Darlehen für energieeffiziente Investitionen in die quartiersbezogene Wärme- und Kälteversorgung sowie Wasserver- und Abwasserentsorgung.

IKU – Energetische Stadtsanierung – Quartiersversorgung

Fördernehmer:
Öffentliche Einrichtungen & Unternehmen; Gewerbliche Unternehmen
Förderthemen:
Infrastruktur; Kommunen; Energieeffizienz
Förderart:
Darlehen
Fördergeber:
Bund (KfW, LR …)
Ansprechpartner:
KfW Bankengruppe

In aller Kürze

Langfristige und zinsgünstige Finanzierung von energieeffizienten Investitionen in die quartiersbezogene Wärme- und Kälteversorgung sowie Wasserver- und Abwasserentsorgung in Deutschland.

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind

  • Unternehmen mit mind. 50% kommunalem Gesellschafterhintergrund,
  • alle gemeinnützigen Organisationsformen einschließlich Kirchen,
  • Körperschaften des öffentlichen Rechts, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts, jeweils mit mehrheitlich kommunalem Hintergrund,
  • Unternehmen (unabhängig von Rechtsform und Beteiligungsverhältnissen) sowie natürliche Personen im Rahmen von Investor-Betreiber-Modellen.

Verwendungszweck

Die KfW Bankengruppe unterstützt Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz kommunaler Infrastruktur im Quartier durch zinsgünstige, langfristige Darlehen.

Gefördert werden

  • die quartiersbezogene Wärme- und Kälteversorgung:
    • Neubau, Erweiterung und Modernisierung von hocheffizienten strom- oder thermisch geführten/führbaren Anlagen zur Versorgung mit Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis von Erd-/Biogas einschließlich des Einbaus von verbesserten Brennwertkesseln,
    • Neubau, Erweiterung und Modernisierung von strom- oder thermisch geführten/führbaren Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungssystemen zur Kälte- und Wärmeversorgung,
    • Neubau, Erweiterung und Modernisierung von Anlagen zur Nutzung industrieller Abwärme zur Versorgung,
    • Neubau, Erweiterung und Modernisierung von dezentralen Wärme- und Kältespeichern,
    • Neu- und Ausbau sowie Modernisierung von Wärmenetzen zur Wärmeversorgung im Quartier (bis Hausanschlussstation),
    • Neu- und Ausbau sowie Modernisierung von Kältenetzen, sofern die Kälteversorgung überwiegend aus Anlagen zur Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung erfolgt,
  • die energieeffiziente Wasserver- und Abwasserentsorgung:
    • Einbau energieeffizienter Motoren oder Nachrüstung von Frequenzumformern zur stufenlosen Regelung von Bestandsmotoren; Einbau energieeffizienter Pumpen,
    • Optimierung der Mess- und Regeltechnik sowie des Energiemanagements,
    • Errichtung oder Umrüstung von Energierückgewinnungssystemen in Gefällestrecken durch Turbinen bzw. rückwärtslaufende Pumpen,
    • Einbau oder Errichtung von Anlagen zur Wärme(-rück)gewinnung in öffentlichen Kanalsystemen,
    • Errichtung oder Erweiterung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen zur Nutzung von Klär- oder Faulgasen sowie zugehörige Komponenten,
    • Austausch der Belüfter in Verbindung mit dem Einbau einer NH4-geführten Regelung des Sauerstoffeintrags zur Belüftung bei der aeroben Abwasserbehandlung.

Umfang und Konditionen

  • Förderart: zinsgünstiges Darlehen
  • Förderumfang: bis zu 100% der förderfähigen Investitionskosten
  • Förderhöhe: bis zu 50,0 Mio €
  • Zinssatz:
    • siehe aktuelle Konditionen
    • Für die Dauer von max. 10 Jahren werden die Darlehen aus Mitteln des Bundes im Zins verbilligt.
    • In allen Programmvarianten wird ein beihilfefreier Zinssatz oberhalb der EU-Referenzzinssatzes ohne Gewährung eines Tilgungszuschusses angeboten.
  • Kreditlaufzeit/Tilgungsfreijahre:
    • 4 bis zu 10 Jahre Kreditlaufzeit bei 1 bis 2 Tilgungsfreijahren
    • 4 bis zu 20 Jahre Kreditlaufzeit bei 1 bis 3 Tilgungsfreijahren
    • 4 bis zu 30 Jahre Kreditlaufzeit bei 1 bis 5 Tilgungsfreijahren
  • Auszahlung: 100% in einer Summe oder in Teilbeträgen
  • Abruffrist/Bereitstellungsprovision:
    • bis zu 12 Monate nach Darlehenszusage, in begründeten Fällen auf 36 Monate verlängerbar
    • ab 2 Bankarbeitstagen und 12 Monaten nach dem Zusagedatum 0,25% pro Monat
  • Tilgung:
    • nach Ablauf der tilgungsfreien Anlaufjahre in vierteljährlichen Raten
    • außerplanmäßige Tilgungen gegen Vorfälligkeitsentschädigung
  • Tilgungszuschuss:
    • max. 5,0% des Zusagebetrages, max. 2,5 Mio €
    • Anrechnung auf die nach dem Tilgungsplan zuletzt fälligen Raten (Verkürzung der Kreditlaufzeit)
  • Sicherheiten: banküblich, Art und Höhe sind mit der Hausbank zu vereinbaren
  • Die Förderung wird als De-minimis-Beihilfe sowie für den Verwendungszweck „Neu- und Ausbau sowie Modernisierung
    von Wärme- bzw. Kältenetzen“ zusätzlich gemäß AGVO gewährt.

