichzeitig werden durch den Windpark jährlich etwa 82 Millionen Kilogramm CO₂ eingespart. Zudem sind Bürgerwindparks auch Wirtschaftsfaktoren für die jeweilige Region. Wenn sich wie im Kreis Steinfurt die Menschen vor Ort für ein solches Modell stark machen, kommt das der Wertschöpfung einer Region zugute, weil:

  • lokale und regionale Unternehmen für die Planung, Errichtung, Betriebsführung und Wartung der Anlagen beauftragt werden,
  • Gewinnanteile bei lokalen Gesellschafterinnen und Gesellschaftern verbleiben,
  • Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümer sowie Anwohnende beteiligt werden,
  • freiwillige Leistungen für Vereine und Gemeinwohl vor Ort erfolgen,
  • Gewerbesteuern an die Gemeinde fließen,
  • Arbeitsplätze in der Region entstehen und
  • unter anderem regionale Banken die Finanzierung übernehmen.

Nach Schätzungen der Bürgerwind Hörstel GmbH & Co. KG bleiben über 20 Jahre hinweg rund 51 Millionen Euro mehr in der Region, als es bei einem extern projektierten Windpark der Fall gewesen wäre.

Die von der NRW.BANK geförderten Windenergieanlagen erzeugen rund 110 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Eine der größten Investitionen im Kreis Steinfurt

Mit einer anfänglichen Investitionssumme von rund 110 Millionen Euro ist das Projekt eine der größten Investitionen im Kreis Steinfurt in den vergangenen Jahren. Vier Hausbanken und die NRW.BANK finanzierten das Projekt im Rahmen einer Konsortialfinanzierung komplett vor, wovon die NRW.BANK knapp 21 Millionen Euro Risiko getragen hat. Zum Einsatz kommt dafür Geld aus dem Programm NRW.BANK.Energieinfrastruktur (inzwischen NRW.BANK.Infrastruktur – Erneuerbare Energien).

Engagierte, die die Energiewende in NRW vorantreiben, können über dieses Programm generell ein Darlehen von bis zu 150 Millionen Euro erhalten. „Mitfinanziert werden der Kauf von Grundstücken, gewerbliche Baukosten oder die Anschaffung von Maschinen“, erläutert Guido Hellmer vom Team Förderberatung Westfalen der NRW.BANK.

Mit solchen Produkten unterstützt die NRW.BANK Bürgerinnen und Bürger dabei, für die Umwelt und ihre Region Gutes zu tun.

Aktualisiert: 02. Februar 2026

 

NRW.BANK.Infrastruktur

  • Zinsgünstige Darlehen bis 150 Mio. € und einem Finanzierungsanteil von bis zu 100%
  • Für gewerbliche und öffentliche Unternehmen, gemeinnützige Organisationen, Angehörige der freien Berufe und private Investoren
  • Fördert Investitionen in die öffentliche und soziale Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen