Düsseldorf/Münster, 2. Januar 2026

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima hat sich im Dezember leicht eingetrübt. Ausschlaggebend für den Rückgang zum Jahresende waren vor allem die Geschäftserwartungen der Unternehmen. Die aktuelle Geschäftslage hellte sich hingegen etwas auf, konnte das Minus bei den Erwartungen aber nicht ausgleichen. Auch mit Blick auf die einzelnen Branchen entwickelte sich das Geschäftsklima uneinheitlich. Ein Plus gab es unter anderem in der Gastronomie und der landesweit bedeutenden chemischen Industrie. Für das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima werden im Auftrag der Förderbank monatlich 1.500 Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen zu ihrer wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt.

In Zahlen ausgedrückt sank das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Dezember um 0,3 Punkte auf -11,1 Saldenpunkte. Für den jüngsten Rückgang waren im Wesentlichen die Erwartungen der befragten Unternehmen an die nächsten sechs Monate verantwortlich, die um 1,0 Punkte auf -10,6 Zähler nachgaben. Die aktuelle Lage wurde mit einem Anstieg von 0,4 Punkten auf -11,6 Saldenpunkte hingegen leicht besser bewertet.

Es war der vierte Rückgang in Folge. Zuvor hatte sich das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima sechs Mal hintereinander aufgehellt. Gabriela Pantring, designierte Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK: „Trotz der jüngsten Eintrübung ist es 2025 auf Jahressicht gelungen, einen dreijährigen Abwärtstrend des Geschäftsklimas zu stoppen. Vieles spricht dafür, dass die Talsohle erreicht ist und sich eine Bodenbildung abzeichnet – auch wenn der Ausblick verhalten bleibt.“

Industrie: Deutliches Stimmungsplus in der Chemie
Im Verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima im Dezember entgegen dem Rückgang des Gesamtindikators etwas und stieg von -16,4 auf -16,1 Punkte. Grund waren bessere laufende Geschäfte. Die Aussichten auf die nächsten sechs Monate trübten sich im Zuge rückläufiger Aufträge allerdings ein. Ein deutliches Stimmungsplus gab es in der landesweit bedeutenden chemischen Industrie. Im Kraftwagenbau wiederum, der in Nordrhein-Westfalen weniger stark vertreten ist als im gesamten Bundesgebiet, trübte sich das Klima deutlich ein. Gleiches gilt für die Ernährungsindustrie.

Bauhauptgewerbe: Plus im Tiefbau, Minus im Hochbau
Anders als in der Industrie trübte sich die Stimmung im Bauhauptgewerbe zum Jahresende ein. Der Indikator sank hier um 1,7 auf -13,2 Punkte. Auf der einen Seite beurteilten die Unternehmen die aktuelle Lage deutlich schlechter. Auf der anderen Seite blickten sie etwas weniger skeptisch auf die kommenden sechs Monate. Das Minus war einzig auf den Hochbau zurückzuführen. Im Tiefbau hellte sich die Stimmung spürbar auf.

Handel: Mäßiges Weihnachtsgeschäft
Auch im Handel sank das Geschäftsklima. Die Umfragewerte gingen um 2,6 auf -26,3 Punkte zurück. Die Urteile zur aktuellen Lage wurden nach unten korrigiert. Auch der Ausblick auf das erste Halbjahr 2026 trübte sich weiter ein. Vor allem die Einzelhändler zeigten sich unzufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft.

Dienstleistungen: Gastronomie als positive Ausnahme
Im Dienstleistungssektor trübte sich das Geschäftsklima ebenfalls ein, und zwar deutlich um 3,0 auf -4,2 Punkte. Die Dienstleister zeigten sich mit ihren laufenden Geschäften unzufriedener. Auch ihre Erwartungen sanken. Der Rückgang des Geschäftsklimas zieht sich durch fast alle Dienstleistungsbereiche. Besonders groß war der Rückgang in der Logistik. Positive Ausnahme bildet die Gastronomie, die im Dezember sehr starke Umsätze verzeichnete.

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima hat sich im Dezember leicht eingetrübt.
  1. NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Dezember 2025

    NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima im Dezember 2025: Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima hat sich im Dezember 2025 leicht eingetrübt. Während die Geschäftserwartungen der Unternehmen erneut zurückgingen, wurde die aktuelle Lage etwas besser bewertet. Positiv entwickelten sich Chemiebranche, Tiefbau und Gastronomie.

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Hintergrund

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist ein Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Im Auftrag der NRW.BANK werden monatlich über 1.500 Unternehmen aus den Wirtschaftsbereichen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel, Einzelhandel sowie Dienstleistungen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Situation sowie ihren Zukunftsaussichten befragt. Die Ergebnisse analysiert und veröffentlicht die NRW.BANK monatlich.

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.

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Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. In enger Partnerschaft mit ihrem Eigentümer, dem Land NRW, trägt sie dazu bei, dass Mittelstand und Gründungen gestärkt, bezahlbarer Wohnraum geschaffen und öffentliche Infrastrukturen verbessert werden. Die NRW.BANK bietet Menschen, Unternehmen und Kommunen in NRW passgenaue Finanzierungs- und Beratungsangebote. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit Finanzierungspartnerinnen und -partnern, insbesondere allen Banken und Sparkassen, zusammen. Um die Transformationsprozesse zu verstärken, setzt sie gezielte Förderimpulse – hin zu einem nachhaltigen, klimaneutralen und digitalen NRW.

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