Düsseldorf/Münster, 4. März 2026
Nachdem sich die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft im Januar deutlich aufgehellt hatte, blieb sie im Februar nahezu unverändert. Zwar schätzten die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage besser ein, korrigierten ihre Erwartungen an die kommenden Monate jedoch fast im selben Ausmaß nach unten. Beim Blick auf die einzelnen Sektoren zeigte sich: Ein Minus im Dienstleistungssektor wog Stimmungsanstiege in Baugewerbe, Industrie und Handel auf. Zu diesen Ergebnissen kommt das aktuelle NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima, für das im Auftrag der Förderbank monatlich 1.500 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zu ihrer wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt werden.
Im Vergleich zum Vormonat stagnierte das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Februar bei gerundet -7,7 Saldenpunkten. Die Unterkategorien, aus denen sich das Geschäftsklima zusammensetzt, entwickelten sich gegenläufig: Der Umfragewert zur aktuellen Geschäftslage stieg den dritten Monat in Folge und kletterte um 1,6 auf -7,3 Zähler. Dagegen sank der Wert zu den Geschäftserwartungen um 1,7 auf -8,1 Punkte.
„Die konjunkturelle Erholung kommt in Nordrhein-Westfalen nur in kleinen Schritten voran. Für einen echten Aufschwung fehlt noch die entsprechende Dynamik“, sagt Gabriela Pantring, Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK. „Optimistisch stimmt die stabilere Geschäftslage und die bessere Auftragslage im Bau und in der Industrie. Allerdings bleibt das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld herausfordernd, weshalb in den Unternehmen Vorsicht beim Blick nach vorne vorherrscht.“
Bauhauptgewerbe: Kräftiger Sprung auf Vierjahreshoch
Einen kräftigen Sprung machte das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Februar im Bauhauptgewerbe: Hier hellte sich die Stimmung um 7 auf ‑3,9 Punkte auf. Das ist der höchste Stand seit vier Jahren. Sowohl die Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen der Bauunternehmen verbesserten sich deutlich. Zudem zogen die Auftragseingänge erstmals seit Monaten wieder an. Die Bauunternehmen profitieren zunehmend von den zusätzlichen staatlichen Investitionen in die Infrastruktur.
Handel: Zukunftsaussichten im Großhandel optimistischer
Auch im Handel hellte sich das Geschäftsklima spürbar auf, bleibt aber weiterhin deutlich im negativen Bereich. Hier stieg der Umfragewert um 2 auf -20,9 Punkte. Zwar bewerteten die Handelsunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas zurückhaltender, doch ihre Erwartungen für die kommenden Monate korrigierten sie deutlich nach oben. Getragen wurde diese Entwicklung ausschließlich vom Großhandel, während sich die Stimmung im Einzelhandel eintrübte.
Industrie: Positive Entwicklung der Auftragslage
Im Verarbeitenden Gewerbe ist das Geschäftsklima ebenfalls gestiegen, von -11,1 auf -9,4. Dies war auf merklich bessere Umfragewerte zur aktuellen Geschäftslage zurückzuführen. Die Erwartungen der Industrieunternehmen an die kommenden Monate trübten sich hingegen etwas ein. Nichtsdestotrotz entwickelte sich die Auftragslage im Februar positiv. Im Zuge dessen wurden auch die Produktionspläne für die nächsten drei Monate nach oben korrigiert. Besonders stark verbesserte sich die Stimmung in der landesweit bedeutenden chemischen Industrie.
Dienstleistungssektor: Geschäftslage und Erwartungen sinken
Im Dienstleistungssektor trübte sich die Stimmung merklich ein. Das Geschäftsklima ging hier um 3,5 auf -5,0 Punkte zurück. Aufgrund seines hohen Gewichts im Gesamtindikator glich der Rückgang im Dienstleistungssektor die positiven Entwicklungen in den anderen drei Sektoren aus. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Geschäftserwartungen wurde von den Dienstleistern im Februar schlechter bewertet. Besonders stark zurück ging das Geschäftsklima im Gastgewerbe.


Hintergrund
Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.
Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.
NRW.BANK – Förderbank für Nordrhein-Westfalen
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

