NRW.BANK.Studierendenwettbewerb: Wettbewerbsergebnisse für die Region Münster

Wettbewerbsergebnisse für die Region Münster

Studierende der Hochschule Bochum sind die Gewinner des Studierendenwettbewerbs „Wachstum in Kooperation – Neue Wohnraumangebote in der Region“ für die Region Münster. Sie überzeugten die Jury mit ihren Konzepten für zukunftsweisende Quartiersentwicklungen und erhalten nun neben dem Preisgeld die Chance, dass ihre Entwürfe für die beiden Flächen in Telgte und Altenberge in die Diskussion vor Ort einfließen.

Unter dem Vorsitz von Prof. Johannes Ringel hat sich das Preisgericht in der Wettbewerbsregion Münster für zwei erste, einen zweiten Platz, einen dritten Platz sowie zwei Ankäufe entschieden.

1. Preis Telgte: Gemeinsam zukunftsfähig leben

Henry Dahl, Jonas Rödel, Karolina Sosniak (Hochschule Bochum)

Die Arbeit überzeugt durch ihre Ausbildung des neuen Stadtrands und die Verzahnung zwischen bebautem und unbebautem Raum. Dabei integrieren die Verfasser gleichzeitig auch eine neue Typologie für Telgte, die in Maßstäblichkeit und Bauform zum Bestand passt. Der Nutzungsmix ist gelungen und die Idee der Ausbildung einer Nachbarschaft innerhalb der Höfe macht das Quartier zu einem lebenswerten durchmischten neuen Stadtteil. Die Ausbildung eines großen Parks, der Alt und Neu verbindet, und Funktionen anbietet, die sowohl den alteingesessenen als auch den neuen Bewohnern dient, wird als besonders positiv bewertet. Die konzeptionell stringente Trennung von PKW-Verkehr und Radverkehr nimmt folgerichtig die Verschränkung von Landschaft und bebauten Raum auf. Die unterschiedlichen Milieus, die sich in eigenen kleinen Gruppierungen zusammenfinden, ergeben zusammen mit dem qualitätvollen Wohnumfeld einen wichtigen Impuls für neue Wohnangebote in der Region, die in der Lage sind den Druck auf den Wohnungsmarkt der Kernstadt zu entlasten.

1. Preis Altenberge: Bahnhofshügel Alternberge

Polina Popova, Vanessa Nett, Felix Bollmann (Hochschule Bochum)

Der Entwurf besticht durch seine klare und nachvollziehbare Konzeptherleitung und die daraus resultierende gekonnte Einbindung des Bestands. Umsäumt werden die entworfenen Hofstrukturen durch einen mäandrierenden Grünzug, der den Bewohnern ein gelungenes Erholungsgebiet zur Verfügung stellt, auf gelungene Art Bezüge zur bestehenden Nachbarschaft herstellt und die Topographie des Plangebiets gekonnt mit in den Entwurf integriert, um eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung anbieten zu können. Der ruhende Verkehr ist aktuell maßstäblich den Wohnbereichen zugeordnet ohne die Wohnqualitäten zu stören. Insgesamt handelt es sich bei dem Entwurf um ein durchdachtes Konzept, dass sich für die Entwicklung dieses Standorts in vielen Aspekten empfiehlt und neue Wohnformen für Neuzugezogene, aber auch für die ansässige Bevölkerung bereitstellen kann.

2. Preis (Altenberge): Altenberghain

Maximilian Agricola, Maximilian Voss, Lukas Beckert (Hochschule Bochum)

Die Entwurfsverfasser schaffen eine klare städtebauliche Struktur, die die zukünftige Al­lee an der Bahnhofsstraße im Norden, sowie die kleinteilige Bestandsstruktur im Süden angemessen berücksichtigt. Das Preisgericht würdigt insbesondere den Ansatz, Wohn­angebote für Jung und Alt zusammenzubringen und wertet dies als einen möglichen Lösungsansatz für die von Einfamilienhäusern geprägten Wohnstandorte wie Altenberge. Das Verkehrskonzept ist ebenfalls schlüssig strukturiert und bietet mit ÖPNV und Sharing-Angeboten Anreize für eine nachhaltige Mobilität. Kritisch bewertet das Preisgericht den introvertierten Grünraum, der sich in seinen Bewegungsrichtungen nicht in den Bestand integriert.

3. Preis (Telgte): mehrSTATTland

Franziska Fischer, Lisa Wulff, Lena Wollenweber (Hochschule Bochum)

Die Arbeit reflektiert zunächst den regionalen Kontext des Bearbeitungsgrundstücks im Verhältnis zu Münster mit Aspekten zu Lebensmustern, Bildung, Mobilität und phasenweiser Entwicklung. Aus diesen Prämissen heraus wird ein buntes, vielfältiges Repertoire von Höfen entwickelt, die jeweils aus verschiedenen typologischen Bausteinen bestehen und durch eine grüne Fuge angemessen mit dem nördlichen Bestand verbunden werden. Die bestehenden Höfe werden in das Konzept integriert, übernehmen Funktionen des Gemeinbedarfs und dienen als Mittelpunkt des neuen Quartiers. Das Preisgericht begrüßt den zentralen Gedanken des Wohnkonzepts aus dem glaubhaft nachbarschaftliche Wohngemeinschaften entstehen können, sowie einige Vorschläge für zukünftige Mobilität, weist aber auch auf Schwächen in der Durcharbeitung hinsichtlich der Ausrichtung und Orientierung von Gebäuden und Gärten hin.

Ankauf Telgte: Telgte+

David Laska, Kyrylo Sobolyev, Marija Lawrinjuk (Hochschule Bochum)

Die Verfasser entwerfen ein klar gegliedertes Quartier, welches sich aus den vorgefundenen Bauernhöfen entwickelt und dabei intensiv mit neuen Wohnangeboten in solchen Höfen auseinandersetzt. Kritisch bewertet das Preisgericht die Verlagerung der Umgehungsstraße in das Gebiet und die schematische Wiederholung des Blockprinzips ohne städtebauliche Besonderheit oder ansprechende öffentliche Räume. Insgesamt würdigt das Preisgericht die intensive Auseinandersetzung mit neuartigen Wohnhöfen als guten Beitrag zur Diskussion um Wohnraumangebote an Standorten wie Telgte Süd.

Ankauf Altenberge: Gemeinsam gesund umweltbewusst

Ayse Bilgin, Mamoun Nkangabanshi, Rima El-Salti (Hochschule Bochum)

Die Arbeit entwickelt aufgelockerte Blockstrukturen um eine verspringende grüne Mittelachse, die sich zu einer interessanten Freiraumfolge entwickelt. Das Preisgericht lobt hierbei das Zusammenspiel zwischen öffentlichen Nutzungen und Freiräumen, die interessante und lebendige Räume erwarten lassen. Auch die Auseinandersetzung mit den Themen Gesundheit, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft wird vom Preisgericht positiv bewertet, auch wenn die Übersetzung in städtebaulichen Strukturen nur schematisch ausgearbeitet ist. Kritisch sieht das Preisgericht die Ausarbeitung der Gebäudestrukturen, die an vielen Stellen eine Sensibilität gegenüber den Bestandsstrukturen vermissen lässt.

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