Seit rund zehn Jahren wandeln sich die Elbershallen, ehemals eine Textilfabrik, zum Kreativquartier mit lokaler Handschrift aber europäischer Vernetzung
Für Dr. Christian Schmidt helfen Kreativquartiere, die Zukunft Hagens zu gestalten (Bild: NRW.BANK)

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Kreativquartier Hagen ist europäisch vernetzt

Kreativquartiere tragen immer eine lokale Handschrift und leben von den Ideen der Menschen vor Ort. Das trifft auch auf die Elbershallen in Hagen zu. Mit der Teilnahme am europäischen CURE-Projekt wagten die Macher des Quartiers zudem den Blick über die Landesgrenzen hinaus.

Vor rund zehn Jahren begann die Wandlung der Elbershallen, einer ehemaligen Textilfabrik, zu einem Kreativquartier. Eine große Diskothek machte den Anfang, es folgten ein Indoorspielplatz und zahlreiche Gastronomien. „Kreativquartiere brauchen solche Anziehungspunkte“, ist Dr. Christian Schmidt überzeugt. Als Erster Beigeordneter der Stadt Hagen kümmert er sich insbesondere um die Kreativquartiere vor Ort. Außerdem verantwortet er international das Gesamtprojekt „Creative Urban Renewal in Europe“, kurz CURE. Finanziert wird es über INTERREG, eine Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Außer der Stadt Hagen beteiligen sich sechs weitere Partner, darunter die Kreativquartiere in Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands, oder das Quartier Bricolé in der belgischen Stadt Brügge.

Die Elbershallen locken mit Diskothek, Gastronomie und vielen kreativen Ideen (Bild: NRW.BANK) Die Elbershallen locken mit Diskothek, Gastronomie und vielen kreativen Ideen (Bild: NRW.BANK)
Blick ins Kreativquartier Elbershallen (Bild: NRW.BANK) Der Blick ins Kreativquartier Elbershallen (Bild: NRW.BANK)
Tanzperformance „Danse des Cariatides“ an der Fassade des Kesselhauses auf dem Gelände der Elbershallen (Foto: Michael Kleinrensing, Westfalenpost Lokalredaktion Hagen) Tanzperformance „Danse des Cariatides“ an der Fassade des Kesselhauses auf dem Gelände der Elbershallen (Foto: Michael Kleinrensing, Westfalenpost Lokalredaktion Hagen)

CURE startete 2010

Durch die Förderung konnten neue Entwicklungen angestoßen werden. „Aber wir können über EU-Mittel immer nur kofinanzieren. Das Ziel muss sein, dass sich das Kreativquartier wirtschaftlich selbst tragen kann“, erklärt Christian Schmidt. Eine langfristige Förderung kann sich die Stadt Hagen aufgrund der Haushaltssituation nur sehr eingeschränkt leisten. Bisher ging der Plan auf: Die Elbershallen sind zu einem beliebten Ausgehviertel in Hagen geworden. Zahlreiche Kreative haben sich hier niedergelassen, darunter Agenturen, die städtische Musikschule, ein Tanzzentrum und das „Theater an der Volme“.

Neues Zuhause für Jugendzirkus

Maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt ist die HAGENPEG Projektentwicklungs GmbH & Co. KG. „Wir haben inzwischen 44 Mieter hier auf dem Gelände“, berichtet Christian Isenbeck, der sich für HAGENPEG um die Elbershallen kümmert. Derzeit wird das ehemalige Trafohaus der Textilfabrik saniert, sodass dort der Jugendzirkus Quamboni, ein Projekt der evangelischen Kirche in Hagen, einziehen kann. „Für das Gebäude war eine Komplettsanierung von der Elektroinstallation bis zum Dach notwendig“, so Christian Isenbeck.

Wenige hundert Meter von den Elbershallen entfernt entwickelt sich zudem der Stadtteil Wehringhausen zu einem Kreativquartier. „Günstiges Wohnen verbindet sich hier mit günstigen Ladenflächen für die Kreativen“, berichtet Meike Sturm vom Consultingbüro cep Sturm, die alle EU-INTERREG-Projekte der Stadt Hagen begleitet hat und nun als Projektkoordinatorin für CURE tätig ist. „Dort entstand zum Beispiel der ‚Coworking-space CO22‘. Dahinter steckt die Idee, Kreativen zeitweise einen größeren Arbeitsraum zur Verfügung zu stellen, um gemeinsam mit anderen größere Projekte umsetzen zu können.“ Christian Schmidt unterstreicht die Bedeutung der hier entstehenden Kleinunternehmen: „Die Kreativwirtschaft testet frühzeitig die Marktfähigkeit neuer Trends.“

Netzwerk der Kreativquartiere

Von CURE erhoffen sich die Hagener für die Zukunft zusätzliche Erkenntnisse: „Wir wollen herausfinden, welche übergeordneten Faktoren den Erfolg eines Kreativquartiers beeinflussen“, so Meike Sturm. Dazu übernahm die Utrecht School of Arts die wissenschaftliche Begleitung von CURE. Untersucht werden vier große Themenbereiche: die Vielfalt in den Quartieren, die Lernstrukturen, die Wertschöpfungsketten und die Geschäftsmodelle. „Unabhängig davon hat das CURE-Projekt dazu beigetragen, dass wir uns über die Grenzen hinweg austauschen konnten. Dadurch sind neue Netzwerke und Kooperationen entstanden“, erklärt Meike Sturm.

Eine Bilanz soll im Juni 2014 gezogen werden. Dann findet in den Elbershallen die internationale Abschlusskonferenz des EU-Projektes CURE statt. Treffender Titel: „Kreativwirtschaft als Impulsgeber der Stadtentwicklung _ Creativity Takes Place“.

Das Kreativquartier Elbershallen Hagen wurde gefördert über das Programm:

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