Andreas Frye, Geschäftsführer der Gesellschaft für Umweltdienste Bocholt, schwört auf den neuen E-Bagger. Foto: NRW.BANK/Lokomotiov.

Logistik

90 Tonnen Elektromobilität

Die Gesellschaft für Umweltdienste (GUD) aus Bochholt überführt einen Traum vieler großer und kleiner Kinder ins 21. Jahrhundert: Gleich zwei riesige Umschlagbagger bewegen Schüttgüter aller Art von nun an elektrisch. Bei der Finanzierung half die NRW.BANK mit dem Programm NRW.BANK.Elektromobilität.

Es sind beeindruckende Erscheinungen: 25 Meter große Ausleger, 90 Tonnen Gewicht, 250 KW Leistung – mit diesen Kennzahlen warten die beiden Umschlagbagger auf, die seit neuestem für die Gesellschaft für Umweltdienste Bocholt ihren Dienst verrichten. Trotz dieser gewaltigen Dimensionen werden sie komplett elektrisch betrieben. Mit Unterstützung der NRW.BANK hat das Unternehmen damit einen wichtigen Schritt hin zu Elektromobilität und Umweltschutz vollzogen.

Elektro-Bagger Leise, energiesparend, umweltfreundlich: der E-Bagger der GUD Bocholt (Foto: NRW.BANK / Lokomotiv)
Elektromotor Blick unter die Motorhaube: 250 KW Leistung bringt das Schüttgut in Bewegung (Foto: NRW.BANK / Lokomotiv)

Elektroantrieb mit starker Leistung

„Maschinen in dieser Größenordnung können auf Grund des enormen Energiebedarfs meist noch nicht elektrisch betrieben werden. Aber da sich unsere Neuzugänge kaum fortbewegen, spielt das hier keine Rolle“, erklärt GUD-Geschäftsführer Andreas Frye. Der Grund dafür ist ein 40 bis 50 Meter langes Kabel, das die Bagger permanent mit Strom versorgt. Obwohl die elektrische Variante etwas weniger nominelle Leistung als ihre dieselbetriebenen Vorgänger mitbringt, sieht Andreas Frye keinen Nachteil: „Durch den Elektroantrieb erreichen die beiden sofort Volllast und sind damit für uns noch besser geeignet.“

Betriebskosten spürbar niedriger

Nicht der einzige Vorteil, denn die Bagger können genausoviel Schüttgut wie Sand, Kohle oder Koks bewegen, tun dies aber deutlich leiser und kostengünstiger. Verbrauchten die alten Dieselmotoren pro Stunde noch rund 40 Liter Kraftstoff pro Stunde im Wert von 35 Euro, benötigen die neuen Geräte im selben Zeitraum nur Strom im Wert von 20 Euro. Außerdem entfallen die ebenfalls nicht günstigen Ölwechsel, die früher regelmäßig anstanden. Durch diese spürbar niedrigeren Betriebskosten sparen die beiden je 750.000 Euro teuren Bagger nicht nur Emissionen, sondern auch Kosten ein.

Attraktive Förderung

Ein wichtiger Baustein des Projekts war die Förderung der NRW.BANK: „Eine Finanzierung in der Größenordnung ist für uns natürlich nicht alltäglich. Das Angebot der NRW.BANK mit attraktiven Konditionen hat uns die Entscheidung noch etwas leichter gemacht“, ergänzt Andreas Frye. Und auch Andrea Kiefer von der NRW.BANK ist zufrieden mit dem Projekt: „Arbeitsmaschinen in dieser Größenordnung verursachen normalerweise viele Schadstoffe und die Akkuleistungen reichen meist noch nicht, um auf Elektroantriebe umzusteigen. Dass die GUD aber erkannt hat, dass es in diesem Fall eine so umweltschonende Lösung gibt, hat uns sofort überzeugt, sodass wir gerne unterstützt haben.“

Hoffnung auf die Forschung

Das Thema Elektromobilität wird künftig auch bei Nutzfahrzeugen an Bedeutung gewinnen, ist sich Andreas Frye sicher. „Wir schauen bei jeder neuen Investition immer nach der ressourcensparendsten Lösung. Weltweit wird viel an Batterien geforscht, sodass in absehbarer Zukunft auch mobile Großmaschinen mit Elektroantrieb verfügbar sein werden – wenn dann noch die Finanzierung stimmt, greifen wir zu.“

NRW.BANK.Elektromobilität auf einen Blick

  • Geeignet für Existenzgründer, mittelständische, gemeinnützige oder kommunale Unternehmen sowie Angehörige der freien Berufe
  • Fördersumme bis zu 5 Millionen €
  • Finanzierungsanteil: bis zu 100% der förderfähigen Ausgaben
  • Nutzbar für den Kauf von Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor (Leasingfinanzierungen sind ausgeschlossen). Auch die Anschaffung von E-Bikes wird unterstützt.
  • Finanzierung von Investitionen in Ladeinfrastruktur oder Batterietechnik sowie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben
  • Laufzeit: 4 bis 10 Jahre ohne Tilgungsfreijahre, alternativ wahlweise 4 oder 10 Jahre inklusive 2 Tilgungsfreijahre
 

Stand: 12. Mai 2020

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