Marketingkampagne Studierzimmer der Stadt, Hochschulen und des Studentenwerks in Münster zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums für Studierende und Erstsemester
Gabriele Regenitter, Leiterin des Amts für Wohnungswesen der Stadt Münster (Bild: NRW.BANK)

Wohnen

Wie Investoren Wohnraum für Studierende schaffen

Wer den Namen Münster hört, denkt vielleicht an die zigtausend Fahrradfahrer, die dort unterwegs sind. Vor allem aber prägen die vielen Studierenden das Bild der Stadt. Rund ein Fünftel der Einwohner ist an der Universität oder Fachhochschule eingeschrieben. Preiswerter Wohnraum ist deshalb in Münster heiß begehrt. Mit Unterstützung der NRW.BANK schufen die Stadt und das Studierendenwerk viele Unterkünfte für Studierende. Seit dem Frühjahr 2013 werden verstärkt private Bauherren und wohnungswirtschaftliche Investoren umworben.

Es gab Zeiten, da übernachteten Studierende zu Semesterbeginn auf der Schlosswiese in einem Zeltlager, weil sie keine Zimmer fanden, geschweige denn bezahlbare. Zwar kommt das nicht mehr vor, dennoch ist der Wohnungsmarkt alles andere als entspannt. „Die Aussetzung der Wehrpflicht, die Abschaffung der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen und insbesondere die doppelten Abiturjahrgänge in NRW und in weiteren Bundesländern wirken sich bis zur Gegenwart auch in Münster aus“, sagt Gabriele Regenitter, die das Amt für Wohnungswesen in Münster leitet. „Aufgrund des Hochschulpakts NRW wurden zahlreiche zusätzliche Studienplätze und Masterstudienplätze geschaffen, so dass in den letzten zehn Jahren die Anzahl der Studierenden an den Hochschulen in Münster um rund 12.500 Studierende gestiegen ist. Eine Herausforderung für alle Hochschulen in Münster sowie für den lokalen Wohnungsmarkt.

Das Studentenwerk Münster investierte bereits in Neubauten von Wohnquartieren für Studierende (Bild: NRW.BANK) Das Studentenwerk Münster investierte bereits in Neubauten von Wohnquartieren für Studierende (Bild: NRW.BANK)
Mit einem Flashmob auf dem Prinzipalmarkt in Münster machten Nachwuchsakademiker auf die Wohnungsnot aufmerksam (Bild: AStA der Universität Münster) Mit einem Flashmob auf dem Prinzipalmarkt in Münster machten Nachwuchsakademiker auf die Wohnungsnot aufmerksam (Bild: AStA der Universität Münster)
Im Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ entwickeln Vertreter der Hochschulen, der Studentenausschüsse, des Studentenwerks, der Stiftung Bürger für Münster sowie der Städte Münster und Steinfurt Lösungen gegen die Wohnraumknappheit (Bild: Presseamt der Stadt Münster) Im Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“ entwickeln Vertreter der Hochschulen, der Studentenausschüsse, des Studentenwerks, der Stiftung Bürger für Münster sowie der Städte Münster und Steinfurt Lösungen gegen die Wohnraumknappheit (Bild: Presseamt der Stadt Münster)

Etwa 63.000 Studierende besuchen derzeit die Westfälische Wilhelms-Universität sowie die weiteren Fachhochschulen der Stadt. Das Studierendenwerk Münster bietet ungefähr 5.400 Wohnheimplätze an. In den vergangenen Jahren wurden die beiden größten Quartiere für Studierende in Münster grundlegend modernisiert, wofür insgesamt fast 45 Millionen Euro Wohnungsbaufördermittel eingesetzt wurden, weitere Investitionen werden folgen. „Und auch das städtische Wohnungsunternehmen Wohn+Stadtbau GmbH erstellte eine Wohnanlage, in die zu Beginn des Jahres 2016 etwa 100 Studierende einziehen konnten. Hierfür bekamen wir 4,3 Millionen Euro Fördermittel von der NRW.BANK“, fügt Gabriele Regenitter hinzu. „Das reicht aber immer noch nicht, vor allem nicht für Erstsemester, die neu in die Stadt kommen.“

