Dr. Jörg Doege (Bild: NRW.BANK / Christian Lord Otto)

NRW.BANK.Mittelstandsfonds

Mit Eigenkapital die Zukunft gestalten

Vom Malergeschäft zum international gefragten Spezialisten für Oberflächenbehandlung: InProCoat, vormals Schneider+Co., setzt nach einer kompletten Metamorphose auf neue Produkte, neue Prozesse und neue Kunden. Das Unternehmen aus Kreuztal steigert damit seine Chancen auf lukrative, zukunftsträchtige Geschäfte. Die anstehenden Investitionen werden dank der finanziellen Unterstützung durch den NRW.BANK.Mittelstandsfonds erst möglich.

Der Korrosionsschutz für die Siegerländer Eisenerzminen war viele Jahrzehnte das Kerngeschäft der Firma Schneider+Co. Nach dem Niedergang des Bergbaus arbeitete der Familienbetrieb vorwiegend für regional ansässige Mittelständler, die zum Beispiel ihre Produktionshallen vor Umwelteinflüssen schützen wollten. „Seit einigen Jahren sind wir nun fast ausschließlich für international engagierte Großkonzerne tätig, die zum Teil börsennotiert sind“, beschreibt Geschäftsführer Dr. Jörg Doege den steten Wandel des Kundenstamms.

Beschichtung von Rohren (Bild: NRW:BANK / Christian Lord Otto) Beschichtung von Rohren (Bild: NRW.BANK / Christian Lord Otto)

Wachstum und Wandel finanzieren

Mit Doege übernahm 2011 nicht nur erstmals ein familienfremder Manager die Geschäftsführung. Der ehemalige Unternehmensberater stellte auch die Produktpalette um. Heute konzentrieren sich die Kreuztaler zum einen auf die Oberflächenbeschichtung von großen Rohren, die an Orten mit extremen Bedingungen verlegt werden, etwa in der Tiefsee. Zum anderen kümmern sich die rund 130 Mitarbeiter von InProCoat, wie die Firma seit Anfang 2019 heißt, um die Brandschutzbeschichtungen von Büro- und Industriebauten. „Um diese Aufträge in gleichbleibend hoher Qualität erfüllen zu können, müssen wir aber zunächst in moderne, digitale Produktionsanlagen investieren“, sagt Doege. Ein Millionenaufwand, den die NRW.BANK über den NRW.BANK.Mittelstandsfonds mit Mezzanine-Kapital unterstützt.

Eigenkapitalbasis stärken

Der NRW.BANK.Mittelstandsfonds stellt mittelständischen Unternehmen Finanzmittel zwischen einer Million und sieben Millionen Euro zur Verfügung. Wahlweise als direkte Beteiligung oder als Mezzanine-Kapital. „Die zweite Variante, eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital, ist bei den Firmen besonders gefragt“, sagt Jutta Heitzer aus dem Bereich Eigenkapitalfinanzierungen der NRW.BANK. Der Grund: „Mezzanine-Kapital stärkt einerseits die Eigenkapitalbasis des Unternehmens. In der Folge verbessert sich das Rating und damit auch die Bereitschaft der Hausbank, eine Finanzierung bereitzustellen. Andererseits wird Mezzanine-Kapital nachrangig behandelt, sodass etwa im Insolvenzfall der Bankkredit der Hausbank oder andere ausstehende Forderungen vorrangig bedient werden“, so Heitzer.

Kapital und Coaching aus einer Hand

Unternehmen, die Kapital aus dem NRW.BANK.Mittelstandsfonds erhalten wollen, müssen einige Anforderungen erfüllen: „Sie müssen gut am Markt positioniert sein und das Management sollte mit tragfähigen Konzepten für innovative Produkte oder Produktionsprozesse überzeugen“, sagt Heitzer. Etwa zwei bis vier Monate dauert es vom Erstkontakt bis zur Auszahlung des Geldes. Dies hängt unter anderem von der Größe des Unternehmens und von der Qualität der in der Firma erhobenen Daten ab. In dieser Zeit prüft die NRW.BANK zudem im Rahmen einer Due Diligence beispielsweise die Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre, schaut sich die gesellschafts- und steuerrechtlichen Verhältnisse an und nimmt die geplante Investition und die Geschäftsplanung genau unter die Lupe. „Ist die Finanzierung abgeschlossen, bleiben wir im regelmäßigen Kontakt mit dem Management“, berichtet Heitzer. Zudem erhält sie im regelmäßigen Turnus die aktuellen Kennzahlen der Unternehmen. Je nach Bedarf führt die NRW.BANK auch Coachinggespräche mit der Geschäftsführung, um weitere Optimierungsmöglichkeiten auszuloten.

