Die klassische Familie – Vater, Mutter, Kind(er) – war zwar zur Jahrtausendwende noch das vorherrschende Familienmodell. Daneben aber wuchs der Anteil von Singles und Alleinerziehenden. Für diese Gesellschaftsgruppen bot der Wohnungsmarkt damals jedoch nur wenig passenden Wohnraum.
Als in der Brockmannstraße im Münsteraner Stadtteil Mecklenbeck ein kleines Areal zur Verfügung stand, entwickelte die Wohn + Stadtbau zusammen mit dem Sozialamt und dem Amt für Wohnungswesen der Stadt Münster ein Wohnprojekt der etwas anderen Art: Hier sollte Wohnraum errichtet werden, der besonders auf Familien und Alleinerziehende mit niedrigem Einkommen zielte und zudem deren spezielle Wohnbedürfnisse berücksichtigte. Daneben stellte die Stadt besondere Anforderungen an den Energieverbrauch der Gebäude, an Barrierefreiheit und an großzügige Grün- und Spielflächen.
Flexibler Wohnraum in einem gemischten Quartier
„Wir wollten nicht nur ein Minimum umsetzen, sondern ein echtes Angebot schaffen“, sagt der Geschäftsführer der Wohn + Stadtbau, Stefan Wismann, der damals auch Projektleiter war. An der Brockmannstraße entstanden im Jahr 2003 insgesamt neun neue Gebäude. Der Clou: Die Grundrisse der einzelnen Wohnungen sind flexibel und individuell planbar. So können auf derselben Fläche, die im Rahmen des jeweiligen Wohnberechtigungsscheins zulässig ist, mehr Zimmer oder andere Zuschnitte realisiert werden als in herkömmlichen Wohnungen.
Und noch ein weiterer Aspekt ist hervorzuheben: Die Siedlung an der Brockmannstraße ist ein gemischtes Quartier. Neben öffentlich geförderten Mietwohnungen entstanden hier auch frei finanzierte Eigentumswohnungen.





