Studierende der RWTH Aachen und der Leibnis Universität Hannover sind die Gewinner des NRW.BANK.Studierendenwettbewerb für die Region Bielefeld.

Wettbewerbsergebnisse für die Region Bielefeld

Studierende der RWTH Aachen und der Leibniz Universität Hannover sind die Gewinner des Studierendenwettbewerbs „Wachstum in Kooperation – Neue Wohnraumangebote in der Region“ für die Region Bielefeld. Sie überzeugten die Jury mit ihren Konzepten für zukunftsweisende Quartiersentwicklungen und erhalten nun neben dem Preisgeld die Chance, dass ihre Entwürfe für die beiden Flächen in Gütersloh und Herford in die Diskussion vor Ort einfließen. 

Unter dem Vorsitz von Prof. Johannes Ringel hat sich das Preisgericht in der Wettbewerbsregion Bielefeld für zwei erste und zwei zweite Plätze sowie zwei Ankäufe entschieden.

1. Preis Gütersloh: The Frame

Susanne Tietmann, Christoph Kugelart (RWTH Aachen)

Insgesamt legen die Entwurfsverfasser ein Konzept vor, dass die historische Nutzung achtet und gleichzeitig ein zukunftsorientiertes Wohnquartier für Gütersloh verspricht. Bei der Planung wird der Charakter des militärisch geprägten Quartiers beibehalten – die umlaufenden Panzerhallen werden erhalten und definieren den äußeren Rahmen des neuen Quartiers. Das Preisgericht lobt die flexibel nutzbaren inneren Wohnblöcke und angebotenen Grundrisse. Das wirtschaftliche Erschließungssystem bieten übersichtliche gut hierarchisierte Straßenräume. Dem Quartier vorgelagert schlägt der Entwurf nachvollziehbar die Entwicklung des Hochschulstandorts, inklusive Hotel und Mobilitätsstation vor. In der nördlichen Richtung bindet das Quartier schlüssig den Landschaftsraum der Dalke, sowie Fuß- und Radwegeerschließungen in das Plangebiet ein. Das Preisgericht würdigt die differenzierten Wohnangebote zusammen mit dem qualitätvollen Wohnumfeld als ein realistisches Bild von Wohnangeboten in der Region, die in der Lage sind den Druck auf den Wohnungsmarkt der Kernstadt Bielefeld zu entlasten und gleichzeitig den Kasernenstandort in Gütersloh zu entwickeln.

1. Preis Herford: Der Stiftberg Herford – Alte Orte neu entdecken

Hendrik Verhülsedonk, Daniel Richter (RWTH Aachen)

Die Arbeit überzeugt besonders durch das stringente Nutzungskonzept, dass viele Fragen der Auslobung adressiert. Um Bielefeld als Wohnstandort zu entlasten und dennoch die Berufspendlerströme gering zu halten, wird auf das Bielefelder Modell rekurriert. Die Wohnnutzung hebt primär auf eine generationengemischte Nutzung ab, die sich in der Baustruktur wiederspiegelt. Geschosshöhen und Nachverdichtung greifen die gewachsenen sensiblen Umgebungsnutzungen auf und erlauben gleichzeitig eine wirtschaftliche Entwicklung. Eine Grünachse durchzieht ausgehend von der Reiterhalle das Gebiet in Richtung Süden über die Vlothoer Straße hinweg und verbindet damit die beiden Standorte nördlich und südlich der Straße. Die gewerbliche Nutzung, Versorgungs- und Einzelhandelsnutzung werten die Wohnqualität und die Aufenthaltsqualität der zentralen Aufenthaltsachse auf, ohne durch eine Über­dimensionierung die Innenstädte von Herford und Bielefeld zu schwächen. Durch die mittige Verkehrserschließung, Parkhaus sowie eine gute Verbindung zwischen Individualverkehr wird eine gute Verkehrsanbindung erzielt ohne unnötige Verkehre im Wohnbereich zu erzeugen. Durch Verkehrserschließung sowie Abbruch und Neubau der westlichen Bestandsgebäude wird das Gebiet konsequent in Richtung der Umgebungsnutzung geöffnet. Die abgestufte Entwicklung inklusive der Einbindung zentraler Akteure in die Entwicklung überzeugt.

2. Preis Gütersloh: Quartier mit Vergangenheit, Wohnen mit Zukunft

Kathrin Miriam Schmitz (RWTH Aachen)

Der Entwurf für die Konversion der Mansergh Barracks Gütersloh konzipiert einen Wohn- und Hochschulstandort, der sich stark an den vorhandenen städtebaulichen Strukturen und der Nachnutzung der Bestandsgebäude orientiert. Bemerkenswert ist nach Auffassung der Jury die Betonung der Eingangssituation und die Weiterentwicklung der vorhandenen Torsituation. Die Verkehrsanbindung mit Individualverkehrsmitteln und dem angedachten Haltepunkt der Teutoburgerwald-Eisenbahn ist sorgfältig durchdacht. Der Anschluss an die umgebenden Freiraumstrukturen ist zur Dalke gelungen. Kritisch bewertet das Preisgericht den Übergang zur östlichen Landschaft in Form von mehrstöckigen Punkthäusern. Die Nutzung der Erdgeschosszonen in den zentralen Bereichen sollte im Hinblick auf eine tragfähige Nutzungsmischung noch einmal überdacht werden.

