ESF-Förderrichtlinie

  • Zuschüsse, deren Höhe vom jeweiligen Förderangebot abhängt
  • Für natürliche und juristische Personen und Personengesellschaften, die förderfähige Vorhaben in Einzelprogrammen durchführen
  • Fördert arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen und Maßnahmen für die Aus- und Weiterbildung
  • Fördergeber: Land

Wer wird gefördert?

  • natürliche und juristische Personen
  • Personengesellschaften

die förderfähige Vorhaben in den jeweiligen Einzelprogrammen durchführen

Was wird gefördert?

Im Rahmen der ESF-Förderrichtlinie können Sie Zuschüsse für verschiedene arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Maßnahmen und Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung erhalten. Die einzelnen Förderprogramme folgen 4 Prioritätsachsen.

Prioritätsachse A: Förderung der Beschäftigung und Unterstützung der Mobilität der Arbeitskräfte

Sie erhalten Zuschüsse für die dauerhafte Eingliederung junger Menschen ins Erwerbsleben, die weder einen Arbeitsplatz haben noch eine schulische oder berufliche Ausbildung absolvieren. Mitfinanziert wird außerdem die Anpassung von Arbeitskräften, Unternehmen und Unternehmer an den Wandel.

Die Prioritätsachse A umfasst folgende Förderprogramme:

  • Kommunale Koordinierung: Gefördert wird die Organisation regionaler Übergangssysteme von der Schule in den Beruf.
  • Starthelfende (aufgehoben): Gefördert wurden Personen, die im Ausbildungsmanagement tätig waren. Das umfasste die Akquise von Ausbildungsstellen, die Suche geeigneter Jugendlicher, die Vermittlung auf offene Lehrstellen und die Begleitung neu geschlossener Ausbildungsverträge.
  • Kooperative Ausbildung an Kohlestandorten in Nordrhein-Westfalen: Gefördert werden Ausbildungsplätze an Kohlestandorten in Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen einer Kooperation zwischen Bildungsträgern und insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entstehen, durch theoretische und fachpraktische Qualifizierung.
  • Förderung der betrieblichen Berufsausbildung im Verbund: Betriebe können im Verbund mit anderen Betrieben oder mit einem Bildungsdienstleister einen Zuschuss für die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen erhalten.
  • Teilzeitberufsausbildung – Einstieg begleiten – Perspektiven öffnen: Gefördert wird die Anbahnung einer betrieblichen Erstausbildung in Teilzeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf für
    • Mütter oder Väter, die mit mindestens einem Kind in häuslicher Gemeinschaft leben
    • Personen, die einen pflegebedürftigen Angehörigen in häuslicher Gemeinschaft pflegen
  • 100 zusätzliche Ausbildungsplätze für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene in Nordrhein-Westfalen: Gefördert wird die berufliche Ausbildung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderungen, z.B. mit Körper-/Sinnes-/Kommunikationsbehinderung, psychischer Behinderung, Mehrfachbehinderung.
  • Prüfungsgebühren für Jugendliche mit vollzeitschulischer beruflicher Ausbildung: Jugendliche mit vollzeitschulischer beruflicher Ausbildung können einen Zuschuss zu den Prüfungsgebühren für Zwischen- und Abschlussprüfungen bei den Kammern erhalten.
  • Werkstattjahr: Mitfinanziert werden Maßnahmen zur Berufsorientierung, die betriebliche Praxisphasen enthalten.
  • Ausbildungsprogramm NRW: Gefördert werden zusätzliche Ausbildungsplätze und die Begleitung der Auszubildenden.
  • Beratung von Unternehmen zur Fachkräftesicherung, Potentialberatung: Unternehmen können einen Zuschuss für die beteiligungsorientierte Beratung erhalten.
  • Kompetenzentwicklung von Beschäftigten durch Bildungsscheckverfahren: Beschäftigte in Unternehmen im privaten Besitz, Berufsrückkehrende oder Selbstständige können einen Zuschuss für berufliche Weiterbildungsmaßnahmen erhalten, die der Kompetenzentwicklung dienen.
  • Weiterbildungsberatung: Im Rahmen des Programms „Kompetenzentwicklung durch Bildungsscheckverfahren“ werden Weiterbildungsberatungen von Unternehmen, Berufsrückkehrenden und Beschäftigten mitfinanziert.
  • Beratung zur beruflichen Entwicklung/Anerkennung Kompetenzen: Gefördert wird die individuelle Beratung zur weiteren beruflichen Entwicklung.
  • Fachkräfte: Mitfinanziert werden Vorhaben zur Sicherung und Gewinnung von Fachkräften.
  • Beschäftigtentransfer: Von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen erhalten Unterstützung für den Transfer in eine neue Beschäftigung durch Beratung und flankierende Tätigkeiten.

Prioritätsachse B: Förderung der sozialen Eingliederung und Bekämpfung der Armut

Hier erhalten Sie Zuschüsse für aktive Inklusion durch die Förderung von Chancengleichheit und aktiver Beteiligung sowie die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit.

