Zweite Corona-Welle drückt Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft

NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Oktober 2020

Angesichts steigender Infektionszahlen blicken die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen erstmals seit fünf Monaten wieder skeptischer in die Zukunft. Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilten sie im Oktober hingegen deutlich besser. Deshalb stieg das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima insgesamt weiter an, wenn auch nicht mehr so dynamisch wie zuvor.

 

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima ist im Oktober um 1,6 Saldenpunkte auf 1,2 Punkte gestiegen und liegt damit erstmals seit Februar wieder im positiven Wertebereich. Das jüngste Plus geht allein auf die Geschäftslage zurück, die die befragten Unternehmen im Oktober deutlich besser beurteilten. Ihre gesunkenen Erwartungen an die nächsten sechs Monate verpassten dieser erfreulichen Entwicklung jedoch einen Dämpfer.

 

„Wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in der Wirtschaft der Optimismus der Vormonate wieder verflogen“, sagt Eckhard Forst, Vorsitzender des Vorstands der NRW.BANK. „Die im Mai eingesetzte Erholung der Konjunktur gerät ins Stocken.“ Der für November beschlossene Teil-Lockdown spiegelt sich in der aktuellen Befragung noch nicht wider. Es ist jedoch davon auszugehen, dass dieser die Stimmung weiter drücken wird. Anders als im Frühjahr sind die globalen Lieferketten der Industrie dieses Mal aber intakt, der Einzelhandel und andere Dienstleister bleiben geöffnet. Dazu Eckhard Forst: „Das macht Hoffnung auf eine schnelle Fortsetzung des Aufschwungs nach Ende des Lockdowns.“

 

Im Oktober verbesserte sich das Geschäftsklima vor allem im Dienstleistungssektor. Hier bewerteten deutlich weniger Unternehmen ihre aktuelle Lage als schlecht. Zudem erwartet eine wachsende Mehrheit der Dienstleister, dass sich ihre Geschäfte in Zukunft verbessern werden. Vor allem die Logistik blickt dank guter Umsätze optimistischer in die Zukunft. Im Gastgewerbe trübte sich das Klima mit Blick auf coronabedingte Geschäftseinschränkungen hingegen ein.

 

Im Verarbeitenden Gewerbe erholte sich das Geschäftsklima. Deutlich mehr Firmen waren mit ihren aktuellen Geschäften zufrieden. Die Auslastung der Kapazitäten konnte von 73,6% auf 79,1% gesteigert werden. Damit liegen sie aber immer noch unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Der zuletzt aufgekommene Optimismus hat mit Blick auf die kommenden Monate allerdings einen Rückschlag erhalten. Die einzelnen Industriebranchen entwickelten sich unterschiedlich. Während es bei den Metallbranchen und im Maschinenbau weiter aufwärtsging, trübte sich das Klima in der Ernährungsindustrie und in der Chemie ein.

 

Im Groß- und Einzelhandel veränderte sich die Stimmung kaum. Zwar waren die Händler mit ihren laufenden Geschäften so zufrieden wie seit über einem Jahr nicht mehr. Zugleich schauen die Unternehmen aber merklich pessimistischer auf die kommenden Monate. Im Einzelhandel sanken die Erwartungen sogar auf den tiefsten Stand seit vier Monaten.

 

Auch im Bauhauptgewerbe in NRW fand die fünfmonatige Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas ein vorläufiges Ende. Die Unternehmen korrigierten ihre weiterhin sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage nach unten. Ihre Erwartungen veränderten sich im Vergleich zum Vormonat kaum. Eine Mehrzahl der Baufirmen rechnet mit einem Rückgang der Geschäftstätigkeit in den nächsten Monaten. Dies gilt insbesondere für den gewerblichen sowie den öffentlichen Bau.

NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima Oktober 2020: Zweite Corona-Welle drückt Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft

Hintergrund:

Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Hierfür werden monatlich etwa 1.500 Unternehmen aus dem Bundesland zu ihrer aktuellen Geschäftslage und ihren Zukunftserwartungen befragt. Ihre Antworten werden exklusiv für die NRW.BANK ausgewertet.

 

Detaillierteres Zahlenmaterial finden Sie unter www.nrwbank.de/ifo.

  

Über die NRW.BANK

Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt ihren Eigentümer, das Land NRW, bei dessen struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben. In ihren drei Förderfeldern „Wirtschaft“, „Wohnraum“ und „Infrastruktur/Kommunen“ setzt die NRW.BANK ein breites Spektrum an Förderinstrumenten ein: von zinsgünstigen Förderdarlehen über Eigenkapitalfinanzierungen bis hin zu Beratungsangeboten. Dabei arbeitet sie wettbewerbsneutral mit allen Banken und Sparkassen in NRW zusammen. In ihrer Förderung berücksichtigt die NRW.BANK auch bestehende Angebote von Bund, Land und Europäischer Union.

 

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Düsseldorf/Münster, 4. November 2020

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