2. Preis Herford: Terrassenquartier am Stuckenberg

Jan Philipp Krüger (Leibniz Universiät Hannover)

Die Verfasser entwerfen fünf Bebauungsgruppen, die von den Rändern her in das Gebiet hinein entwickelt werden und mit ihren Raumkanten eine grüne Verbindungsachse von Nord nach Süd als eine gut formulierte Raumfolge mit sich verengenden und weitenden Abschnitten bilden. Die Konfigurierung der Bebauungsfelder basiert auf den identitätsstiftenden Bestandsgebäuden, die an den Rändern erhalten werden und die damit den Auftakt in das jeweilige Teilquartier bilden. Die Topografie wird von den Verfassern durch in den Hang geschobene Sockelzonen mit Park- und Ladenbereichen geschickt aufgegriffen. Es wird ein differenzierter Nutzungsmix aus verschiedenen Wohnformen mit wohnverträglichem Gewerbe, Dienstleistungen und Läden angeboten, mit unterschiedlicher Programmierung zwischen den Teilquartieren. Die gestellten Fragen zur Entwicklungsstrategie werden nur angerissen, dafür werden aber gute und folgerichtige Vorschläge zur Mobilitätsversorgung der Bewohner entwickelt, insbesondere unter dem Blickwinkel einer Verflechtung in die Region Bielefeld. Die Verfasser verorten verschiedene Angebote von ÖPNV bis Carsharing als Alternative zum eigenen Auto, so dass ein autofreies Gesamtquartier entsteht. Insgesamt schlägt der Entwurf eine städtebaulich gut eingefügte Struktur vor, die maßstäblich die historischen Kasernenbauten aufgreift und die überzeugende öffentliche Räume schafft mit einem differenziertem Wohnangebot. Die Arbeit stellt einen wertvollen Beitrag dar zu der Frage wie ein Wohnquartier in Herford mit einem überzeugenden Mobilitätskonzept zur Deckung der Wohnungsnachfrage in der Kernstadt Bielefeld beitragen kann.

Ankauf Gütersloh: Regiopolitan Living

Marie Kickhöfel (Leibniz Universiät Hannover)

Die Arbeit „Regiopolitan Living- Ein atmosphärischer Streifzug“ überrascht mit ihrem außergewöhnlichen Ansatz, das Überschwemmungsgebiet der Dalke zu einem künstlichen See zu stauen und als zentralen Ansatzpunkt des Entwurfs herauszustellen. Der Entwurf schafft neue Wohnformen, die für eine Durchmischung und Attraktivität des neuen Wohnquartiers sorgen können und aufgrund der Wasserlage glaubhaft den Wohnungsmarkt in Bielefeld entlasten könnten. Von hochpreisigen Eigentumswohnungen entlang der Wasserkante, über familiengerechte Wohnungen, die Integration eines Gemeinschaftswohnprojektes mit Urban Gardening bis hin zu Studentenwohnungen ist vieles berücksichtigt und umsetzbar. Die Ansiedlung von Start-ups mit der Verbindung von Wohnen und Arbeiten in den alten Panzerhallen sowie der ebenfalls integrierte FH Campus bietet ein vielfältiges, weitere Zielgruppen ansprechendes Nutzungskonzept. Das Preisgericht würdigt insgesamt den kreativen und konzeptionellen Ansatz, weist aber auch auf deutliche Schwächen im Gebäudezuschnitt und der Belichtung hin. Es fehlt ein tragbares Verkehrskonzept mit der Anbindung an den ÖPNV. Die Realisierung der „5 Bänder“ ist ebenso wie der Teilrückbau von Bestandsgebäuden architektonisch wie wirtschaftlich nicht tragbar.

Ankauf Herford: Grünes Band Herford

Jan Klünker, Reshad Wahabzada (RWTH Aachen)

Die Arbeit zeigt eine breite und tiefe Durchdringung des Plangebiets und seiner Umgebung. So werden z. B. die getroffenen Entscheidungen bezüglich der Anzahl und Typologie der zu schaffenden Wohneinheiten, des Erschließungssystems, der Umgang mit dem ruhenden Verkehr sowie die zeitliche Abfolge der städtebaulichen Entwicklung analytisch sauber hergeleitet und begründet. Die neu geschaffenen Baufelder entwickeln sich nachvollziehbar beidseitig zur neu geschaffenen Grünachse. Die gewählte städtebauliche Typologie von „Block-Hof Hybriden“ ermöglicht eine selbstverständliche Einbindung von erhaltenswürdigen Bestandsbauten, und andererseits eine einfache Ergänzung mit Neubauten. Die „Entlastungsfunktion“ des neu geschaffenen Wohnstandortes, der angemessen um Nahversorgungsstrukturen ergänzt wurde, ist nachvollziehbar begründet und glaubhaft umsetzbar. Eine Vernetzung wird in alle Richtungen durch ein nachvollziehbares, aber im Ergebnis etwas überdimensioniertes Erschließungssystem gewährleistet.

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