In Baudenkmälern steckt nicht nur ein historischer Wert, sondern auch städtebauliches Potenzial, wie der Umbau eines ehemaligen Warenhauses zeigt.
Das Linden-Karree in Gelsenkirchen-Buer (Foto: Panteleit)

Wohnen

Baudenkmal belebt Innenstadt in Gelsenkirchen-Buer

Baudenkmäler sind gebaute Stadtgeschichte und stiften Identität. Dass in den Bauten nicht nur ein historischer Wert steckt, sondern auch städtebauliches Potenzial, zeigt der gelungene Umbau eines ehemaligen Warenhauses in Gelsenkirchen-Buer. Mit Unterstützung aus dem Förderprogramm NRW.BANK.Baudenkmäler verwandelte eine örtliche Investorengemeinschaft die Immobilie in ein Haus, das ein beliebter Treffpunkt für alle Generationen geworden ist.

Dr. Siegbert Panteleit auf der Baustelle des Linden-Karrees (Foto: NRW.BANK) Dr. Siegbert Panteleit auf der Baustelle des Linden-Karrees (Foto: NRW.BANK)

An klaren Tagen sind die Halden in Dinslaken oder Bochum, aber auch das Münsterland im Norden und das Bergische Land im Süden zu sehen. „Von der Dachterrasse können die Bewohner des Wohn- und Pflegezentrums im Linden-Karree ihre gesamte Heimat überblicken – was ihnen wichtig ist“, berichtet Dr. Siegbert Panteleit. Er ist Sprecher der Buer Management GmbH (BMG), zu deren Mitgliedern Immobilienbesitzer, Handwerker und Kaufleute zählen. Die Anfang 2016 fertig gestellte Dachterrasse des Linden-Karrees ist der krönende Abschluss des gelungenen Umbaus eines leerstehenden Warenhauses mit denkmalgeschützter Fassade in bester Lage. Das 1912 eröffnete Haus war lange ein Aushängeschild der hochfrequentierten Fußgängerzone in Gelsenkirchen-Buer. Doch 2008 schloss der letzte Eigentümer, Hertie, das Haus.

Zusammen gegen die Lücke

Mit dem Ziel, die negativen Folgen eines Leerstands von 10.000 Quadratmetern für das Umfeld zu minimieren, schlossen sich lokale Investoren aus Bürgern und Mitgliedern der BMG zusammen und kauften als „Interessengemeinschaft Hochstraße“ die Immobilie. „Dann begannen wir zusammen mit der Stadt und dem Architekten die zukünftige Nutzung zu planen, um das Gebäude zu neuem Leben zu erwecken“, erklärt Panteleit. „Ich denke, es ist uns gelungen, das Beste herauszuholen.“

Die Natursteinfassade wurde behutsam saniert, neue Fenster und Eingangsbereiche verleihen ihr modernes Flair. Auf fast 8.600 Quadratmetern erwartet die Gelsenkirchener ein bunter Nutzungsmix.

Mittlerweile zählen ein Drogeriemarkt, ein Spielwarengeschäft, die Volkshochschule, die Stadtbibliothek und ein Bistro neben der Wohn- und Pflegeinrichtung für Senioren zu den Ankermietern. Mit diesen Angeboten für alle Altersgruppen ist das Linden-Karree ein beliebter Treffpunkt geworden. „Es ist so etabliert, dass viele meinen, sie hätten sich schon vor Jahren unter der namensgebenden Linde vor dem Haus getroffen – dabei haben wir die erst 2014 der Stadt geschenkt“, verrät Panteleit.

Eingangsbereich des Linden-Karrees (Foto: Panteleit) Eingangsbereich des Linden-Karrees (Foto: Panteleit)

Passende Förderung

Rund 20 Millionen Euro investierte die Investorengemeinschaft in das Linden-Karree. Knapp neun Millionen Euro davon wurden über das Programm NRW.BANK.Baudenkmäler finanziert. Damit lassen sich Investitionen in ein Baudenkmal oder Gebäude mit erhaltenswerter Bausubstanz finanzieren. Die Palette reicht von der energetischen Modernisierung über die Restaurierung bis hin zu zweckmäßigen Umbauten. Christian Gnegel, Förderberater der NRW.BANK, erklärt: „Das Geld wurde in Gelsenkirchen-Buer genutzt, um eine kleinteilige Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Wohnungsstruktur zu schaffen, die nicht nur bestens ins Quartier passt, sondern von der das ganze Quartier profitiert, weil nun das Umfeld auch wieder investiert.“

Diese Erwartung erfüllt das Linden-Karree voll und ganz: In einem nahegelegenen Arkadengebäude, das ebenfalls mit Leerständen zu kämpfen hatte, ist wieder Leben eingezogen. Hier haben sich neu gegründete Geschäfte wie ein Friseur niedergelassen. Zudem wird Dr. Siegbert Panteleit immer wieder auf das Erfolgsprojekt angesprochen: „Über uns wurde national aber auch international berichtet. Insbesondere was die enge Einbindung der Bürger in ein solches Stadtentwicklungsprojekt angeht, haben wir durchaus eine Vorreiterrolle inne.“

Stand: 23. März 2017

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