Düsseldorf/Münster, 8. Mai 2026

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im April zum dritten Mal in Folge gesunken und erreichte den niedrigsten Stand seit der Coronakrise. Zwar bewerteten die nordrhein-westfälischen Unternehmen ihre Geschäftslage etwas besser als im Vormonat. Allerdings korrigierten sie ihre Geschäftserwartungen im Zuge des anhaltenden Iran-Kriegs erneut deutlich nach unten. Für das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima werden im Auftrag der Förderbank monatlich 1.500 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zu ihrer wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt.

„Die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus sorgt auch in den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen für wachsende Unsicherheit und führt zu sinkenden Geschäftserwartungen – insbesondere wegen der anhaltend hohen Energiekosten“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Dass sich die aktuelle Geschäftslage gefangen hat, zeigt jedoch, dass die Geschäftstätigkeit der hiesigen Unternehmen auch in diesem schwierigen geopolitischen Umfeld insgesamt eine gewisse Widerstandsfähigkeit aufweist.“

In Zahlen sank das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im April um 3,3 auf -17,7 Saldenpunkte. Das ist der niedrigste Wert seit der Coronakrise. Die beiden Teilindikatoren, aus denen sich das Geschäftsklima zusammensetzt, entwickelten sich gegensätzlich: Während die Umfragewerte zur aktuellen Geschäftslage um 0,6 auf -11,0 Punkte stiegen, gingen die Werte zur Geschäftserwartung um 6,9 auf -24,1 Punkte zurück.  

Verarbeitendes Gewerbe: Energieintensive Branchen unter Druck
Im Verarbeitenden Gewerbe ging das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im April um 0,6 auf -22,0 Punkte zurück. Im Vergleich mit der Entwicklung im März, als sich das Geschäftsklima um 11,6 Punkte eintrübte, fiel das Minus dieses Mal deutlich moderater aus. Der jüngste Rückgang ging auf die Geschäftserwartungen der Industrieunternehmen zurück, während diese ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser beurteilten. Besonders stark trübte sich die Stimmung in energieintensiven Branchen ein, wie etwa in der Chemieindustrie, bei der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren sowie in der Glas- und Keramikbranche. In diesen Branchen liegen auch die aktuellen Kapazitätsauslastungen weit unter dem langjährigen Durchschnitt.

Dienstleistungen: Logistikbranche besonders von Iran-Krieg betroffen
Auch im Dienstleistungssektor zeigten sich die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs deutlich: Hier sank das Geschäftsklima um 4,4 auf -14,0 Saldenpunkte. Besonders betroffen war die Logistikbranche, die unmittelbar von gestiegenen Energiepreisen und gestörten Handelsströmen betroffen ist. In der Branche trübte sich das Geschäftsklima innerhalb von nur zwei Monaten um fast 30 Saldenpunkte ein. Auch verbrauchernahe Dienstleistungen wie das Gastgewerbe standen zuletzt deutlich unter Druck.

Bauhauptgewerbe: Schwächere Geschäftslage
Im Bauhauptgewerbe trübte sich die Stimmung ebenfalls ein. Der Umfragewert zum Geschäftsklima sank um 7,1 Punkte auf -20,8 Saldenpunkte. Ins Gewicht fiel hier vor allem die Bewertung der aktuellen Geschäftslage. Die Geschäftserwartungen gaben zwar ebenfalls nach, jedoch in geringerem Umfang als im Vormonat. Getrieben wurde die negative Entwicklung insbesondere vom Hochbau. Dabei verschlechterte sich die Stimmung sowohl im öffentlichen als auch im gewerblichen Hochbau. Die befragten Bauunternehmen erhöhten ihre Preise zuletzt kräftig. Belastend wirken außerdem die zuletzt gestiegenen Finanzmarktzinsen.

Handel: Inflationssorgen und weniger Konsumausgaben
Im Handel fiel der Rückgang des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas im April am stärksten aus. Der Umfragewert sank um 9,6 auf -34,6 Saldenpunkte. Sowohl die Geschäftserwartungen als auch die Geschäftslage trübten sich spürbar ein. Die Gründe: Inflationssorgen und geringere Konsumausgaben der Verbraucher.

Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas.
Die Grafik zeigt die historische Entwicklung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas.
  1. NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima April 2026: Iran-Krieg trübt Stimmung auch in NRW-Wirtschaft weiter ein [PDF, 252 KB]

    Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im April zum dritten Mal in Folge gesunken und erreichte den niedrigsten Stand seit der Coronakrise. Zwar bewerteten die nordrhein-westfälischen Unternehmen ihre Geschäftslage etwas besser als im Vormonat. Allerdings korrigierten sie ihre Geschäftserwartungen im Zuge des anhaltenden Iran-Kriegs erneut deutlich nach unten. Für das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima werden im Auftrag der Förderbank monatlich 1.500 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zu ihrer wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt.

Hintergrund

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo

NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen

Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

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Caroline Fischer

  • Pressesprecherin
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