Klaus Fallberg, Finanzvorstand der Gemeinde Nottuln (Bild: NRW.BANK)

Kommunen

Nottuln zeigt sich mit Solaranlage im besten Licht

Am Anfang haben alle die Stirn gerunzelt. „Hier bei euch im Münsterland eine Solaranlage? Da scheint doch kaum die Sonne“, erinnert sich Klaus Fallberg. Als früherer Finanzvorstand der Gemeinde Nottuln hat er mit der Solaranlage einen echten Coup gelandet.

Um zu verstehen, warum dieses Vorzeigeprojekt ausgerechnet in Nottuln steht, lohnt es sich, die Gemeinde genauer anzuschauen: Wer durch den beschaulichen Ort spaziert, dem fallen schnell die vielen Solaranlagen auf, die auf den Dächern montiert sind. „Hier lebt ein gutes Dutzend Menschen, die sich immer schon stark im Umweltschutz engagiert haben“, erklärt Klaus Fallberg. „Inzwischen sind viele von unserer Solaranlage überzeugt“, erzählt Klaus Fallberg.

Schon in den Neunzigern hatte die Gemeinde ein Grundstück gekauft, das durch seine Lage direkt an der A 43 und durch seine dreieckige Form für eine landwirtschaftliche Nutzung genauso wenig wie für ein Wohngebiet taugte. „Das einzige, was diese Fläche auszeichnet, ist die exzellente Südlage“, erzählt Klaus Fallberg, „das Feld hat von morgens bis abends Sonne.“ Der perfekte Standort für eine Photovoltaikanlage. „Wir hatten uns das Ziel gesetzt, noch 2008 ans Netz zu gehen.“ Denn für Anlagen, die bis dahin ans Netz gegangen waren, garantiert das Energieeinspeisegesetz für 20 Jahre eine Vergütung von 35,49 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde. „Auf dieser Basis konnte man einen sicheren Ertrag errechnen.“ Dabei half als unabhängige Instanz die EnergieAgentur.NRW.

Klaus Fallberg, ehemaliger Finanzvorstand der Gemeinde Nottuln (links), und Harald Gerding, technischer Leiter des Solarparks Nottuln (Bild: NRW.BANK) Klaus Fallberg, ehemaliger Finanzvorstand der Gemeinde Nottuln (links), und Harald Gerding, technischer Leiter des Solarparks Nottuln (Bild: NRW.BANK)

„Die Sonne hat uns verwöhnt“

Dem Ertrag wurden die Kosten gegenübergestellt: Finanzierung von 4,2 Millionen Euro für den Bau der Anlage plus Wartung plus Pflege des Geländes plus Allgefahrenversicherung, alles gerechnet auf die 20 Jahre. Das Ergebnis klang gut: Nach Ablauf der 20 Jahre würde sich die Anlage nicht nur gerechnet, sondern zusätzlich auch einen Erlös in die Gemeindekasse gespült haben. Weiterhin wird durch die Anlage auch der Ausstoß an CO2 gegenüber normaler Energieerzeugung gemindert. Für die Finanzierung wandte sich Klaus Fallberg Ende 2007 an Ralph Ishorst, Kundenbetreuer Öffentliche Kunden der NRW.BANK. Fast die komplette Summe wurde über das Programm NRW.BANK.Kommunal Invest finanziert. Dabei handelt es sich um Gelder der KfW Bankengruppe, die von der NRW.BANK vergünstigt und für Infrastrukturprojekte weitergegeben werden. Sie decken bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten eines Projekts. Um die restlichen 50 Prozent finanzieren zu können, hat die NRW.BANK zusätzlich das Programm Kommunal Invest Plus aufgelegt. „Damit bekommen die Kommunen bei uns die Förderung und Finanzierung aus einer Hand“, erklärt Ralph Ishorst. Einen kleineren Teil der 4,2 Millionen Euro stellten die Einwohner Nottulns über einen Bürgerfonds zur Verfügung.

Schließlich war es so weit: Die Politik gab grünes Licht für den Photovoltaikpark. Dann ging es sehr schnell, keine Woche dauerte es, bis das Geld für die Finanzierung bereitgestellt war. Das Unternehmen Phoenix Solar errichtete die komplette Anlage und montierte die 16.640 Dünnschichtmodule. Die Anlage ist ausgelegt auf eine Leistung von 1,2 Megawatt, damit sollen circa 1.050 Megawattstunden Energie im Jahr eingespeist werden. Das ist ein Fünftel des Stromverbrauchs in der Gemeinde. Seit nunmehr 10 Jahren läuft die Anlage glänzend.

Die Fotovoltaikanlage ist eine Erfolgsgeschichte: „Die Anlage hat seit der Inbetriebnahme im Jahr 2008 bis August 2018 insgesamt 10.714 Megawattstunden erzeugt. Das entspricht einer Einspeisevergütung von 3,8 Millionen Euro. Gleichzeitig konnten somit insgesamt schon knapp 8.000 Tonnen Kohlendioxid vermieden und rund 10,7 Millionen Kilowattstunden ins Netz eingespeist werden. Das entspricht einem Stromverbrauch von etwa 3.060 Haushalten“, freut sich Doris Block, die im Frühjahr 2016 Klaus Fallberg im Amt folgte. Effizienter lässt sich vermeintliches Ödland nun wirklich nicht nutzen. „Die haben alles richtig gemacht“, lobt Ralph Ishorst. „Besser kann man das Klima bei gleichzeitiger Schonung der Gemeindekasse nicht schützen!“

Stand: 24. September 2018

Der Solarpark in Nottuln wurde finanziert über das Programm:

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