Trianel Windkraftwerk Borkum frischer Wind in Angebot erneuerbarer Energien
Aufbau des Offshore-Windparks Borkum-West in der Nordsee (Bild: Trianel - Areva Wind - Jan Oelker)

Umwelt & Energie

Rückenwind für Ökostrom: Stadtwerke-Kooperation investiert in Offshore-Windpark

Nordrhein-Westfalen liegt am Meer. Zumindest, wenn es um Energie aus Windkraft geht: Das Land profitiert vom ersten rein kommunalen Offshore-Windpark in der Nordsee. An dem „Trianel Windpark Borkum“, der im Spätsommer 2015 den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat, sind mehrheitlich Stadtwerke in Nordrhein-Westfalen beteiligt.

Mit dem Trianel Windpark Borkum haben 33 Stadtwerke und regionale Energieversorger Pioniergeist bewiesen und gemeinsam mit der Stadtwerke-Kooperation Trianel den Weg Offshore gewagt. Damit können die Stadtwerke aus NRW ihren Kunden selbst produzierten Ökostrom aus der Nordsee als Teil ihres Energiemix' anbieten. Mit einer Nennleistung von 200 Megawatt gewinnt die erste Ausbauphase des Offshore-Windparks 45 Kilometer nördlich von Borkum umweltfreundliche Energie aus Wind. Genug Strom, um rechnerisch 200.000 Haushalte zu versorgen.

Herzstück des Windparks Borkum: Die parkinterne Umspannplattform wurde Mitte April 2013 installiert (Bild: Trianel GmbH) Herzstück des Windparks Borkum: Die parkinterne Umspannplattform wurde Mitte April 2013 installiert (Bild: Trianel GmbH)

Vom Umweltschutz zur Versorgungssicherheit

„Die Hälfte der am Windpark beteiligten Stadtwerke, die ihre Kunden in der Region mit Ökostrom aus erneuerbaren Energien versorgen, kommen aus Nordrhein-Westfalen“, sagt Klaus Horstick, einer der beiden Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Trianel Windkraftwerk Borkum GmbH & Co. KG. Darüber hinaus stammen vier Zulieferfirmen zentraler Bauteile der Windkraftanlagen aus Nordrhein-Westfalen. Auch mehr als die Hälfte der Hilfskomponenten für Windräder wurden in Nordrhein-Westfalen gefertigt. Produziert wurden zwischen Rhein und Weser Teile wie Getriebe und Fundamente mit einem Auftragsvolumen in Höhe von 85 Millionen Euro.

Das überzeugte die NRW.BANK: „Ausschlaggebend für die Förderung war der große Bezug des Projekts zu Nordrhein-Westfalen“, macht Friederike Lüking, Senior Projektmanagerin Infrastrukturfinanzierung, deutlich. Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die NRW.BANK traten bei der Finanzierung in prominenter Position auf. Der gemeinsam bereitgestellte Kredit für die Planung, die Konstruktion und den Betrieb des Trianel Windparks Borkum beläuft sich auf 470 Millionen Euro. „Eine deutliche Unterstützung, die zur Umsetzung des Projekts vor dem Hintergrund anhaltender Finanzierungsengpässe seit der Finanzkrise notwendig war“, stellt Friederike Lüking heraus. Den Grundstein hatte die europäische Kommission gelegt. Sie sicherte dem Projekt rund 43 Millionen Euro aus dem Europäischen Energieprogramm zur Konjunkturbelebung (EEPR) zu.
 

Der Trianel Windpark Borkum wurde am 17.07.2015 komplett ans Netz angeschlossen und produziert mit voller Leistung Strom. (Bild: Trianel; Adwen/Jan Oelker) Der Trianel Windpark Borkum wurde am 17.07.2015 komplett ans Netz angeschlossen und produziert mit voller Leistung Strom. (Bild: Trianel; Adwen/Jan Oelker)

Feste Fundamente

Das Geld hat Trianel alles andere als in den Nordseesand gesetzt. „Gebaut wurde in dem 56 Quadratkilometer großen Windpark auf festen Fundamenten und mit modernster Technik“, betont Klaus Horstick. Bis zu 900 Tonnen wiegen allein die Tripods, die Sockel der Windräder. Sie wurden in 30 Metern Wassertiefe mit Stahlrohren am Meeresboden im wahrsten Sinne des Wortes festgenagelt. „Im ersten Bauabschnitt wurden 40 Windenergieanlagen errichtet“, erläutert Klaus Horstick. Sie sollen ab Ende 2013 für Spannung sorgen.

Weitere 32 Anlagen sind für die zweite Ausbaustufe, dem Trianel Windpark Borkum II, geplant. Baubeginn soll 2018 erfolgen.

Für Trianel ist die Herausforderung Offshore ein Reifetest als Projektentwickler gewesen, für die beteiligten Stadtwerke ein wichtiger Meilenstein: „Offshore-Windparks sind ein fester Bestandteil der Energiewende“, sagt Klaus Horstick. Trianel folgt dieser Entwicklung aus Überzeugung.

Mit dem Trianel Windpark Borkum haben Stadtwerke und kommunale Energieversorger gezeigt, dass ein Engagement über die eigenen Stadtgrenzen hinaus machbar und lohnenswert ist. Dass die NRW.BANK den Offshore-Windpark unterstützt, sorgte für kräftigen Rückenwind. Und Anja Langa, Leiterin Infrastrukturfinanzierung bei der NRW.BANK, ergänzt: „Die gute und enge Zusammenarbeit zwischen der NRW.BANK als Landesförderinstitut und der Europäischen Investitionsbank in diesem Projekt zeigt deutlich, welche Kraft Förderbanken zur Unterstützung wichtiger Infrastrukturprojekte aufbringen können.“

So wurde das Projekt kein Kampf gegen Windmühlen, sondern eine erfolgreiche Anwendung wirtschaftlich tragfähiger und umweltgerechter Zukunftstechnologien.

Ende 2016 hat der Trianel Windpark Borkum bereits sein erstes vollständiges Betriebsjahr absolviert. Nach dem Betreiber Trianel zeigten die Produktionsergebnisse auf hoher See, dass Stadtwerke in ein werthaltiges Energiewende-Projekt mit einer soliden Rendite investiert haben und der Wagemut belohnt wird.

Stand: 28. März 2017

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