Dominik Kraatz (sitzend) und Sascha Sohn gründeten INZEPT3D (Foto: NRW.BANK / Christian Lord Otto)

Hochschul-Ausgründungen

Mehr Zeit für Kreativität

Mit der 3-D-Kommunikations-Software von INZEPT3D kommunizieren Architekten wesentlich effizienter mit den Beteiligten eines Bauprojekts. Der Grund: Der Entwurf landet als 3-D-Präsentation in Sekundenschnelle auf dem Smartphone und damit in der Hosentasche eines jeden Projektmitarbeiters. Das schafft immer und überall ein einheitliches Verständnis für den Entwurf. Das Unternehmen wurde durch das NRW.BANK.Venture Center und das Programm NRW.StartUp-Kapital unterstützt.

Die Idee zur Software hat Dominik Kraatz bereits während seines Architekturstudiums entwickelt. Er stellte nämlich fest, dass die Erläuterungen zu den Entwürfen eines Architekten im Arbeitsalltag viele Stunden in Anspruch nehmen können. Es mangelte an einer einheitlichen Kommunikationsbasis, auf deren Grundlage sich alle Beteiligten eines Bauprojekts austauschen können. Die Folge: Missverständnisse und zeitaufwändige Korrekturrunden.

Kraatz erkannte schnell: Wenn jeder immer und überall auf den Entwurf zugreifen kann, alle im Handumdrehen das 3-D-Modell parat haben und es jederzeit betrachten können, bleibt nicht mehr viel Raum für Verständnisprobleme. Stattdessen bleibt mehr Zeit für die Kreativität – die Kernaufgabe jedes Architekten. „Unser Programm ist cloud- und browserbasiert: Es erstellt innerhalb weniger Sekunden aus jedem 3-D-CAD-Modell interaktive 3-D-Visualisierungen – diese können dann über einen Link mit jedem geteilt werden“, erklärt Kraatz. Zusammen mit dem befreundeten Wirtschaftsingenieur Sascha Sohn hat er die Software entwickelt und das Unternehmen INZEPT3D gegründet.

Visualisierung mit INZEPT3D: Haus am Phönixsee, Heiderich Architekten
Visualisierung mit INZEPT3D: Haus am Phönixsee, Heiderich Architekten
Visualisierung mit INZEPT3D: Haus am Phönixsee, Heiderich Architekten Visualisierung mit INZEPT3D: Haus am Phönixsee, Heiderich Architekten (Bilder: INZEPT3D)

Auf das Team kommt es an

Mehr als zwei Jahre hat es gedauert, bis die Geschäftsidee der beiden Bochumer marktreif war. Schon zu Hochschulzeiten haben sie daran getüftelt. Unterstützung erhielten Kraatz und Sohn vom NRW.BANK.Venture Center. „In diesem knappen Jahr haben wir das INZEPT3D-Team gut kennenlernen können. Der Architekt Kraatz und der Wirtschaftsingenieur Sohn – die beiden ergänzen sich ideal“, sagt Venture-Center-Berater Timon Gottschalk und fügt an: „Zudem war ich beeindruckt von dieser intuitiv nutzbaren Software.“ Gottschalk bereitete die Gründer auf Finanzierungsgespräche vor, erläuterte, auf welche Details Investoren besonderen Wert legen und half ihnen bei der Erstellung eines fundierten Geschäftskonzepts. Mit Erfolg: Mit einem Zuschuss aus dem Förderprogramm START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW gelang Kraatz und Sohn der Sprung aus dem Hörsaal in die Selbstständigkeit.

Sicherheiten nicht erforderlich

„Die Förderung aus dem START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass INZEPT3D im Anschluss Geld aus dem NRW.BANK-Programm NRW.StartUp-Kapital erhalten konnte, um den Markteintritt der Software zu forcieren“, sagt Gottschalk. Beim NRW.StartUp-Kapital handelt es sich um ein zwölfjähriges Wandeldarlehen, das zu besonders günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt wird. Ein großer Pluspunkt, gerade für Gründer: „Das geförderte Start-up muss keine Sicherheiten stellen, um das Geld zu erhalten“, berichtet Gottschalk. Stattdessen kommt es vielmehr auf einen stimmigen Businessplan, auf ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell und auf eine ausgewogene Finanzstruktur an.

Schnelle Antragsabwicklung

Haben die Start-ups alle notwendigen Geschäftsunterlagen zusammen, kann der Zuschlag für das Wandeldarlehen sehr schnell erfolgen. Gottschalk: „Wir streben eine zügige Bearbeitung an, so dass wir den Teams das Kapital möglichst schnell auszahlen können.“ Und auch im Anschluss lässt die NRW.BANK die jungen Unternehmer nicht allein: „In regelmäßigen Abständen legen sie uns die aktuellen Geschäftszahlen vor, sodass wir die Entwicklung des Start-ups genau verfolgen können“, erklärt Gottschalk.

Weitere Wachstumspotentiale

Die Entwicklung zeigt bei INZEPT3D nur in eine Richtung: nach oben. „Wir wollen zunächst den deutschen Markt erobern und anschließend im europäischen Ausland expandieren“, sagt Kraatz. Das Start-up wächst aktuell so rasant, dass in diesem Jahr noch die Zahl der Mitarbeiter auf zehn Personen verdoppelt werden soll. Mittelfristig will das Start-up außerdem nicht nur die Kommunikation zwischen Architekten, Bauträgern und Projektentwicklern verbessern und die digitale Transformation der heute immer noch analog ablaufenden Abstimmungsprozesse in der Design- und Entwurfsphase vorantreiben. „Mit unserer seit Ende letzten Jahres fertiggestellten eigenen 3-D-Engine und der Markteinführung von INZEPT3D haben wir den Grundstein für eine Vielzahl von Wachstumsmöglichkeiten gelegt - beispielsweise die Ausweitung auf andere Branchen wie den Messebau. Am spannendsten finden wir aber die Möglichkeit, künftig auch die Endkunden zu erreichen“, erläutert Sohn zuversichtlich.

  • NRW.StartUp-Kapital im Überblick
  • Der Investitionsanlass: Gründung eines gewerblichen Unternehmens
  • Gefördert werden Kapitalgesellschaften in der Gründungsphase (maximal zwölf Monate nach Gründung und Beendigung des Programmes START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW)
  • Das Investitionsvolumen beträgt bis zu 200.000 Euro
  • Die Laufzeit des Wandeldarlehens beträgt zwölf Jahre, davon sieben Jahre tilgungsfrei
  • Voraussetzungen: Das Start-up wurde zuvor bereits durch das Programm START-UP-Hochschul-Ausgründungen NRW gefördert und besitzt alle notwendigen Rechte und/oder Lizenzen für die Umsetzung der Geschäftsidee
  • Anträge sind mit dem Formblatt „NRW.StartUp-Kapital“ einzureichen
 

Stand: 3. März 2019

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