Das Referat „Projekte Öffentliche Hand“ der NRW.BANK berät Städte und Gemeinden bei der Stadtentwicklung
Kerstin Jochimsen und Tobias Maatz vom Referat „Projekte Öffentliche Hand“ der NRW.BANK (Foto: NRW.BANK / Lokomotiv)

Beratung von Kommunen

Förderberatung für integrierte Stadtentwicklung

Rund 80 Prozent der Bevölkerung Nordrhein-Westfalens lebt in Städten. Ihre Entwicklung hat eine zentrale Bedeutung für die Zukunft des Landes. Um Städte und Gemeinden dabei nachhaltig zu unterstützen, widmet das Referat „Projekte Öffentliche Hand“ der NRW.BANK ein eigenes Feld in der Beratung. Kerstin Jochimsen und Tobias Maatz erläutern die Hintergründe.

Frau Jochimsen, warum hat das Thema integrierte Stadtentwicklung an Bedeutung gewonnen?
Kerstin Jochimsen:
Für die Inanspruchnahme mancher Förderprogramme wie zum Beispiel der Städtebauförderung ist es notwendig, ein integriertes Stadtentwicklungskonzept zu erstellen. Zudem haben in der Vergangenheit in einigen Kommunen rückläufige Bevölkerungs- und Haushaltszahlen, eine wachsende Zahl sozial schwacher Haushalte und eine angespannte kommunale Haushaltssituation zu einer wachsenden Bedeutung der Stadtentwicklungsplanung als strategisches und informelles Instrument geführt.


Wozu dient ein solches integriertes Stadtentwicklungskonzept?
Tobias Maatz:
Ein integriertes Stadtentwicklungskonzept entwickelt themenübergreifend strategische Leitbilder für die Gesamtstadt und ihre Teilräume. Maßnahmen und Investitionsentscheidungen in einzelnen Handlungsfeldern wie Wohnen, Infrastruktur, Klima, Mobilität und andere sind in das gesamtstädtische Konzept eingebettet und aufeinander abgestimmt. Zudem wird ein Dialog mit allen Akteuren angestoßen.


Wie wird diese integrierte Stadtentwicklung in Nordrhein-Westfalen gefördert?
Maatz:
Der integrierte Ansatz wird zum Beispiel mit dem Projektaufruf „Starke Quartiere – starke Menschen“ verfolgt. Kommunen, die dem Projektaufruf folgen, erarbeiten integrierte Handlungskonzepte, in denen nicht nur bauliche und städtebauliche, sondern auch sozialplanerische und ökologische Aspekte aufgearbeitet werden. Daraus werden nicht nur Maßnahmen wie zum Beispiel Gesundheitsberatung in der Kita“, sondern auch die „ökologische Aufwertung einer Grünfläche“ abgeleitet. Auch beim Projektaufruf „Grüne Infrastruktur“ der neuen EFRE-Förderperiode der EU müssen Kommunen ein integriertes Stadtentwicklungskonzept erstellen beziehungsweise fortschreiben. Die NRW.BANK berät dabei Kommunen über die konzeptionellen Fördervoraussetzungen. Zudem hat das Land NRW mit dem NRW.BANK/EU.Stadtentwicklungskredit eine weitere Finanzierungslücke geschlossen.


Welche Bedeutung hat bei der Stadtentwicklung das Thema Demografie?
Jochimsen:
Für die Menschen, die in einer Stadt bereits leben oder zukünftig leben möchten, müssen die grundlegenden Voraussetzungen der Daseinsvorsorge wie Wohnen und Infrastruktur erhalten beziehungsweise geschaffen werden. Hier mussten viele Kommunen in den vergangenen Jahren einen Paradigmenwechsel vollziehen. Sie haben nicht nur eine immer älter werdende Bevölkerung, sondern teilweise auch rückläufige Bevölkerungs- beziehungsweise Haushaltszahlen. In einem Teil der Städte und Gemeinden in NRW werden zunächst steigende Bevölkerungszahlen erwartet, die zum Teil nach fünf bis zehn Jahren aber wieder sinken. Eine solche Entwicklung erfordert von den Kommunen ein anderes planerisches Handeln als dies in der Vergangenheit üblich war. Bei solchen Fragestellungen steht die NRW.BANK als Ansprechpartner zur Verfügung und unterstützt die Kommunen bei der Ausgestaltung strategisch-konzeptioneller Maßnahmen.


Und welche Rolle spielt die Familienfreundlichkeit einer Stadt?
Maatz:
Die Attraktivität einer Stadt für Familien ist ein wichtiger Standortfaktor: Ist ein Ort für Familien nicht attraktiv, ist es für die Kommune schwer, Arbeitnehmer örtlich zu binden oder gar neue Bürger zu gewinnen. Familienhaushalte sind in einer Stadt begehrt. Sie sichern die Auslastung vorhandener sozialer Infrastrukturen wie Kindergärten und Schulen. Mit der Einordnung als familienfreundliche Stadt signalisiert eine Kommune, dass sie sich in besonderer Weise um die Belange und damit um die Lebensqualität von Familien kümmert. Die zukünftigen demografischen Veränderungen bedingen allerdings immer weniger Familienhaushalte. Eine große demografische Herausforderung für alle Kommunen in NRW wird die steigende Zahl kleinerer, insbesondere auch älterer Haushalte sein.


Welcher Zusammenhang besteht zwischen einer
integrierten Stadt- und Quartiersentwicklung und der finanziellen Situation im Kommunalhaushalt?
Jochimsen:
Eine integrierte Herangehensweise bei der Formulierung von Zielen der Stadtentwicklung stellt sicher, dass bei der Umsetzung von Maßnahmen Finanz- und Fördermittel optimal eingesetzt werden. Beispielsweise werden nur solche Schulstandorte modernisiert, deren Bestand auch mittelfristig gesichert ist. Oder bei der Ausweisung neuer Baugebiete wird berücksichtigt, welche Kosten für die technische und soziale Infrastruktur dem erwarteten Nutzen gegenüberstehen und ob gegebenenfalls andere Maßnahmen – etwa Verdichtung oder Innenentwicklung – günstiger sind.

Für die kommunale Finanzpolitik bedeutet der Ansatz etwa, dass der Ressourceneinsatz nicht nur unter dem Blickwinkel des jährlichen Haushaltsbeschlusses bewertet wird, sondern es werden auch mittel- bis langfristige Entwicklungen eingepreist. Im Themenfeld Stadt- und Quartiersentwicklung berät die NRW.BANK zu Finanzierungsmöglichkeiten – auch unter Berücksichtigung der weiteren Beratungsangebote des Referates „Projekte Öffentliche Hand“.

 

Stand: 3. Juli 2017

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