Die Rohre werden weltweit eingesetzt (Foto: NRW.BANK / Christian Lord Otto) Die Rohre werden weltweit eingesetzt (Bild: NRW.BANK / Christian Lord Otto)

Große Pläne für die Zukunft

Jörg Doege nutzte das Investment, um die Digitalisierung seines Unternehmens InProCoat voranzutreiben. Im Frühjahr 2019 erweiterte er den unternehmenseigenen Maschinenpark um zwei neue Produktionsanlagen. „Außerdem bauen wir unsere innerbetriebliche Logistik aus, um die Kunden noch schneller und noch zuverlässiger beliefern zu können, und bestücken unser Qualitätsprüflabor mit neuen Geräten“, erzählt er. Mit Unterstützung des NRW.BANK.Mittelstandsfonds hat er nun ein großes Ziel fest im Blick: „Wir wollen in spätestens fünf Jahren zu den größten Anbietern Europas im Bereich Brandschutz gehören.

 

NRW.BANK.Mittelstandsfonds im Überblick

  • Klassische Investitionsanlässe: Wachstum und Unternehmensnachfolge
  • Gefördert werden mittelständische Kapitalgesellschaften mit Eigenkapital oder Mezzanine-/Nachrangkapital
  • Das Investitionsvolumen beträgt eine Million bis sieben Millionen Euro
  • Die Laufzeit beträgt fünf bis sieben Jahre
  • Voraussetzungen: Unternehmen mit Sitz oder wirtschaftlichem Schwerpunkt in NRW, gute Marktposition in Wachstumsbranchen, überzeugendes Unternehmenskonzept, erfolgreiches Geschäftsmodell, Eigenkapitalquote von mindestens zehn Prozent vor Investition, Eigenkapitalparität
  • Antragsverfahren unter anderem über das Formblatt „Anfrage Beteiligungsfinanzierung“ möglich
 

Stand: 12. April 2019

Das Unternehmen InProCoat wurde gefördert mit dem

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NRW.BANK.Mittelstandsfonds

Designstudie (Bild: RLE International)

Solides Eigenkapital für wachstumsstarke Unternehmen

Die Automotive-Branche unterliegt Disruptionen und Umbrüchen – ob durch Elektromobilität, Abgas- und Dieselproblematik oder General-Motors-Insolvenz. Auch die digitale Transformation fordert die Branche: Sie muss sich auf neue Mobility Services und autonomem Fahrbetrieb einstellen. Der Overather Spezialist für Fahrzeugentwicklungen RLE International investiert dazu in seine Digitalisierung mithilfe von Mezzanine-Kapital aus dem NRW.BANK.Mittelstandsfonds.

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NRW.BANK.Mittelstandsfonds

Reformhaus Bacher setzt auf alternative Produkte (Foto: Reformhaus Bacher)

Modernes Reformhaus-Konzept

Modernes, helles Design, viel Naturholz sowie Schilder, auf denen Begriffe wie „Wirksam“, „Knusprig“ oder „Spicy“ den Weg zu Naturarzneien, Müsli oder Gewürzen weisen. Mit einem trendigen Konzept machen die „betterlife“-Filialen der Reformhauskette Bacher klassische Reformhausprodukte für eine junge, urbane Zielgruppe attraktiv. Mit einer Beteiligung durch die NRW.BANK konnte sich die Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren neu aufstellen. So erfolgreich, dass Ende 2016 der Exit der NRW.BANK erfolgte.

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Mittelstand

Elisabeth Leidinger vom Team Finanzierungsbegleitung der NRW.BANK (Foto: NRW.BANK)

Gut gerüstet ins Finanzierungsgespräch

In einem Finanzierungsgespräch müssen Existenzgründer und Unternehmer Banken oder potenzielle Investoren von der Wirtschaftlichkeit ihres Vorhabens überzeugen. Dies ist mit eingehender Vorbereitung und Beratungsbedarf verbunden, wie Elisabeth Leidinger von der NRW.BANK.Finanzierungsbegleitung regelmäßig feststellt. Im Interview erläutert sie, wie sie und ihre Kolleginnen helfen, Finanzierungsgespräche Erfolg versprechend vorzubereiten.

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