Kai Filpe und Philipp Salm erläutern die Unterschiede zwischen Universal- und Mittelstandskredit
Philipp Salm im Gespräch (Foto: NRW.BANK/Lokomotiv)

 

Mittelstandsförderung maßgeschneidert

Der Universal- und der Mittelstandskredit gehören zu den Programmen, die kleine und mittlere Unternehmen am häufigsten bei der NRW.BANK nachfragen. Im Gespräch erläutert Philipp Salm, Leiter der Förderberatung für die Region Rheinland, wie Unternehmer und Freiberufler in Nordrhein-Westfalen von ihnen profitieren können.

Herr Salm, was unterscheidet den NRW.BANK.Universalkredit von dem NRW.BANK.Mittelstandskredit?

Philipp Salm: Der Universalkredit macht seinem Namen alle Ehre, denn gewerbliche Unternehmen und Freiberufler können ihn in jeder Lebensphase des Unternehmens nutzen, zum Beispiel auch zur Gründung. Er hat zudem sehr variable Laufzeiten und zahlreiche Verwendungszwecke. Mit dem Mittelstandskredit richten wir uns vor allem an gewerbliche Unternehmen und Freiberufler, die bereits fünf Jahre oder länger erfolgreich am Markt sind.

Können Sie Beispiele dafür nennen, wie die Programme die Unternehmen aktiv unterstützen?

Philipp Salm: Die Darlehensmittel können sehr vielfältig eingesetzt werden, zum Beispiel für den Bau einer Produktionshalle, für den Maschinenpark oder auch für das zur Produktion nötige Umlaufvermögen. Ein Freiberufler kann damit seine Büro- und Seminarräume finanzieren und auch deren Ausstattung. Auch der Erwerb immaterieller Wirtschaftsgüter und Beteiligungen sowie Beratungsleistungen für Markterschließungen und Produkteinführungen sind förderfähig. Das Projekt muss einen positiven NRW-Effekt haben, wobei der Investitionsort aber auch außerhalb von NRW liegen darf. Ein Beispiel dafür ist die hiesige Produktion von Komponenten für Offshore-Windkraftanlagen. Mit einer Darlehenshöhe von 25.000 bis zehn Millionen Euro ist fast jedes Förderprojekt zu realisieren. In Einzelfällen – bei besonderen, strukturpolitisch bedeutsamen Vorhaben – kann die Summe auch mehr als zehn Millionen Euro betragen.

Philipp Salm (Foto: NRW.BANK/Lokomotiv) Philipp Salm ist Leiter der Förderberatung für die Region Rheinland (Foto: NRW.BANK)

Als Mittelständler stehen mir beide Förderprogramme offen. Für welches sollte ich mich entscheiden?

Philipp Salm: Das ist abhängig von Ihren individuellen Anforderungen. Beide Produkte haben Laufzeiten von bis zu 20 Jahren. Beim Universalkredit auch mit vergleichbaren Zinsbindungsfristen. Das ist besonders bei langfristigen Investitionen sehr interessant. Für den Bau einer Produktionshalle würde man sich also möglicherweise für den NRW.BANK.Universalkredit entscheiden. Darum beraten wir immer mit Blick auf den konkreten Fall. Bei Laufzeiten bis zu zehn Jahren kann der Mittelstandskredit aufgrund einer anderen Zinsberechnungsmethode die günstigere Alternative sein. Davon können insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren, die darüber hinaus einen weiteren Zinsabschlag erhalten. Sowohl beim Universal- als auch beim Mittelstandskredit beträgt die Bewilligungsfrist übrigens nur wenige Tage.

Welche Voraussetzungen sind zwingend zu erfüllen?

Philipp Salm: Grundsätzlich gilt bei beiden Programmen, dass die Gesamtfinanzierung gesichert sein muss und das Vorhaben einen positiven Effekt für das Land Nordrhein-Westfalen bewirkt, also zum Beispiel Arbeits- und Ausbildungsplätze schafft und sichert. Das Vorhaben muss eine echte unternehmerische Tätigkeit sein, also keine reine finanzielle Beteiligung. Es gibt bei den gewerblichen Tätigkeiten nur wenige Ausnahmen, die nicht förderfähig sind: Mit dem NRW.BANK.Universalkredit werden beispielsweise keine nebenberuflichen Gründungen gefördert.

Wo kann man sich darüber informieren, welches Förderprogramm das richtige ist?

Philipp Salm: Da die Finanzierungsprogramme grundsätzlich über die Hausbank vermittelt werden, sind die dortigen Firmenkundenberater die richtigen Ansprechpartner. Die Hausbank beziehungsweise der Unternehmer können übrigens bei Bedarf 50 Prozent Haftungsfreistellung bei der NRW.BANK beantragen – oder bis zu 80 Prozent Bürgschaft bei der Bürgschaftsbank NRW. Es gibt natürlich auch Möglichkeiten, sich vorab zu informieren – zum Beispiel bei den regelmäßigen Fördersprechtagen in der NRW.BANK, oder bei den Beratertagen der regionalen Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern. Den direkten Draht zur NRW.BANK haben Sie ganz einfach über unser zentrales Service Center, das schnell und kompetent weiterhilft. Außerdem arbeiten wir seit einiger Zeit mit den Webportalen COMPEON und FinCompare zusammen. Hier können die Unternehmen ohne zusätzlichen Aufwand online prüfen, ob und womit die geplanten Vorhaben gefördert werden können.

 

Stand: 2. Mai 2018

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