Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau sind nach wie vor herausfordernd. Als größte Hemmnisse beim Neubau nennen die befragten Wohnungsunternehmen hohe Baukosten (98 Prozent), aktuelle Kapitalmarktbedingungen (93 Prozent) und energetische Anforderungen an den Bestand und Neubau (86 Prozent). Der größte Anreiz für den Neubau bleibt die hohe Nachfrage (80 Prozent). Doch ohne Fördermittel rechnen sich viele Projekte nicht. Rund zwei Drittel der befragten Wohnungsunternehmen und -genossenschaften geben an, dass die öffentliche Wohnraumförderung in Nordrhein-Westfalen ein wichtiger Anreiz für die Investitionsentscheidung ist (66 Prozent). Einen weiteren Anreiz sehen die befragten Wohnungsunternehmen in der demografischen Entwicklung, weil diese den Anspruch an Wohnraum verändert, sodass mehr kleinere sowie barrierefreie Wohnungen gebraucht werden.
Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd, hohe Nachfrage und Fördermittel als Schlüssel
Anreize und Hemmnisse im Wohnungsneubau


Investitionsklima zeigt differenziertes Bild
Herausfordernd bleibt für die Wohnungsunternehmen das Investitionsklima auf dem Wohnungsmarkt. Beim Neubau von Mietwohnungen bewertet ein Großteil der Befragten das Klima als „eher schlecht“ oder „schlecht“ (88 Prozent). Für Modernisierungen stellt sich die Lage etwas positiver dar, bleibt aber auch hier verhalten. Immerhin ein Drittel der Wohnungsunternehmen bewertet das Klima in der Modernisierung und Sanierung als „sehr gut“ (2 Prozent) oder „eher gut“ (32 Prozent). Trotz des verhaltenen Investitionsklimas nehmen mehr als die Hälfte der befragten VdW-Mitglieder Neubauplanungen für 2028 und später auf (55 Prozent).
Investitionsklima auf dem Wohnungsmarkt


Wohnraumförderung gewinnt an Bedeutung
Zudem wächst die Bedeutung der öffentlichen Wohnraumförderung für aktuelle und geplante Projekte der Wohnungsunternehmen. Zuletzt war sie für 71 Prozent der Befragten von Bedeutung, während es 2025 noch 56 Prozent waren. Hintergrund sind auch hier die aktuellen Kapitalmarktbedingungen, aber auch die attraktiven Konditionen der Wohnraumförderung wie niedrige Zinssätze, lange Laufzeiten und hohe Tilgungsnachlässe sowie die damit verbesserte Rentabilität der Projekte.
Wohnungswirtschaft in NRW setzt Kurs auf klimaneutrale Wärmeversorgung
Immer mehr Mietwohnungen in Nordrhein-Westfalen werden mit alternativen Energieträgern beheizt. Auf der einen Seite verliert Gas als Energieträger bei aktuellen Modernisierungs- und Neubaumaßnahmen an Bedeutung. Nur noch 13 Prozent der befragten Unternehmen setzen auf Gas, im Vorjahr waren es noch 23 Prozent. Auf der anderen Seite setzt der Großteil der befragten Wohnungsunternehmen und -genossenschaften des VdW Rheinland Westfalen bei aktuellen Neubauten und Modernisierungen auf Wärmepumpen oder Fernwärme. Auch an anderen Stellen zeigt die Befragung, dass die Wohnungsunternehmen die Energiewende vorantreiben. So verbessert sich der Immobilienbestand energetisch zunehmend und der Anteil in den schlechtesten Energieeffizienzklassen F bis H ist tendenziell rückläufig. Die meisten Gebäude der Wohnungsunternehmen und Genossenschaften liegen inzwischen in den Energieklassen B bis E.
Energieeffizienzklassen im Gebäudebestand


Energetische Maßnahmen "immer" oder "häufig" umgesetzt
Weiterhin gehören energetische Sanierungen zu den häufigsten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, allen voran die Erneuerung der Heizungsanlagen. 92 Prozent der Unternehmen setzen diese Maßnahmen „immer“ oder „häufig“ um. Weitere mindestens „häufig“ umgesetzte energetische Maßnahmen sind die Erneuerung von Fenstern (73 Prozent) sowie die Dämmung der Gebäudehülle (70 Prozent).
Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen


Beteiligung an kommunaler Wärmeplanung steigt
Immer mehr Wohnungsunternehmen beteiligen sich an kommunalen Wärmeplanungen. In diesem Jahr haben fast 60 Prozent der Befragten an Plänen für eine kommunale Wärmeversorgung in den Städten und Gemeinden mitgewirkt. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren es noch 51 Prozent und 2024 unter 40 Prozent. Von den an der kommunalen Wärmeplanung beteiligten Unternehmen berichten mehr als die Hälfte (58 Prozent), dass diese bereits abgeschlossen ist.
Kommunale Wärmeplanung


An der Umfrage haben insgesamt 127 öffentliche und kommunale Gesellschaften, Wohnungsgenossenschaften und Immobilienunternehmen der Privatwirtschaft teilgenommen. Die Befragung lief vom 29. Juni bis zum 27. Juli 2026. Bei Interesse an weiteren oder konkreten Befragungsergebnissen kommen Sie gerne auf uns zu.
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