Architekt Robenek baut mit Hilfe der NRW.BANK in Oberhausen Nullenergiehäuser
Markus Robenek, Architekt der Nullenergie-Siedlung in Oberhausen. (Bild: NRW.BANK)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Wohnen

Wohnen: Günstiger Wohnraum für Menschen mit niedrigen Einkommen

Nullenergiehäuser scheitern bei privaten Bauherren oft am Preis: Um im Betrieb energieneutral zu werden, liegen die Investitionskosten etwa ein Fünftel über denen für gängige Energiestandards. „Bei einem Projekt unserer Größenordnung relativiert sich das jedoch wieder. Da wird die Sache interessant“, sagt Markus Robenek, Architekt aus Bottrop. Er baut in Oberhausen mit der Mietwohnungsbauförderung der NRW.BANK eine Nullenergie-Siedlung.

Der Nullenergie-Standard ist erreicht, wenn das Haus im Jahresdurchschnitt ebenso viel Energie produziert wie es verbraucht. Um in der Oberhausener Siedlung Energie zu erzeugen, setzt der Bauherr auf eine Photovoltaikanlage zur Strom- und eine Solarthermieanlage sowie eine Wärmepumpe zur Warmwassererzeugung. Davon profitieren die Bewohner, wenn die Häuser fertig sind: Gerade Menschen mit kleineren Einkommen oder Familien mit Kindern fällt es wegen der gestiegenen Energiekosten immer schwerer, die sogenannte zweite Miete – also die Nebenkosten – zu tragen. „Hier möchte der Investor helfen. Mit der Siedlung in Oberhausen-Schmachtendorf wollen wir öffentlich geförderten Wohnraum schaffen, der den Bewohnern niedrige Nebenkosten beschert“, sagt Markus Robenek.

Markus Robenek richtet sein Augenmerk auf die exakte Umsetzung seiner Bau-Detailplanung. (Bild: NRW.BANK) Markus Robenek richtet sein Augenmerk auf die exakte Umsetzung seiner Bau-Detailplanung. (Bild: NRW.BANK)

Energetisch gut ausgestattet dank Mietwohnungsbauförderung und Investorenengagement

Zur Finanzierung des Projekts trägt die Mietwohnungsbauförderung der NRW.BANK wesentlich bei. Damit unterstützt die Förderbank unter anderem den Bau von Passivhäusern in Nordrhein-Westfalen, die nur noch einen jährlichen Heizwärmebedarf von 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche haben. Im Durchschnitt verbrauchen Häuser in Deutschland Heizwärme in Höhe von 160 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Doch der Investor geht für die Siedlung in Oberhausen-Schmachtendorf noch einen Schritt weiter: Mit einer Photovoltaikanlage werden die Passivhäuser zu Nullenergiehäusern. Er trägt die Investitionskosten und will diese laut Markus Robenek später nicht auf die Mieter umlegen.

Der Bau der Siedlung läuft unter dem Etikett „experimenteller Wohnungsbau“. Bei solchen Projekten gehen alle Beteiligten davon aus, dass sie im Verlauf der Arbeit besondere Aufgaben erwarten. Ein Problem mit langfristigen Folgen kann sich bei der Bauausführung ergeben. „Der Nullenergiestandard erfordert sehr exaktes Arbeiten aller beteiligten Gewerke. Wenn Rohranschlüsse, Fensterprofile oder Dämmmaterialien nicht richtig verarbeitet sind, kann es später zu Feuchtigkeitsschäden wie Schimmel kommen“, sagt Markus Robenek. Deshalb räumt er Detailplanung und persönlicher Bauüberwachung ein besonders großes Augenmerk ein. „Ich weise die Handwerker meist selbst ein und prüfe alle Arbeitsschritte“, erklärt er. Dabei sucht er weniger nach groben Schnitzern, die dem geübten sofort Auge auffallen. „Respekt habe ich vor allem vor den ‚Kleinigkeiten’, die man nicht sofort sieht.“ Insgesamt ist Markus Robenek aber optimistisch, denn er arbeitet mit vielen der am Projekt beteiligten Handwerker schon seit Jahren zusammen. Seine Empfehlung: „Ein solches Projekt sollte man nur mit Betrieben machen, die man kennt oder von denen einem gute Referenzen vorliegen.“

Innovatives Projekt für experimentellen Wohnungsbau prädestiniert

Den Beteiligten auf politischer Ebene ist bewusst, dass die anspruchsvollen Klimaschutzziele des Landes Nordrhein-Westfalen sich nur erreichen lassen, wenn – wie derzeit in Oberhausen – im Wohnungsbau neue Wege beschritten werden. Deshalb war auch das Landesbauministerium in die Planungen involviert.

Bei der konkreten Umsetzung hilft die Mietbauförderung der NRW.BANK. Damit werden unter anderem innovative Lösungen und experimenteller Wohnungsbau unterstützt. „Als ‚experimentell’ gelten dabei Wohnungsbauprojekte mit besonderen Qualitäten im städtebaulichen, architektonischen, ökologischen, technischen und sozialen Bereich“, erklärt Martina Lüdeke, Fachberaterin für Wohnraumförderung bei der Förderbank. „Die Siedlung in Oberhausen entspricht in allen Aspekten diesen Anforderungen.“ Und vielleicht wird mit der Nullenergiehaus-Siedlung aus dem Experiment bald der Standard im Wohnungsbau.

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