Die Prioritätsachse B umfasst folgende Förderprogramme:

  • Jugend in Arbeit Plus (aufgehoben): Gefördert wurden
    • die individuelle Beratung und Begleitung Jugendlicher während der Suche nach einem Ausbildungsplatz und während der Beschäftigung
    • die Einwerbung und Vermittlung geeigneter Arbeitsplätze für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf
    • die Koordinierung einschließlich der damit verbundenen Verwaltungs-, Dokumentations- und Reisekosten
    • die Teilnahme an Fortbildungen
    • der Erfahrungsaustausch
  • Öffentlich geförderte Beschäftigung (aufgehoben): Gefördert wurden Maßnahmen der öffentlich geförderten Beschäftigung für Langzeitarbeitslose und deren Unterstützung durch Coaching, Projektleitung und Qualifizierung.
  • Beratungsstellen Arbeit: Mitfinanziert werden die Beratung und Begleitung erwerbsloser und von Arbeitslosigkeit bedrohter Menschen, von Berufsrückkehrenden und sog. Aufstockern.
  • Basissprachkurse zur Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen: Gefördert werden Sprachkurse für die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen, die eine gute Bleibeperspektive haben.

Prioritätsachse C: Investitionen in Bildung, Kompetenzen und lebenslanges Lernen

In der Prioritätsachse C erhalten Sie Zuschüsse für folgende Vorhaben:

  • Zugangs zum lebenslangen Lernen für alle Altersgruppen
  • Steigerung des Wissens, der Fähigkeiten und der Kompetenzen von Arbeitskräften
  • Förderung flexibler Bildungswege u.a. durch Berufsberatung und die Bestätigung erworbener Kompetenzen
  • Verbesserung der Arbeitsmarktrelevanz der allgemeinen und beruflichen Bildung
  • Erleichterung des Übergangs von der Bildung zur Beschäftigung
  • Stärkung und Verbesserung der beruflichen Bildung und Weiterbildung, u.a. durch die Antizipierung des Qualifikationsbedarfs, durch überarbeitete Lehrpläne und die Einrichtung und Entwicklung beruflicher Bildungssysteme, darunter duale Bildungssysteme und Ausbildungswege

Die Prioritätsachse C umfasst folgende Förderprogramme:

  • Lebens- und erwerbsweltbezogene Weiterbildung in Einrichtungen der Weiterbildung: Die Weiterbildungseinrichtungen Arbeit und Leben – Landesarbeitsgemeinschaft für politische und soziale Bildung Nordrhein-Westfalen e.V., Landesarbeitsgemeinschaft für katholische Erwachsenen- und Familienbildung Nordrhein-Westfalen e.V. und der Landesverband der Volkshochschulen Nordrhein-Westfalen e.V. können zusätzliche ESF-Mittel erhalten, um das lebensbegleitende Lernen zu unterstützen.
  • Förderung von laufenden Kosten der überbetrieblichen Unterweisung von Auszubildenden in Industrie und Handel: Mitfinanziert wird die überbetriebliche Unterweisung von Auszubildenden aus Industrie und Handel, um die Ausbildungsqualität zu sichern und zu verbessern.
  • Förderung von laufenden Kosten der überbetrieblichen Unterweisung von Auszubildenden im Handwerk: Mitfinanziert wird die überbetriebliche Unterweisung von Auszubildenden im Handwerk.

Prioritätsachse D: Technische Hilfe

  • Regionalagenturen: Gefördert wird die regionale Umsetzung der Landesarbeitsmarktpolitik.

Prioritätsachse E: REACT EU

  • Unterstützung der Krisenbewältigung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und ihren sozialen Auswirkungen  und Vorbereitung einer grünen, digitalen und stabilen Erholung der Wirtschaft

Unabhängig von den Prioritätsachsen können Sie aus ESF-Mitteln Zuschüsse für Einzelprojekte erhalten.

Querschnittsziele aller Schwerpunkte sind:

  • Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung
  • Nachhaltigkeit und demografischer Wandel
  • Transnationalität und Interregionalität

Welche Voraussetzungen gelten?

Sie müssen die jeweiligen Förderrichtlinien und -hinweise zu den einzelnen Programmen beachten.

Wie wird gefördert?

  • Förderart: Zuschuss
  • Förderumfang und -höhe: abhängig vom Förderangebot

Wie erfolgt die Antragstellung?

Sie stellen den Antrag – falls keine programmspezifischen Regelungen gelten – auf den vorgesehenen Formularen bei der zuständigen Bezirksregierung.

Wichtig: Sie müssen den Antrag i.d.R. vor Beginn der Maßnahme einreichen.

Als regionaler Akteur können Sie bei den Regionalagenturen Informationen über die Ausrichtung der EU-Strukturfonds und der Landespolitik erhalten.

Weitere Informationen

Grundlage der Förderung:

Geltungsdauer: 31.12.2023

Bei den Einzelprogrammen müssen Sie ggf. besondere Fristen beachten.

Weitere Informationen zu den Programmen:

Übrigens: Laut MAGS gibt es bei den arbeitspolitischen Förderprogrammen in Coronazeiten verschiedene Verfahrensanpassungen. Informationen hierzu finden Sie im Internet.

Kontakt

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