Steffen Preuß, Mario Kascholke und Eleftherios Efthimiadis, die Gründer von icho systems. (Foto: icho systems)

Gründung

Innovation für Demenzbehandlung

Er leuchtet, er vibriert, er macht Musik – und er zaubert Menschen ein Lächeln ins Gesicht, die oft mit ihrer Umwelt nur noch schwer interagieren können. Der ichó-Ball ist eine Erfindung von Steffen Preuß, Eleftherios Efthimiadis und Mario Kascholke. Die drei jungen Gründer suchten einen Weg, um mit ihren an Demenz erkrankten Großeltern wieder besser kommunizieren zu können. Eine erste seriell gefertigte Auflage ihrer Therapiekugel auf den Markt zu bringen ist in Planung. Unterstützt werden sie dabei von einem Business Angel und der NRW.BANK über das Förderprogramm NRW.SeedCap.

„Mit ichó machen wir Hightech analog greifbar. Denn im Innern der Kugel steckt jede Menge Technik, die hilft, mit Demenzpatienten, die in ihrer Gedanken- und Gefühlswelt gefangen sind, spielerisch wieder eine Kommunikation aufbauen“, erklärt icho-Geschäftsführer Steffen Preuß. Der Ball wird nur mit den Sinnen – Hören, Sehen, Fühlen – genutzt. Die kleine Kugel befähigt Angehörige und Betreuer qualitativ hochwertige Therapien selbständig durchzuführen. „Mittels der dazugehörigen Software können medizinisch wichtige Daten erfasst werden, die genaue Einblicke in das jeweilige Krankheitsbild geben, beispielsweise unwillkürliches Muskelzittern“, erklärt Steffen Preuß.

Über den ichó-Ball können Angehörige und Betreuer mit Demenzpatienten spielerisch wieder eine Kommunikation aufbauen. (Foto: icho systems) Über den ichó-Ball können Angehörige und Betreuer mit Demenzpatienten spielerisch wieder eine Kommunikation aufbauen. (Foto: icho systems)

Entwicklung mit Entwicklungsspielraum

War der Einsatzschwerpunkt ursprünglich Demenz, gibt es mittlerweile viele Anfragen aus anderen Bereichen. So kommt der Ball auch zur Therapie von Kindern mit neurologischen Erkrankungen, von Schlaganfall- oder Parkinsonpatienten infrage. Denkbar ist auch der Einsatz bei Reha-Maßnahmen nach Unfällen.

„icho systems ist ein Paradebeispiel für eine Finanzierung über das Programm NRW.SeedCap. Das Unternehmerteam hat einen Bedarf erkannt und eine intelligente, marktfähige Lösung entwickelt. Genau diese Art von Ideen und Start-ups wollen wir mit dem Seedcap-Programm fördern“, erklärt Stefan Dörpinghaus aus dem Team Venture Center und Frühphasenfinanzierung der NRW.BANK.

Erfahrener Begleiter

Das Programm NRW.SeedCap ist an das Engagement eines Business Angels gekoppelt. Die Besonderheit ist, dass die NRW.BANK dessen Engagement zu gleichen Teilen spiegelt.

Den Business Angel fand icho 2018 auf dem von der win NRW.BANK Business Angels Initiative organisierten Business Angels Marktplatz. Steffen Preuß berichtet: „Gerade in der Frühphase ist der Business Angel aufgrund seiner Erfahrungen und Kompetenzen ein wesentlicher Bestandteil in der Unternehmensentwicklung, davon haben wir bei Fragen zum Vertrieb, zur Technologie oder auch zum passenden Geschäftsmodellen profitiert.“

Neue Märkte, neue Einsatzgebiete

Zwar lässt sich mit der Therapiekugel nicht in die Zukunft blicken, doch sehen die icho-Gründer noch viel Potenzial für ihre Erfindung und ihr Unternehmen: „Derzeit führen wir Gespräche für eine zeitnahe Markteinführung von ichó in Frankreich und den Niederlanden. Langfristig möchten wir für möglichst viele – auch seltene – Krankheitsbilder Produkte entwickeln, die Angehörige und Betreuer befähigen, hochwertige Pflege und Förderung zu leisten.“

Der NRW.SeedCap auf einem Blick

  • NRW.BANK verdoppelt das Investment des Business Angels zu gleichen Konditionen (pari passu)
  • Finanzierungsanteil der NRW.BANK beträgt in der ersten Finanzierungsrunde zwischen 15.000 und 100.000 Euro
  • In einer zweiten Finanzierungsrunde können bis zu weitere 100.000 Euro bereitgestellt werden
  • Sicherheiten sind nicht zu stellen
  • Der Finanzierungsanteil der NRW.BANK und des Business Angels ist als Bareinlage zu erbringen
  • Schnelle Zusage/Auszahlung innerhalb weniger Wochen

Voraussetzungen:

  • Das Unternehmen ist nicht älter als 18 Monate
  • Der Sitz des Unternehmens ist in NRW
  • Mindestens ein Business Angel investiert in einer offenen Beteiligung in das Start-up
  • Der Gründer leistet einen erkennbaren Eigenanteil
  • Das Unternehmen ist innovativ und wachstumsorientiert
  • Das Geschäftsmodell ist grundsätzlich skalierbar
 

Stand: 3. August 2020

 

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