Kumulation/Kombination

Die Kombination mit anderen öffentlichen Förderprogrammen ist grundsätzlich zulässig, sofern die Summe aller öffentlichen Fördermittel die Summe der förderfähigen Aufwendungen nicht übersteigt.

Für Anlagen zur Stromerzeugung (z.B. KWK-Anlagen, Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungssysteme) ist die gleichzeitige Inanspruchnahme des KfW-Kredites und einer Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz für dieselben förderfähigen Kosten nicht möglich. Diese Anlagen sind separat zu finanzieren, sofern der Kredit nicht mit einem beihilfefreien Zinssatz zugesagt wird.

Ausgeschlossen ist insbesondere eine Kombination für dieselbe Maßnahme mit folgenden Programmen:

Eine Kombination mit der Wärmenetz- bzw. Wärmespeicherförderung nach §§ 18–21 bzw. §§ 22–25 KWKG ist möglich, wenn mindestens zwei förderfähige Maßnahmen durchgeführt werden.

Grundstücke, die notwendiger Bestandteil eines aktuell anstehenden Investitionsvorhabens sind, können im Programm IKU – Investitionskredit Kommunale und Soziale Unternehmen finanziert werden, wenn der Erwerb nicht mehr als 2 Jahre vor Antragstellung erfolgte.

Voraussetzungen

Es gelten insbesondere folgende Voraussetzungen:

  • Die Maßnahme muss im Einklang mit den Zielen der Stadtentwicklung stehen und insbesondere die Stadtentwicklungs-/Stadtumbauplanung, die Bauleitplanung sowie ggf. bereits beschlossene wohnwirtschaftliche und Klimaschutzkonzepte berücksichtigen.
  • Bei Maßnahmen zur quartiersbezogenen Wärme- und Kälteversorgung ist für die Anlage das Kriterium der Hocheffizienz zu erfüllen und bei Antragstellung zu bestätigen.
  • Die quartiersbezogene Versorgung muss sich über die Grundstücksgrenzen der einspeisenden Anlage erstrecken, mindestens ein Abnehmer muss an das Netz angeschlossen sein, der nicht gleichzeitig Eigentümer oder Betreiber der einspeisenden Anlage ist.
  • Investitionen in die energieeffiziente Wasserver- und Abwasserentsorgung müssen die Energieeffizienz verbessern und Energieeinspareffekte bewirken.
  • Von der Förderung ausgeschlossen sind
    • Leasingfinanzierungen,
    • Eigenleistungen,
    • In-Sich-Geschäfte, d.h. es besteht Gesellschafteridentität zwischen Veräußerer und Erwerber der zu finanzierenden Investitionsgüter,
    • Investitionen von politischen Parteien,
    • Umschuldungen bzw. Nachfinanzierungen bereits abgeschlossener Vorhaben sowie
    • Sanierungsfälle und Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne der EU-Leitlinien.

Antragsverfahren

Anträge können vor Beginn des Projekts unter Verwendung der vorgesehenen Formulare bei jeder Bank oder Sparkasse gestellt werden.

Weitere Informationen erteilt die KfW Bankengruppe.

Quelle

Merkblatt der KfW Bankengruppe, Stand 12/2017; KfW-Information vom 01.09.2017

Zuletzt aktualisiert am: 09.02.2018

Konditionenübersicht für Endkreditnehmer der KfW Bankengruppe

Links

IKU - Energetische Stadtsanierung - Quartiersversorgung - Programmüberblick

Programmüberblick auf den Internetseiten der KfW Bankengruppe

IKU - Energetische Stadtsanierung - Quartiersversorgung - Häufige Fragen

Häufige Fragen auf den Internetseiten der KfW Bankengruppe

IKU - Energetische Stadtsanierung - Quartiersversorgung - Verfahren

Informationen zum Antragsverfahren auf den Internetseiten der KfW Bankengruppe

Downloads

IKU - Energetische Stadtsanierung - Quartiersversorgung - Formulare und Downloads

Formulare, Merkblätter und weitere Downloads auf den Internetseiten der KfW Bankengruppe

Kontakt

KfW Bankengruppe

Palmengartenstraße 5-9

60325 Frankfurt am Main

Hotline:0 800 539-9001 (Gründer und Mittelstand), -9002 (Bauen, Sanieren und Kommunen), -9003 (Bildung)

Telefon:0 69 7431-0

Fax:0 69 7431-2944

E-Mail:info@kfw.de

Internet:http://www.kfw.de

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