Arbeitskreis bündelt Kräfte

Das Amt für Wohnungswesen gründete deshalb einen Arbeitskreis „Studentische Wohnraumversorgung“. Dort entwickeln Vertreter der Hochschulen, der Studentenausschüsse, des Studierendenwerkes sowie der Stadtverwaltungen aus Münster und Steinfurt als weiterem Standort der Fachhochschule ein Bündel unterschiedlicher Maßnahmen, um die Lage am Wohnungsmarkt zu entspannen. „Es fehlen aufgrund der zusätzlichen Studienplätze etwa 2.000 Wohneinheiten für Studierende in Münster und dies verstärkt zum jeweils beginnenden Wintersemester", erläutert Gabriele Regenitter. „Deshalb brauchen wir zusätzlich kleinteilige Angebote in gemischten Wohngebieten und im privaten Umfeld.“

Als Kernprojekt entwickelte der Arbeitskreis die Marketingkampagne „Studierzimmer“ – mit Erfolg. Infolgedessen boten viele Münsteraner ihre leer stehenden Zimmer zeitweise oder dauerhaft zum Vermieten an. „Die gesamte Kampagne sorgte für zusätzliche studentische Wohnungs- und Zimmerangebote, die bis zu diesem Zeitpunkt zumindest teilweise dem örtlichen Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung standen. Letztlich konnte die zum Kampagnenstart eingerichtete Online-Wohnbörse des AStA der Universität Münster seit 2013 rund 3.700 Angebote aus Münster und auch aus den Umlandgemeinden verzeichnen“, sagt Gabriele Regenitter.

Verschiedene Förderangebote für Investoren

Die Stadt Münster erwartet künftig auch höhere Privatinvestitionen. Für private Bauherren und wohnungswirtschaftliche Investoren wird der studentische Wohnungsmarkt zusehends attraktiver. „,Betongold’ für studentisches Wohnen liegt bei Investoren im Trend“, freut sich Gabriele Regenitter. Das Land NRW fördert die Errichtung von Studierendenwohnheimplätzen sowie Miet- und Gruppenwohnungen für Studierende mit günstigen Darlehenskonditionen. Wie überzeugend diese sind, können Interessierte auf der Produktseite zum studentischen Wohnraum nachlesen. Dort sind alle wichtigen Infos wie auch Finanzierungsbeispiele zusammengefasst.

Im Mai 2014 wurde der letzte Bauabschnitt der Studentenwohnanlage Boeselagerstraße als derzeit größte Passivhaussiedlung Europas mit Fördermitteln des Landes bezugsfertig. 535 Studierende erhalten hier ein modernes Zuhause für die Zeit ihres Studiums. Das errichtete Gebäude zeichnet sich durch Zukunftsfähigkeit aus, die bei der Förderung generell eine große Rolle spielt: Gefördert werden flexible, gemischte Wohnprojekte für Studierende, die barrierefrei sein müssen und aktuell oder später auch für andere Zielgruppen nutzbar sein können. Damit sollen neben der Verbesserung der Wohnraumsituation für Studierende auch neue Impulse für Stadtquartiere gesetzt werden und insbesondere der Hochschulstandort Nordrhein-Westfalen gestärkt werden.

Stand: 19. März 2018

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BGW-Geschäftsführer Norbert Müller (links) und Günther Remmel, Geschäftsführer des Bielefelder Studentenwerks (Bild: NRW.BANK)

Kooperation in Bielefeld bietet Wohnraum für Studierende

In Bielefeld besuchen 32.000 Studierende die Universität und die Fachhochschule. Etwa zwei Drittel der Nachwuchsakademiker wohnen auch in der Stadt. Um der Nachfrage von Studierenden nach günstigem Wohnraum zu begegnen, arbeitet in Bielefeld das örtliche Studentenwerk zum Beispiel mit der BGW (Bielefelder Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft) seit zwei Jahrzehnten eng zusammen. Beide Partner sparen Kosten, indem sie ihre Kompetenzen bündeln und Fördermöglichkeiten kombinieren.

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Achim Wiese, stellvertretender Geschäftsführer des Studierendenwerks Münster (Bild: NRW.BANK)

Innovative Passivhaussiedlung für Studierende

„Anstelle der früher von den studentischen Bewohnern liebevoll ‚Boeselburg’ genannten alten Wohnanlage aus den 70er-Jahren, die nach mehr als 40 Jahren Nutzung abgängig war, haben wir mit Fertigstellung 2013 eine der modernsten Passivhaussiedlungen in Europa errichtet“, erklärt Achim Wiese, stellvertretender Geschäftsführer des Studierendenwerks. „Dank der anteiligen Finanzierung des Projektes über die Mietwohnungsbauförderung für Neubauten der NRW.BANK konnten wir in Münster mit der neuen Wohnanlage, die Platz für 535 Studierende bietet, auch einen neuen Maßstab für modernes und richtungsweisend klimabewusstes, studentisches Wohnen setzen.“

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