Der Betrieb in den Salons von Edgar Neikes in Oberhausen und Düsseldorf ist wieder angelaufen – unter strengen Hygienevorschriften (Foto: Friseur Edgar Neikes)

Unterstützung für Handwerk, Einzelhandel und Kultur

Förderung in Zeiten von Corona

Über 2,5 Milliarden Euro hat die NRW.BANK bislang im Kontext der Corona-Pandemie an Fördermitteln vergeben. Damit Unternehmen Liquiditätsengpässe überbrücken können, berät die Förderbank für Nordrhein-Westfalen zu den Fördermöglichkeiten von Bund und Land. Drei Fördernehmer berichten, wie sich die Situation für sie aktuell darstellt.

Ali Khalaj von Backwerk Köln

Als feststand, dass nach den Schulen und Kindertagesstätten auch eine Vielzahl von Geschäften schließen muss, um der Verbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken, zögerte Ali Khalaj nicht, um sich Unterstützung zu suchen. Der Betreiber von vier Backwerk-Filialen in Köln ahnte da bereits, dass er mit massiven Umsatzeinbußen rechnen muss – und das, obwohl er zu den sogenannten systemrelevanten Unternehmen gehört, die die ganze Zeit über geöffnet bleiben dürfen.

Filiale von Backwerk Mit der Öffnung der übrigen Geschäfte kommt auch mehr Kundschaft in die Backfilialen von Ali Khalaj. Vom Regelbetrieb sind seine vier Geschäfte in Köln aber noch weit entfernt (Foto: Backwerk Köln/Ali Khalj)

So wie Khalaj ergeht es vielen Selbstständigen: Aufgrund der Corona-Krise sind die Einnahmen teilweise oder komplett weggebrochen. Damit Unternehmen jedoch möglichst unbeschadet die gegenwärtig angespannte Situation überstehen, hat die KfW ihr Förderprogramm zur Abmilderung der Auswirkungen durch die Pandemie weiterentwickelt. Die NRW.BANK leitet diese Förderdarlehen über die nordrhein-westfälischen Sparkassen durch. Ein Angebot, dass auch Ali Khalaj in Anspruch genommen hat. Er nutzt den KfW-/ERP-Gründerkredit, um die Betriebskosten für die nächsten Monate zu begleichen. „Das Notwendige, wie ein Liquiditätsplan und die Antragsformulare, war schnell gemacht“, erklärt der Geschäftsinhaber.

Seine Backwerk-Filialen liegen in stark frequentierten Citylagen wie dem Neumarkt oder in der Nähe der Kölner Universität. „Dennoch fehlen die Menschen, die sich in der Stadt aufhalten, die zur Arbeit gehen, die mittags hier Pause machen“, sagt Khalaj, der für circa 60 Prozent seiner bis zu 50 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet hat. Trotz der langsamen Öffnung des Einzelhandels glaubt er nicht, dass sich die Situation so bald entspannen wird. „Die Menschen sind verunsichert, sie müssen auf Distanz gehen. Das wird große Nachwirkungen haben.“

Exploraldo Spielen, entdecken, lernen – derzeit sind die interaktiven Kindermuseen der Explorado Group wegen Corona geschlossen (Foto: Explorado Group)

Roberto La Rocca von der Explorado Group

Für die Explorado Group, die in Köln das ODYSSEUM-Abenteuermuseum und in Duisburg das Explorado Kindermuseum betreibt, stellt sich die Situation noch etwas komplizierter und in der Perspektive unklarer dar. Zwar dürfen Museen, Galerien und Tierparks, unter strengen Hygieneauflagen und mit einer deutlich reduzierten Besucherzahl wieder öffnen, „doch wir prüfen aktuell noch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Auflagen und werden dann zeitnah entscheiden, ob und wie wir die Häuser wieder öffnen können“, sagt Roberto La Rocca, kaufmännischer Leiter bei der Explorado Group.
„Grundsätzlich streben wir natürlich eine Öffnung an, da wir, wie alle die anderen Kulturbetriebe auch, dringend Umsätze generieren müssen.“

Rund 100 Mitarbeiter sind am Standort in Köln beschäftigt, bis zu 80 sind es in Duisburg, darunter viele Minijobber und studentische Hilfskräfte. „Für die Festangestellten konnten wir Kurzarbeit beantragen, den Minijobbern und studentischen Hilfskräften mussten wir leider kündigen. Die Kurzarbeit-Regelung greift bei ihnen nicht“, erklärt La Rocca.
Die Schließung hat beide Häuser massiv getroffen. La Rocca: „Das ODYSSEUM hatte im Schnitt bis zu 200.000 Besucher jährlich. In Duisburg waren es rund 120.000 pro Jahr.“ Das Explorado finanziert sich ausschließlich über die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern, das ODYSSEUM wird zum Teil von der Stiftung Wissen der Sparkasse Köln/Bonn finanziell mitgetragen. Über die KfW-Corona-Hilfe werden die laufenden Kosten wie Gehälter und Betriebskosten bedient. La Rocca: „Den Regelbetrieb, den wir bisher kannten, werden wir noch sehr lange nicht fahren können.“

Friseur Edgar Neikes

Neben der KfW hat auch die NRW.BANK wegen der Corona-Krise ihr ohnehin breit differenziertes Förderportfolio erweitert. Freiberufler und wirtschaftlich gesunde Unternehmen können ihren Liquiditätsbedarf mit dem Breitenprogramm NRW.BANK.Universalkredit überbrücken, der temporär für von der Corona-Krise betroffene Unternehmen eine 80-prozentige Haftungsfreistellung für die Hausbank ermöglicht. Edgar Neikes ist einer der ersten Fördernehmer des angepassten Programms. „Das Geld ist als Polster gedacht“, erklärt der Friseurmeister. Er betreibt einen Salon in Düsseldorf und einen in Oberhausen mit insgesamt 15 Mitarbeiter. Neikes rechnet mit einer längeren Durststrecke, auch wenn seine Salons jetzt wieder geöffnet sind. „Die ersten Wochen haben wir gut zu tun. Aber wir spüren bei der Terminvergabe die Zurückhaltung der Kunden.“

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Dr. Holger Eickhoff, Gründer und Vorstandschef der Scienion AG, mit einem Mitarbeiter bei der visuellen Qualitätskontrolle einer Testproduktion. Foto: Scienion AG

Corona-Schnelltests für Kliniken

Die Dortmunder Biotechfirma Scienion hat eine Technologie zur Diagnostik von Krankheiten entwickelt. Mit ihrem Spezial-Know-how wollen die Forscher Kliniken und Arztpraxen weltweit im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen – unterstützt vom NRW.BANK.Venture Fonds.

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Nachfolge

Treffen der Generationen: Bernd Matthes inmitten seiner Söhne Matthias und Michael Matthes im Raum für Digitaldruck. (Bild: NRW.BANK / Christian Lord Otto)

Dynamik folgt Erfahrung

„Die Jungs werden das schon machen!“, zwinkert Bernd Matthes in Richtung seiner Söhne Michael und Matthias, seinen Nachfolgern. In einem Jahr will sich der 64-Jährige komplett aus der Geschäftsführung der Matthes & Henze Siebdruck GmbH aus Iserlohn zurückziehen. Leicht fällt es ihm nicht, loszulassen. „Ich will es aber aus eigenen Stücken tun. Meinen Vater trennte erst der Tod vom Unternehmen.“ Die nächste Generation hat bereits erfolgreich eine Neuausrichtung des Unternehmens eingeleitet – unter anderem mithilfe der NRW.BANK.Finanzierungsbegleitung.

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